Kurz gefasst
Pater Stanisław Małkowski starb in der Nacht zum 7. September 2026 in seinem Elternhaus in der Diözese Warszawa-Praga, wo er seit Juli 2022 im Ruhestand gelebt hatte.
Ab 1982 feierte Małkowski gemeinsam mit Pater Jerzy Popiełuszko Messen für das Vaterland in der Kirche St. Stanisław Kostka in Warschau, nachdem er im August 1980 am Streik auf der Danziger Werft teilgenommen hatte.
Małkowski war der einzige Warschauer Priester, der am 13. Dezember 1981 festgenommen wurde, und stand an erster Stelle einer vom Innenministerium, Vierte Abteilung, für Oberst Adam Pietruszka erstellten Zielliste oppositioneller Geistlicher.

- 3.08.Segnet das Smolensk-Gedenkkreuz vor dem Präsidentenpalast
- 11.11.Mit dem Orden des Weißen Adlers von Präsident Andrzej Duda ausgezeichnet
- 7.09.Stirbt im Alter von 82 Jahren in der Diözese Warszawa-Praga
Priesteramt und antikommunistische Opposition
Pater Stanisław Małkowski starb in der Nacht zum 7. September 2026 im Alter von 82 Jahren in seinem Elternhaus in der Diözese Warszawa-Praga. Die Erzdiözese Warschau gab seinen Tod am 8. September bekannt und teilte mit, dass die Beisetzungsmodalitäten zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Geboren am 29. Juli 1944 in Wola Korytnicka bei Węgrów, wuchs Małkowski in Warschau auf, nachdem seine Familie Ende 1945 dorthin gezogen war. Er absolvierte ein Soziologiestudium an der Universität Warschau und trat 1964 zunächst in ein Benediktinerkloster in Tyniec ein. 1970 wechselte er an das Höhere Metropolitanseminar in Warschau und wurde am 22. Dezember 1974 von Weihbischof Zbigniew Kraszewski zum Priester geweiht. Seine dissidentische Tätigkeit begann bereits während seiner Studienzeit, unter anderem mit der Teilnahme an den Studentenstreiks im März 1968, die zu einem vorübergehenden Universitätsausschluss führten. In den 1970er Jahren arbeitete er mit dem Komitee zur Verteidigung der Arbeiter und der Bewegung zur Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte zusammen, unterzeichnete im Dezember 1975 den Brief der 59 gegen die kommunistischen Verfassungsänderungen und beteiligte sich vom 3. bis 10. Oktober 1979 an einem Hungerstreik in Warschauer Kirchen.
Zusammenarbeit mit Pater Popiełuszko und staatliche Verfolgung
Während seines Studiums am Warschauer Seminar schloss Małkowski eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit mit Pater Jerzy Popiełuszko. Die beiden Priester organisierten die Seelsorge in St. Anna und Res Sacra Miser an der Krakowskie Przedmieście. Im August 1980 nahm Małkowski am Arbeiterstreik auf der Danziger Werft teil und wurde anschließend Seelsorger der Gewerkschaft Solidarność. Ab 1982 feierten Małkowski und Popiełuszko gemeinsam monatliche Messen für das Vaterland in der Kirche St. Stanisław Kostka im Warschauer Stadtteil Żoliborz, die große Menschenmengen anzogen. Małkowski organisierte auch Gedenkmessen für Katyn und Versammlungen im Romuald-Traugutt-Park und am Olszynka-Grochowska-Denkmal. Diese Aktivitäten machten ihn zu einem häufigen Ziel des kommunistischen Geheimdienstes (Służba Bezpieczeństwa), was zu mehreren Festnahmen und Verhören führte. Am 13. Dezember 1981, als die Behörden das Kriegsrecht verhängten, war Małkowski der einzige katholische Priester in Warschau, der von der Geheimpolizei festgenommen wurde. Anfang der 1980er Jahre setzte die Vierte Abteilung des Innenministeriums seinen Namen an die Spitze einer Überwachungsliste widerspenstiger Priester, die für Oberst Adam Pietruszka erstellt wurde; Popiełuszko stand an zweiter Stelle.
Seelsorgliche Einsätze und spätere Tätigkeit
Während seines Priestertums wirkte Małkowski in zahlreichen Pfarreien in Warschau, Skierniewice, Ząbki, Prudnik und Posen, nach einem kurzen Noviziatsjahr bei den Dominikanern Mitte der 1970er Jahre. Von 1979 bis 1991 war er Seelsorger für behinderte Kinder in der Bewegung Glaube und Licht, und 1983 übernahm er seelsorgliche Aufgaben auf dem Nördlichen Gemeinschaftsfriedhof in Warschau. In der postkommunistischen Zeit verfasste Małkowski als Kommentator Artikel für Publikationen wie Nasza Polska und Warszawska Gazeta. Im Sommer 2010, nach dem Absturz der Präsidentenmaschine bei Smolensk, leitete er regelmäßige abendliche Gebetstreffen vor dem Präsidentenpalast und segnete am 3. August 2010 das hölzerne Gedenkkreuz. Am 11. November 2021 verlieh der polnische Präsident Andrzej Duda Małkowski den Orden des Weißen Adlers, die höchste staatliche Auszeichnung Polens.
„In Anerkennung herausragender Verdienste in der Seelsorge, für die heldenhafte Haltung eines Solidarność-Seelsorgers, der mit Wort und Tat den Kampf für ein unabhängiges und gerechtes Polen unterstützte, auf der Seite des Guten und der Wahrheit stand und unveräußerliche Menschenrechte verteidigte.“
Małkowski zog sich im Juli 2022 aus dem aktiven Priesterdienst zurück und lebte bis zu seinem Tod in seinem Elternhaus auf dem Gebiet der Diözese Warszawa-Praga.