
Deutschland einigt sich auf 17-Cent-Steuersenkung bei Kraftstoff – Niederländischer Diesel erreicht Rekord von 2,824 Euro
Die Bundesregierung und die Länder haben sich am Freitag darauf geeinigt, die Mineralölsteuer auf Kraftstoff bis Jahresende um 17 Cent pro Liter zu senken. Dadurch vergrößert sich das grenzüberschreitende Preisgefälle zu den Niederlanden, wo Diesel einen Rekordwert von 2,824 Euro erreichte.
Einigung in Berlin
Die Bundesregierung und die Bundesländer haben sich am Freitag, dem 18. September 2026, darauf geeinigt, die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel um 17 Cent pro Liter zu senken. Die Steuersenkung soll bis Ende 2026 in Kraft bleiben. Wie die deutsche Zeitung Bild berichtet, könnten die niedrigeren Sätze bereits am 1. Oktober in Kraft treten. Die Maßnahme wird von den Bundesländern mitfinanziert, die monatlichen Kosten für den Bundeshaushalt werden auf rund 800 Millionen Euro geschätzt. Der Schritt wiederholt eine Politik, die Bundeskanzler Friedrich Merz im Mai 2026 eingeführt hatte, als eine ähnliche zweimonatige Senkung um 17 Cent durch höhere Tabaksteuern finanziert wurde. Die Intervention folgte auf steigende Zapfsäulenpreise in ganz Europa infolge des Konflikts im Nahen Osten, die den deutschen Diesel auf einen Rekordwert von 2,471 Euro pro Liter und Benzin auf 2,308 Euro pro Liter trieben.
- Niederlande Diesel (empfohlen, 19. Sept.)
- 2.824 €/L
- Niederlande Benzin (empfohlen, 18.-19. Sept.)
- 2.712 €/L
- Deutschland Diesel (Rekord, 18. Sept.)
- 2.471 €/L
- Deutschland Benzin (18. Sept.)
- 2.308 €/L
Rekordpreise in den Niederlanden
In den Niederlanden setzten die Kraftstoffpreise ihren Aufwärtstrend ohne staatliche Eingriffe fort. Der von der Preisvergleichsplattform UnitedConsumers ermittelte empfohlene Verkaufspreis für einen Liter Diesel stieg am Samstag, dem 19. September 2026, um einen Cent auf 2,824 Euro pro Liter. Dieser Wert übertraf den bisherigen niederländischen Rekord von 2,819 Euro aus dem April. Auch Premium-Diesel stieg um einen Cent auf 2,914 Euro pro Liter, während Standard-Euro95-Benzin am Samstag stabil bei 2,712 Euro pro Liter blieb, nahe seinem früheren Wochenhoch von 2,726 Euro. In den vorangegangenen sieben Tagen stiegen die niederländischen Dieselpreise um fast elf Cent, während Benzin um fast drei Cent zulegte. Der Kraftstoffexperte von UnitedConsumers, Derk Foolen, erklärte, der Anstieg vom Samstag spiegele vorläufige Tankstellendaten wider. Bereits Anfang des Monats hatte der Energieexperte Hans van Cleef von EqoLibrium vor möglichen Preisniveaus entlang der Autobahnen gewarnt.
Ich schließe nicht aus, dass wir an der Autobahn 3 Euro erreichen.
Wachsendes grenzüberschreitendes Preisgefälle und Preisobergrenzen
Die unterschiedlichen Politiken der beiden Nachbarländer vergrößern das grenzüberschreitende Preisgefälle. Mit dem deutschen Steuernachlass werden die Kraftstoffpreisunterschiede voraussichtlich bis zu 0,57 Euro pro Liter für Benzin und 0,51 Euro pro Liter für Diesel betragen. Der niederländische Automobilclub ANWB meldete, dass die durchschnittlichen Zapfsäulenpreise in den Niederlanden bei 2,43 Euro pro Liter für Benzin und 2,57 Euro pro Liter für Diesel lagen, wobei Tankstellen an Autobahnen höhere empfohlene Sätze verlangten. Um einen längerfristigen Mechanismus zu schaffen, nachdem die befristete Steuersenkung Ende Dezember ausläuft, bereitet die Bundesregierung eine gesetzliche Kraftstoffpreisobergrenze vor, die spätestens am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Die SPD hat die Obergrenze unterstützt, während Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sie zuvor abgelehnt hatte.
Internationale Modelle und Vorschläge für eine Übergewinnsteuer
Die von Deutschland vorgeschlagene Preisobergrenze orientiert sich an Modellen, die bereits in Belgien und Luxemburg etabliert sind. Belgien legt seit der Ölkrise von 1974 an jedem Werktag per gesetzlicher Formel Höchstpreise für Kraftstoff fest, während Luxemburg mehrmals pro Woche einheitliche Obergrenzen auf der Grundlage von Beschaffungs- und Vertriebskosten festlegt. Parallel zu den nationalen Preisgrenzen kündigte die Bundesregierung an, sich auf dem informellen Treffen der EU-Finanzminister in Dublin für eine europäische Übergewinnsteuer auf übermäßige Gewinne von Ölkonzernen einzusetzen. Eine ähnliche Abgabe wurde 2022 und 2023 nach der russischen Invasion in der Ukraine erhoben, obwohl die Europäische Kommission für den aktuellen Preisanstieg keine neuen Vorschläge für eine Übergewinnsteuer vorgelegt hat.
- Die Regierung Merz führt eine erste zweimonatige Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent ein
- Die erste zweimonatige Steuersenkung um 17 Cent läuft aus
- Bundesregierung und Länder vereinbaren die Erneuerung der Mineralölsteuersenkung um 17 Cent
- Von Bild berichtetes angestrebtes Inkrafttreten der erneuerten Steuersenkung
- Geplantes Auslaufen der erneuerten Mineralölsteuersenkung um 17 Cent
- Zieltermin für das Inkrafttreten einer gesetzlichen Kraftstoffpreisobergrenze


