Gesundheit & Bildung · Rom

Stillrate weltweit auf 47 Prozent gestiegen – doch drei weit verbreitete Mythen untergraben den Erfolg, zeigt Studie

Ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten ist von 37 % im Jahr 2012 auf über 47 % heute gestiegen, berichtet die WHO zu Beginn der Weltstillwoche. Eine neue Studie der Sapienza-Universität identifiziert drei häufige Fehlannahmen, die den Stillerfolg weiterhin beeinträchtigen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von DIE WELT, RP Online und ZEIT ONLINE. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Rom · Italien

Weltweite Stillfortschritte

Der Anteil der Mütter, die ihre Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich stillen, ist von rund 37 Prozent im Jahr 2012 auf über 47 Prozent heute gestiegen, berichtete die Weltgesundheitsorganisation zum Auftakt der Weltstillwoche (1.–7. August). Trotz des Anstiegs um zehn Prozentpunkte, so die WHO, lägen viele Länder weiterhin unter ihren Zielen, und weitere Fortschritte seien möglich.

Ausschließliche Stillrate%
2012
37 %
2026
47 %

Daten aus dem Artikeltext

Gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind

Stillen ist eine der wirksamsten Methoden, um die Gesundheit eines Kindes zu schützen, so die WHO. Es liefert wichtige Nährstoffe, stärkt das Immunsystem, schützt vor schweren Krankheiten und fördert die kognitive Entwicklung. Für Mütter senkt es das Risiko von Brust- und Eierstockkrebs sowie Typ-2-Diabetes. Die WHO berechnet, dass eine verstärkte Stillförderung jährlich knapp 400.000 Todesfälle bei Kindern und rund 140.000 Müttersterbefälle verhindern könnte.

Drei Mythen, die den Erfolg untergraben

Ein Team der Sapienza-Universität Rom wertete 78 Studien aus Ländern wie den Vereinigten Staaten, Deutschland, Australien, Indien und Mexiko aus. Ihre Ergebnisse, veröffentlicht im Journal of Maternal-Fetal & Neonatal Medicine, identifizieren drei weit verbreitete Fehlannahmen, die selbst in Entbindungsstationen oft wiederholt werden und die Stillraten senken.

Der erste Mythos besagt, dass Mütter in den ersten Tagen nach der Geburt zu wenig Milch produzieren. Dieser Glaube führt zu einer frühen Zufütterung mit Säuglingsnahrung. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Kolostrum, die hochkonzentrierte erste Milch, normalerweise ausreicht, um die Bedürfnisse eines Neugeborenen zu decken.

„Unsere Forschung deutet darauf hin, dass Kolostrum – die erste, hochkonzentrierte Milch nach der Geburt – im Allgemeinen ausreicht, um die Bedürfnisse des Neugeborenen zu decken.“

Maria Di Chiara, Neonatologie-Spezialistin und Erstautorin

Die Deutsche Nationale Stillkommission stimmt dieser Einschätzung zu.

Der zweite Mythos betrifft Schnuller. Vielen Eltern wird geraten, diese in den ersten Lebenswochen zu vermeiden. Di Chiara, Neonatologie-Spezialistin und Erstautorin der Studie, sagte, die Evidenz stütze diese Empfehlung nicht.

„Die Verwendung eines Schnullers verkürzt weder die Stilldauer noch das ausschließliche Stillen.“

Maria Di Chiara, Neonatologie-Spezialistin und Erstautorin

Der Deutsche Hebammenverband hält jedoch an seiner Empfehlung fest, vier bis sechs Wochen zu warten, bevor ein Schnuller angeboten wird, und warnt vor möglicher "Saugverwirrung".

Der dritte Mythos betrifft elektrische Milchpumpen. Di Chiara sagte, Pumpen sollten in den ersten Tagen nach der Geburt nicht routinemäßig zur Anregung der Milchproduktion eingesetzt werden. Wenn Milch abgepumpt werden müsse, sei das manuelle Abstreifen der bessere Ansatz.

Empfehlungen im Widerspruch

Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten, ohne zusätzliche Gabe von Wasser. Danach können Beikost eingeführt und das Stillen bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus fortgesetzt werden. Die deutsche nationale Leitlinie legt eine Mindeststilldauer von zwölf Monaten für reifgeborene Säuglinge fest. Die Schlussfolgerungen der neuen Studie zu Schnullern und Pumpen offenbaren eine Spannung zwischen der neuesten Forschung und einigen langjährigen Praktiken in der deutschen Geburtshilfe. Die Korrektur dieser drei Fehlannahmen, so die Autoren, könnte dazu beitragen, die weltweiten Stillraten näher an die internationalen Ziele zu bringen.

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Quellen und Kontext

Orte
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