Wirtschaft · Taranto, Mailand und Rom
Berufungsgericht Mailand bestätigt Stilllegung des Warmbereichs von Ex-ILVA bis zum 28. Oktober
Das Berufungsgericht Mailand hat einen Antrag auf Aussetzung der Schließung des Warmbereichs des Ex-ILVA-Stahlwerks in Taranto abgelehnt und die Einstellung des Betriebs bis zum 28. Oktober 2026 angeordnet, was über 10.000 Arbeitsplätze gefährdet.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Il Sole 24 ORE, Il Fatto Quotidiano und ANSA.it. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das Berufungsgericht Mailand entschied, dass der Hochofenbetrieb im Stahlwerk Taranto bis zum 28. Oktober 2026 eingestellt werden muss, und wies einen Einspruch von Acciaierie d'Italia ab.
Die Stilllegung beginnt am 16. September 2026 mit Hochofen 1, geht weiter zu Hochofen 4 und schließlich zu Hochofen 2, dem derzeit einzigen aktiven Ofen.
Die Lieferkettenvereinigung Aigi teilte den Gewerkschaften mit, dass die Mitgliedsunternehmen die kollektiven Entlassungsverfahren für 2.500 Arbeiter wieder aufnehmen, nachdem sie am 8. September 2026 pausiert hatten.
Der Warmbereich beschäftigt 5.000 direkte Arbeiter, während die kombinierten Arbeitsplatzverluste bei Zulieferern und Auftragnehmern die Gesamtzahl der gefährdeten regionalen Arbeitsplätze auf über 10.000 erhöhen.
Federacciai-Präsident Antonio Gozzi, die indische Gruppe Jindal, die tschechische Firma CE Industries und die US-Firma Flacks haben Interesse an der Übernahme des staatlich verwalteten Werks bekundet.
- 8.09.Gespräche zwischen Regierung und Auftragnehmern setzen Entlassungen in der Lieferkette im Palazzo Chigi vorübergehend aus
- 11.09.Das Berufungsgericht Mailand lehnt den Aussetzungsantrag ab und bestätigt das Stilllegungsurteil
- 16.09.Stilllegungsverfahren beginnen an Hochofen 1
- 28.10.Verbindliche Frist zur Einstellung aller Arbeiten im Warmbereich
Gerichtsurteil und Stilllegungszeitplan
Das Berufungsgericht Mailand hat einen Einspruch von Acciaierie d'Italia und den Ex-ILVA-Verwaltern in der außerordentlichen Verwaltung zurückgewiesen, mit dem die Aussetzung der gerichtlich angeordneten Stilllegung des Warmbereichs des Stahlwerks Taranto beantragt worden war. Die Entscheidung bestätigt ein Urteil vom späten Juli, das die Einstellung aller Hochofenarbeiten bis zum 28. Oktober 2026 anordnet. Die phasenweise Stilllegung der Produktionslinie beginnt am 16. September 2026 mit Hochofen 1, geht zu Hochofen 4 über und endet mit Hochofen 2, der derzeit einzigen aktiven Anlage.
Vorrang der öffentlichen Gesundheit vor der Industrieproduktion
Die Entscheidung schließt ein Zivilverfahren ab, das 2021 von elf Einwohnern Tarantos in Mailand eingeleitet wurde, darunter Mitglieder einer Elternvereinigung und ein zwölfjähriges Kind, das an einer seltenen genetischen Erkrankung leidet. Der Rechtsstreit durchlief zuvor das Gericht von Mailand, den Gerichtshof der Europäischen Union und zwei Berufungsurteile. Das ursprüngliche Dekret vom Juli ordnete an, dass der Warmbereich innerhalb von drei Monaten seinen Betrieb einstellen muss, es sei denn, die Betreiber entfernen sämtliches Asbest vor Ort und reduzieren die Feinstaubemissionen auf die gesetzlichen Grenzwerte. Die Berufungsrichter stellten fest, dass bei einem Konflikt zwischen dem verfassungsmäßigen Recht auf unternehmerische Betätigung und den Rechten der Bürger auf Gesundheit und erträgliche Emissionswerte der Gesundheitsschutz Vorrang haben muss.
Ascanio Amenduni, Rechtsvertreter der Anwohnergruppe, äußerte sich zum Ausgang des Verfahrens.
