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© EL MUNDO
Gesundheit & Bildung·12. Juni

Spanischer Kongress bringt Sterbehilfe-Reform auf den Weg – Berufungsfrist auf 25 Tage begrenzt, gegen päpstlichen Appell

Der Abgeordnetenkongress hat am Donnerstag mit 178 zu 169 Stimmen die Behandlung eines katalanischen Vorschlags beschlossen, der Rechtsmittel gegen Sterbehilfe-Genehmigungen auf maximal 25 Tage begrenzen soll – inspiriert vom langwierigen Rechtsstreit um Noelia Castillo.

Die Abstimmung

Der spanische Abgeordnetenkongress stimmte am Donnerstag mit 178 zu 169 Stimmen für die Behandlung eines Gesetzesvorschlags, der die gerichtliche Überprüfung von Sterbehilfe-Entscheidungen beschleunigen soll. Nur die konservative Partido Popular (PP) und die rechtsextreme Vox lehnten die Maßnahme ab, während die regierende Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) und alle anderen Gruppen dafür stimmten. Die Abstimmung eröffnet den parlamentarischen Weg für eine Reform, die langwierige Gerichtsverfahren verhindern soll, die den medizinisch assistierten Tod verzögern können.

Was die Reform vorsieht

Der Vorschlag, der vom katalanischen Parlament ausgearbeitet wurde und von der sozialistischen katalanischen Schwesterpartei PSC, Junts, der Republikanischen Linken Kataloniens (ERC), den Comuns und der antikapitalistischen CUP unterstützt wird, zielt darauf ab, die Bearbeitung von Rechtsmitteln gegen Sterbehilfe-Genehmigungen auf maximal 25 Tage zu begrenzen. Er würde das Berufungsverfahren außerdem auf eine einzige gerichtliche Instanz und ein höheres Verwaltungsgericht beschränken.

Es ist offensichtlich, dass die Verlängerung des Verfahrens zwangsläufig ständiges und unerträgliches körperliches oder psychisches Leid für die betroffene Person mit sich bringt.

— Begründung des Reformvorschlags
Der Text betont die Notwendigkeit, das Leid der Person, die um assistierten Tod gebeten hat, nicht „unnötig und unmenschlich in die Länge zu ziehen".

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Der Fall Noelia Castillo

Die Reform wurde direkt inspiriert vom Fall Noelia Castillo, einer jungen Frau, deren Sterbehilfe sich aufgrund von Rechtsmitteln ihres Vaters Gerónimo Castillo, der von der Organisation Abogados Cristianos (Christliche Anwälte) vertreten wurde, um mehr als 600 Tage verzögerte. Nachdem sie alle nationalen Gerichtsinstanzen (darunter der Oberste Gerichtshof Kataloniens, der Oberste Gerichtshof und das Verfassungsgericht) und schließlich auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte durchlaufen hatte, erhielt Castillo am 26. März 2026 schließlich den medizinisch assistierten Tod. Die Berufungen ihres Vaters hatten den Fall fast zwei Jahre lang am Leben erhalten, obwohl alle vorherigen Gerichte die Genehmigung ihres Sterbehilfeantrags bestätigt hatten. Die katalanischen Abgeordneten betonten, dass die Reform die durch diesen Rechtsstreit offengelegten Schlupflöcher schließen würde.

Wir haben dieses Recht bereits errungen; was diese Reform anstrebt, ist es zu perfektionieren.

— Juli Fernàndez

Wichtige Meilensteine beim Vorantreiben der Sterbehilfe-Reform
  1. 26. März 2026Noelia Castillo erhält nach einem 600-tägigen Rechtsstreit Sterbehilfe
  2. 30. Apr. 2026Katalanisches Parlament verabschiedet Reformvorschlag zum Sterbehilfegesetz
  3. 8. Juni 2026Papst León XIV. spricht vor dem Kongress und verteidigt das Recht auf Leben
  4. 11. Juni 2026Kongress stimmt mit 178 zu 169 für die Behandlung der Reform

Opposition von PP und Vox

Der PP-Abgeordnete Antonio Román Jasanada argumentierte: „Wenn eine Entscheidung unwiderruflich ist, gibt es nie zu viele Sicherheitsvorkehrungen" und lehnte die Verkürzung der Fristen ab.

Die Würde liegt im Leben, von Anfang bis Ende.

— Antonio Román Jasanada
Die Vox-Abgeordnete María Ruiz ging noch weiter und warf den Befürwortern vor, das Töten zu befürworten.

Sie können nicht hierherkommen, um über einen würdevollen Tod zu reden, wenn es in Wirklichkeit darum geht, Menschen zu töten.

— María Ruiz
Sie bezeichnete das bestehende Sterbehilfegesetz als „grausames Gesetz". Beide Parteien stimmten gemeinsam gegen die Reform.

Päpstlicher Kontext

Die Abstimmung erfolgte nur 72 Stunden, nachdem Papst León XIV. vor demselben Gremium gesprochen und sich nachdrücklich für das Recht auf Leben eingesetzt hatte, wobei er sich sowohl gegen Abtreibung als auch gegen Sterbehilfe aussprach. Alle politischen Gruppen hatten dem Pontifex eine siebenminütige Standing Ovation zuteilwerden lassen, doch am Donnerstag unterstützte die Mehrheit von ihnen einen Vorschlag, der seiner Botschaft zuwiderläuft. Premierminister Pedro Sánchez hatte am Tag vor der Abstimmung an der Papstmesse in der Sagrada-Família-Basilika teilgenommen – eine Abkehr von seiner üblichen laizistischen Haltung.

Madrid
Sara JaurrietaJordi FàbregaJuli FernàndezAntonio Román JasanadaMaría RuizNoelia CastilloLeón XIV
Strasbourg

5 Quellen

  • El Congreso da el primer paso para reducir los plazos de los recursos en procesos de eutanasia
    EL MUNDO·11. Juni
  • El Congreso tramitará una reforma para agilizar los plazos judiciales de la eutanasia
    ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL·11. Juni
  • El Congreso aprueba reforzar la ley de eutanasia 72 horas después de la visita del Papa
    El Confidencial·11. Juni
  • El Congreso tramita la reforma para evitar bloqueos judiciales a la eutanasia como el 'caso Noelia'
    El Periódico·11. Juni
  • El Congreso tramitará la ley para blindar la eutanasia ante los retrasos judiciales
    La Razón·11. Juni

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