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Spanische Staatsanwaltschaft pocht auf eine Million Euro Kaution und Ausreiseverbot für Jonathan Andic – Handydaten und hohe Fluchtgefahr im Fall des Mango-Gründers

Die Staatsanwaltschaft in Barcelona hat sich gegen einen Antrag der Verteidigung gestellt, die eine Million Euro Kaution und weitere Auflagen für Jonathan Andic aufheben soll. Der Sohn des Mango-Gründers Isak Andic steht im Verdacht, für den tödlichen Sturz seines Vaters im Dezember 2024 in Collbató verantwortlich zu sein.

Die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft

Am 12. Juni 2026 machte die Staatsanwaltschaft Barcelona ihren Einspruch gegen eine Beschwerde des Anwalts von Jonathan Andic öffentlich. Die Beschwerde zielte darauf ab, die nach seiner Festnahme am 19. Mai 2026 verhängten Sicherungsmaßnahmen aufzuheben, darunter eine Kaution in Höhe von einer Million Euro, die Abgabe seines Passes, ein Ausreiseverbot aus Spanien und wöchentliche Meldeauflagen. Staatsanwältin Teresa Yoldi argumentierte, die Maßnahmen seien angesichts der schwerwiegenden Beweise und der „altísima capacidad económica“ (außergewöhnlich hohen finanziellen Leistungsfähigkeit) des Verdächtigen gerechtfertigt, was eine konkrete Fluchtgefahr begründe.

Wichtige Beweismittel

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft widersprechen mehrere Beweisstücke der von Jonathan Andic geschilderten Version. Daten zur Geolokalisierung seines Mobiltelefons, der Inhalt von Nachrichten, die vom Telefon Isak Andics wiederhergestellt wurden, Gesprächsprotokolle vom Zeitpunkt des Vorfalls sowie ein technischer fotografischer Bericht vom Tatort deuten alle nicht auf einen Unfall hin, wie ihn die Verteidigung darstellt. Die Staatsanwaltschaft erklärt, diese Elemente untergrüben sowohl die Behauptung eines guten Vater-Sohn-Verhältnisses als auch die Schilderung, wie und unter welchen Umständen Isak Andic gestorben sei.

Der Sturz und die Ermittlungen

Isak Andic, Gründer der Modemarke Mango, starb am 14. Dezember 2024 bei einem Spaziergang mit seinem Sohn auf einem Weg nahe der Cuevas del Salnitre in Collbató, etwa 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona. Er stürzte aus rund 120 Metern Höhe und war sofort tot. Die zuständige Richterin in Martorell, Raquel Nieto, erklärte später, der Tod sei „nicht unfallbedingt“ gewesen, und es gebe Anhaltspunkte für eine „aktive und vorsätzliche Beteiligung“ von Jonathan Andic. Die Richterin hat die katalanische Polizei Mossos d’Esquadra zudem angewiesen, das Signal von Jonathan Andics Telefon im März 2025 in Ecuador zurückzuverfolgen, als er angab, das Gerät sei gestohlen worden oder verloren gegangen.

Die Position der Verteidigung

Die vom Anwalt Cristóbal Martell geführte Verteidigung argumentierte in ihrer Beschwerde, die Ursachen für den Sturz von Isak Andic seien nicht geklärt und es gebe keine Hinweise auf eine Beteiligung Dritter. Sie bezeichnete die Polizeiberichte als voreingenommen und verwies auf Jonathan Andics drei Aussagen – zwei als Zeuge vor den Mossos und eine als Beschuldigter vor der Richterin – um ihren Standpunkt zu untermauern. Die Verteidigung beantragte zudem, dass das Gericht in Barcelona diese Aussagen sowie die Transkripte der Gespräche berücksichtige, um die Sicherungsmaßnahmen aufzuheben.

Fluchtgefahr und nächste Schritte

Die Staatsanwaltschaft besteht darauf, dass die Kombination aus den immensen finanziellen Mitteln Jonathan Andics und der Schwere der möglichen Haftstrafe wegen Totschlags ein „hohes Fluchtrisiko“ begründe. Sie forderte das Gericht in Barcelona daher auf, die Beschwerde abzuweisen und die gesamten Maßnahmen aufrechtzuerhalten. Ein Termin für die Entscheidung des Gerichts über die Beschwerde steht noch nicht fest. Die Ermittlungen laufen weiter; die Mossos d’Esquadra führen weitere von der Ermittlungsrichterin angeordnete Untersuchungen durch.

Collbató

8 Quellen

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