„Die menschliche Gesundheit steht vor den Bedürfnissen der Produktion. Daher müssen die Anlagen stillgelegt werden, wenn sie gefährlich für die Gesundheit und die Umwelt sind.“
Entlassungen in der Lieferkette und regionale Beschäftigungsfolgen
Nach dem Urteil teilte der Lieferkettenverband Aigi den Gewerkschaften Fiom, Fim, Uilm und Usb mit, dass die Mitgliedsunternehmen ab sofort die kollektiven Entlassungsverfahren für 2.500 Arbeiter wieder aufnehmen. Die Entlassungen waren am 8. September 2026 nach Regierungsgesprächen im Palazzo Chigi ausgesetzt worden. Der primäre Warmbereich beschäftigt direkt rund 5.000 Arbeiter. Unter Einbeziehung der direkten Belegschaft, der Auftragnehmer und regionaler Zulieferer in Taranto und den Nachbarprovinzen berechnen die Gewerkschaftsvertreter, dass insgesamt über 10.000 Arbeitsplätze gefährdet sind.
- Wiederaufgenommene Entlassungen von Auftragnehmern
- 2500 Arbeiter
- Direkte Belegschaft im Warmbereich
- 5000 Arbeiter
- Gesamtzahl gefährdeter regionaler Arbeitsplätze
- 10000 Arbeiter
Daten aus dem Artikeltext
Politische Reaktionen und künftige Eigentümerangebote
Die Gewerkschaften forderten die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf, unverzüglich einen ständigen Tisch im Palazzo Chigi einzuberufen, um einen Sozialplan umzusetzen und Massenentlassungen zu vermeiden. Der Präsident von Confindustria Taranto, Salvatore Toma, forderte die Regierung auf, ein Notstandsdekret zu erlassen, das eine reduzierte Produktion unter Umweltauflagen während des Übergangs zu Lichtbogenöfen und direkt reduziertem Eisen ermöglicht. Auch Oppositionspolitiker reagierten: Die Demokratischen Partei-Vertreter Andrea Orlando und Antonio Misiani kritisierten die Industriepolitik der Regierung, während der Grünen-Vorsitzende Angelo Bonelli anmerkte, dass in 14 Jahren fast 3 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln ausgegeben worden seien, ohne eine industrielle Umstellung zu erreichen.
Das Stahlwerk Taranto, einst das größte Stahlwerk Europas, wurde Anfang 2024 nach dem Ausscheiden von ArcelorMittal unter die staatlich kontrollierte außerordentliche Verwaltung gestellt. Der italienische Stahlverband Federacciai unter Präsident Antonio Gozzi hat offizielles Interesse im Namen eines italienischen Unternehmenskonsortiums angemeldet. Zu den nicht-italienischen Interessenten gehören die indische Gruppe Jindal, die tschechische Gruppe CE Industries und die US-Investmentfirma Flacks, während die italienische Regierung die Möglichkeit einer staatlichen Beteiligung offen ließ.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Il Sole 24 OREEx Ilva: Aigi a sindacati, aziende indotto intendono riprendere licenziamenti
- Il Fatto QuotidianoEx Ilva Taranto, 2.500 licenziamenti nell'indotto dopo stop altoforni | Il Fatto Quotidiano.it
- Il Fatto QuotidianoIlva Taranto, stop area a caldo confermato: opposizioni all'attacco del governo | Il Fatto Quotidiano.it
- ANSA.itEx Ilva, legale dei cittadini 'felici perché Taranto può tornare a respirare' - Notizie
- Salvatore Toma
- Präsident von Confindustria Taranto
- Antonio Gozzi
- Präsident des italienischen Stahlverbandes Federacciai
- Giorgia Meloni
- Ministerpräsidentin von Italien
- Andrea Orlando
- Chef der Industriepolitik der Demokratischen Partei und ehemaliger Arbeitsminister
- Antonio Misiani
- Chef für Wirtschaft und Finanzen der Demokratischen Partei
- Angelo Bonelli
- Vorsitzender der Grünen Europa
- Mario Turco
- Senator der Fünf-Sterne-Bewegung und Chef der Wirtschaftspolitik
- Orte
- Mailand
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