Brandenburgs Umweltministerin fordert höhere Wasserpreise, da die Spree historische Tiefststände erreicht
Ministerin Hanka Mittelstädt sagt, Wasser sei zu billig, während die meisten Brandenburger Flüsse Niedrigwasser führen, grundwassergespeiste Seen Allzeittiefs erreichen und die Spree langfristig durch den Kohleausstieg 2028 in ihrer Versorgung bedroht ist.
Flüsse und Grundwasser in der Krise
Die meisten Flüsse in Brandenburg führen sehr wenig Wasser, viele liegen unterhalb der Warnstufen, wie Daten des Landesamtes für Umwelt (LfU) zeigen. Ein Sprecher bezeichnete das Bild im Vergleich zur langjährigen Statistik als extrem. Besonders auffällig ist in diesem Sommer die Dauer und räumliche Ausdehnung der Niedrigwasserphase. Grundwassergespeiste Seen haben Allzeittiefs erreicht, und fast alle Grundwasserleiter im Land liegen nahe oder unter ihren historischen Minima.
Mit Blick auf die langjährige Statistik ist die Entwicklung extrem.
Mehrere Landkreise und Gemeinden haben in den vergangenen Wochen wegen geringer Niederschläge und fallender Flusspegel Wasserentnahmeverbote verhängt.
Spreeversorgung und der Kohleausstieg
Besonders betroffen ist die Spree, die so wenig Wasser führt, dass die Behörden in Berlin, Brandenburg und Sachsen alarmiert sind. Eine eilig einberufene länderübergreifende Arbeitsgruppe soll nun Maßnahmen zur Erhöhung der Wassermenge koordinieren. Die Talsperren im oberen Spreeeinzugsgebiet in Sachsen waren nach einem trockenen Winter und Frühjahr nicht ausreichend gefüllt.
- Trockener Winter und Frühjahr lassen Talsperren im oberen Spreeeinzugsgebiet schlecht gefüllt zurück.
- Die meisten Brandenburger Flüsse erreichen Niedrigwasser; grundwassergespeiste Seen erreichen Allzeittiefs; Grundwasserleiter nahe historischen Minima.
- Umweltministerin bezeichnet Wasser als zu billig und drängt auf Preiserhöhungen; länderübergreifende Arbeitsgruppe zur Spree eingerichtet.
- Braunkohleförderung endet, verringert das in die Spree gepumpte Grundwasser und bedroht die Berliner Trinkwasserversorgung.
Längerfristig wird der vereinbarte Kohleausstieg 2028 das Problem verschärfen. Wenn die Braunkohleförderung endet, wird weniger Grundwasser in die Spree gepumpt, und Studien zeigen, dass die Fließmenge der Spree deutlich sinken wird. Dies könnte die Trinkwasserversorgung des Großraums Berlin gefährden. Diskutierte Optionen umfassen eine Überleitung aus der Elbe, eine Ostsee-Pipeline für die Spree und zusätzliche Wasserspeicher.
Forderungen nach höheren Preisen und sorgsamem Umgang
Hanka Mittelstädt, Brandenburgs Landwirtschafts- und Umweltministerin, sagte der Deutschen Presse-Agentur, Wasser sei derzeit zu billig. Sie argumentierte, dass niedrige Preise verschwenderisches Verhalten fördern.
Das führt dazu, dass wir mittags Pools befüllen, dass wir mittags noch Rasensprenger in Gärten sehen.
Die Ministerin rief zu einem sensibleren Umgang mit Wasser auf und sagte, die gesamte Gesellschaft müsse Verantwortung übernehmen. Laut Landesstatistikamt betrug der Preis für Trinkwasser für private Haushalte in Brandenburg im vergangenen Jahr 1,82 Euro pro Kubikmeter. Mittelstädt befindet sich derzeit auf einer Sommertour durch wasserbezogene Regionen in Brandenburg.
Bundesmittel und ein neues Wassergesetz
Mittelstädt betonte, dass der Bund finanzielle Beiträge zu Rettungsmaßnahmen für die Spree und den Spreewald leisten müsse. Sie sagte, der Bund ziehe sich zunehmend zurück und behandle das Thema als Landesproblem, eine Haltung, die sie ablehne. Der Bund selbst habe den Kohleausstieg beschlossen und müsse daher Verantwortung übernehmen, argumentierte sie. Brandenburg arbeitet an einem neuen Wassergesetz, um Gewässer zu schützen und die Wasserrückhaltung zu verbessern.
Forschung weist auf strukturelle Veränderung hin
Forscher der Technischen Universität Berlin haben ein Werkzeug entwickelt, um Optionen wie künstliche Grundwasseranreicherung, gesteuerte Entwässerungssysteme, temporäre Oberflächenspeicherung und naturbasierte Rückhaltemaßnahmen zu analysieren. Irina Engelhardt, Leiterin der Hydrogeologie an der TU Berlin, sagte, die Region leide nicht mehr nur unter einzelnen Dürrejahren, sondern unter einem strukturellen Wasserdefizit, wie die fallenden Grundwasserstände zeigten.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein grundlegender Wandel im regionalen Wassermanagement nötig ist, weg von der schnellen Ableitung hin zu aktiver Wasserspeicherung und -rückhaltung.


