
Griechenland öffnet bis zum 20. Juli Plattform für Steuerschuldenregulierung in 72 Raten, monatliche Zahlungen für Hunderttausende halbiert
Das myAADE-Portal zeigt die Antragsoption gemäß Gesetz 5313/2026 an, die bis Ende 2023 entstandene Schulden abdeckt, während neuere Verpflichtungen weiterhin unter einem separaten 24-Raten-Plan fallen.
Der neue 72-Raten-Rahmen
Die griechische Unabhängige Behörde für öffentliche Einnahmen (AADE) bereitet die Eröffnung ihrer Online-Antragsplattform für ein neues Steuerschulden-Regulierungsprogramm mit bis zu 72 monatlichen Raten vor. Der Prozess soll spätestens bis zum 20. Juli 2026 verfügbar sein, wobei die entsprechende Auswahl im myAADE-Portal unter der Bezeichnung „Schuldenregelungen – Antrag auf Schuldenregulierung gemäß Gesetz 5313/2026“ erscheinen soll. Dies folgt auf das, was griechische Medien als „Pierrakakis-Gesetz“ zur privaten Verschuldung bezeichnen, benannt nach dem Minister für Nationalwirtschaft und Finanzen, Kyriakos Pierrakakis. Ein paralleles Verfahren für rückständige Sozialversicherungsbeiträge bei der e-EFKA und KEO wurde bereits auf dessen jeweiliger Plattform aktiviert. Das Programm ist als vorübergehende Notmaßnahme konzipiert und bleibt bis zum 31. Dezember 2026 für Anträge geöffnet. Es richtet sich an Privatpersonen und Unternehmen mit alten, unbeglichenen Verpflichtungen gegenüber Steuerbehörden, Zollämtern und Sozialversicherungsträgern, die einen realistischeren und überschaubareren Rückzahlungsweg suchen.
Dies ist eine Politik der zweiten Chance. Aber im Kern ist es eine Politik der wirtschaftlichen Wiedereingliederung.
Wer qualifiziert ist und wer nicht
Ein charakteristisches Merkmal der Regelung ist, dass sie eine klare Trennlinie zwischen alten und neuen Schulden zieht. Nur Verpflichtungen, die bis einschließlich 31. Dezember 2023 entstanden sind, sind für das 72-Raten-Programm berechtigt. Alle Schulden, die ab dem 1. Januar 2024 entstanden sind oder nach diesem Datum erneut in eine Regelung aufgenommen wurden, werden weiterhin im Rahmen des bestehenden dauerhaften 24-Raten-Rahmens abgewickelt. Diese Trennung wurde bewusst in die Gesetzesgestaltung eingebaut, um zu verhindern, dass kürzlich aufgelaufene Rückstände in das verlängerte Rückzahlungsfenster aufgenommen werden. In Kombination mit dem dauerhaften Programm für neuere Schulden kann die monatliche Gesamtbelastung für Hunderttausende von Schuldnern landesweit um etwa die Hälfte reduziert werden. Sobald der Antrag live geschaltet ist, zeigt die Plattform jedem Schuldner eine detaillierte Aufstellung seiner ausstehenden Verpflichtung und den spezifischen Ratenplan, den er befolgen müsste, sodass die Nutzer ihren bevorzugten Rückzahlungshorizont wählen können.
Zahlungsmechanik und Fristen
Die Wahl eines längeren Rückzahlungszeitraums von bis zu maximal 72 Monaten senkt die einzelne monatliche Rate, erhöht jedoch die insgesamt über die Laufzeit gezahlten Zinsen. Umgekehrt erhöht die Wahl einer kürzeren Laufzeit den monatlichen Betrag, reduziert aber die gesamte Zinsbelastung. Dies schafft einen direkten Zielkonflikt, den die Plattform sichtbar macht, bevor der Schuldner sich bindet. Bei Steuerschulden muss die erste Rate innerhalb von drei Kalendertagen nach Einreichung des Antrags gezahlt werden. Bei Zollschulden oder Verpflichtungen gegenüber KEO und EFKA verlängert sich die Frist bis zum Ende des auf den Antrag folgenden Monats. Diese kurzfristige Zahlungsverpflichtung bedeutet, dass Antragsteller die erste Rate in bar bereithalten müssen, bevor sie den Online-Prozess starten.
Parallele Sozialversicherungsspur
Die Steuerschuldenregelung läuft parallel zu einem bereits aktiven, aber strukturell identischen Programm für rückständige Sozialversicherungsbeiträge bei der e-EFKA. Beide Spuren teilen sich die gleiche Obergrenze von 72 Raten und das gleiche Stichdatum des 31. Dezember 2023 für berechtigte Verpflichtungen. Durch die Angleichung der beiden Prozesse will die Regierung einen kohärenten und einheitlichen Weg aus der angehäuften Privatverschuldung für Steuerzahler anbieten, die gleichzeitig mehreren öffentlichen Stellen Geld schulden. Da beide Plattformen parallel bis zum 31. Dezember 2026 betrieben werden, können Schuldner ihre Anträge koordinieren, um ihre kombinierte monatliche Belastung zu minimieren.
- Sozialversicherungsschuldenregulierungsprogramm für EFKA und KEO nimmt bereits Anträge entgegen
- Plattform für Steuerschuldenanträge wird spätestens an diesem Datum auf myAADE geöffnet
- Erste Rate für über die Plattform eingereichte Steuerschulden fällig
- Antragsfenster schließt; vorübergehendes 72-Raten-Programm läuft aus


