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Regierung·vor 8 Std.

Keir Starmer soll Rücktrittsfahrplan ankündigen – Labour-interne Kämpfe eskalieren

Der britische Premierminister verbrachte das Wochenende auf Chequers, um über seine Zukunft zu beraten, nachdem Rivale Andy Burnham einen Parlamentssitz gewonnen hatte, wie Quellen britischen Zeitungen mitteilten. Mehr als 100 Labour-Abgeordnete fordern öffentlich einen Fahrplan für seinen Abgang.

Zunehmender Druck

Premierminister Keir Starmer sieht sich der schwerwiegendsten Bedrohung seiner Führung seit seinem Amtsantritt gegenüber. Mehrere britische Medien berichten, dass er sich darauf vorbereitet, bereits am Montag zurückzutreten. Die Krise eskalierte am Freitag, als Andy Burnham, der Bürgermeister von Greater Manchester, eine Nachwahl in Makerfield gewann und damit den Weg für eine formelle Herausforderung innerhalb der Labour-Partei freimachte. Berichte im Observer und im Telegraph schildern einen Premierminister, der zu dem Schluss gekommen ist, dass seine Position nicht mehr haltbar ist.

Das Spiel ist vorbei.

The Telegraph

Wochenend-Beratungen auf Chequers

Der Observer berichtete, dass Starmer sich mit seiner Frau in den offiziellen Landsitz auf Chequers zurückgezogen habe, um den weiteren Weg zu besprechen, während hochrangige Labour-Vertreter bereits am Montag eine klare Stellungnahme zu seiner politischen Zukunft erwarteten. Eine Regierungsquelle entgegnete, Starmer bleibe auf seine Regierungsaufgaben konzentriert, doch dieselbe Quelle räumte ein, dass Gespräche über seinen Rückzugsfahrplan im Gange seien.

Der Telegraph zitierte einen Kabinettsmitglied nahestehenden Beamten mit den Worten, Starmer wolle nun „sein Vermächtnis festigen“, bevor er zurücktrete. Ein anderer Labour-Abgeordneter beschrieb die verbleibende Unterstützung des Premierministers als auf „nur eine Handvoll Freunde und Familie“ reduziert.

Schlüsselmomente in Starmers Führungskrise
  1. Andy Burnham gewinnt die Nachwahl in Makerfield und erhält damit einen Parlamentssitz sowie die Möglichkeit, eine Führungsherausforderung zu starten.
  2. Starmer zieht sich mit seiner Frau nach Chequers zurück, um seine Optionen abzuwägen; hochrangige Labour-Vertreter erwarten innerhalb weniger Tage eine Rücktrittserklärung.
  3. Britische Medien erwarten, dass Starmer einen Fahrplan für seinen Abgang bekannt gibt, obwohl das Büro des Premierministers erklärt, er bleibe auf die Regierungsführung konzentriert.

Eine gespaltene Partei

Laut einer Reuters-Zählung, die in den Berichten zitiert wird, haben mehr als 100 Labour-Parlamentarier – etwa ein Viertel der Fraktion im Unterhaus – öffentlich gefordert, dass Starmer zurücktritt oder einen Abgangsfahrplan vorlegt. Der Premierminister selbst hatte am Freitag gewarnt, dass interne Kämpfe die Partei zu zerreißen drohten, doch das Nachwahlergebnis scheint die Loyalitäten im Kabinett verschoben zu haben.

Die Chancen, dass Starmer als Premierminister weiterkämpft, liegen bei etwa 25 %.

The Sun

Sollte Starmer tatsächlich zurücktreten, würde das Vereinigte Königreich seinen siebten Premierminister in etwas mehr als einem Jahrzehnt erleben – die höchste Führungswechselrate seit fast zwei Jahrhunderten. Die Reihe kurzlebiger Regierungen wurde durch die Unzufriedenheit der Öffentlichkeit mit der wirtschaftlichen Leistung, den öffentlichen Dienstleistungen und der Einwanderungspolitik angeheizt.

Burnhams Aufstieg

Andy Burnham, 56, gilt seit langem als der wahrscheinlichste Nachfolger. Seine Amtszeit als Bürgermeister von Manchester stärkte sein nationales Profil, und sein Einzug ins Parlament verschafft ihm die Plattform, um die Parteiführung herauszufordern. Berichten zufolge hat Burnham bereits die Unterstützung von fast 300 Abgeordneten. Beobachter werten seinen Nachwahlsieg als den endgültigen Auslöser für Starmers erwarteten Abgang.

Wie es weitergeht

Die kommenden Stunden werden entscheiden, ob Starmer einen Fahrplan für seinen Abgang ankündigt oder versucht, sich zu halten. Jeder Rücktritt würde sowohl einen Labour-Führungswahlkampf als auch einen möglichen Wechsel des Premierministers auslösen und die britische Politik weiter verunsichern. Das Büro des Premierministers hat noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben, die über die Beteuerung hinausgeht, er sei auf seine Aufgaben konzentriert.

London · Chequers

3 Quellen

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