
Italien verhaftet zwei ehemalige Geheimdienstmitarbeiter wegen Spionage für Russland, vier Militärangehörige unter Untersuchung
Die italienische Carabinieri haben am Dienstag in Rom zwei ehemalige Geheimdienstmitarbeiter festgenommen, die im Verdacht stehen, Staatsgeheimnisse an einen russischen Agenten mit diplomatischer Deckung verkauft zu haben. Vier aktive Militärangehörige befinden sich unter fünf weiteren Verdächtigen, die untersucht werden.
Die Festnahmen
Zwei ehemalige italienische Geheimdienstmitarbeiter wurden am Dienstagmorgen in Rom in Gewahrsam genommen. Die Sondereinheit ROS der Carabinieri führte die Festnahmen mit Unterstützung der GIS-Interventionseinheit und des Provinzkommandos durch. Der Hauptverdächtige, ein 59-jähriger ehemaliger Angehöriger der Geheimdienstgemeinschaft und früherer Carabinieri-Unteroffizier, wird beschuldigt, klassifizierte Informationen an einen mutmaßlichen russischen Geheimdienstagenten weitergegeben zu haben, der unter diplomatischer Immunität in Italien operierte. Die zweite festgenommene Person arbeitete ebenfalls zuvor im Geheimdienst und verließ den Dienst 2013, während der Hauptverdächtige 2012 ausschied.
Das Spionagenetz
Die Ermittler sagen, dass der 59-Jährige als alleiniger Vermittler mit dem russischen Agenten fungierte, ihn mehrmals traf, um Anfragen zu erhalten und Informationen zu übergeben. Er soll die Geheimnisse über sechs Quellen beschafft haben, von denen vier aktive Militärangehörige in hochsensiblen Positionen sind. Diese vier gehören zu fünf weiteren Personen, die wegen Anklagen wie Beschaffung von Nachrichten zur Staatssicherheit, politischer oder militärischer Spionage und Verrat von Staatsgeheimnissen untersucht werden. Die Carabinieri sagten, der Hauptverdächtige sei für die von ihm gelieferten Informationen bezahlt worden.
Ermittlungen und Spionageabwehr
Die Untersuchung begann im Mai 2025, nachdem der italienische Inlandsgeheimdienst AISI entdeckt hatte, dass russische Dienste einen ehemaligen italienischen Agenten angeworben hatten. Die Ermittlungen umfassten Telefonüberwachung, digitale Überwachung, physische Beschattung und Durchsuchungen. Sie wurden von der Militärstaatsanwältin Antonella Masala und der Zivilstaatsanwältin Lucia Lotti koordiniert. Die Operation wird als Erfolg der Spionageabwehr beschrieben, der ein Netzwerk aufdeckte, das angeblich die nationale Sicherheit aus finanziellen Gründen gefährdet hat.
Offizielle Reaktion
Verteidigungsminister Guido Crosetto gab eine starke Erklärung ab und sagte, es könne keine Toleranz für diejenigen geben, die die Sicherheit der Republik gefährden. Er beschrieb Russlands Aktionen als Teil eines hybriden Krieges, der darauf abzielt, italienische Institutionen, Bündnisse und Sicherheit zu schwächen. Crosetto fügte hinzu, dass das Verteidigungsministerium jede weitere Initiative ergreifen werde, um die Integrität seiner Strukturen zu schützen.
Es kann keine Toleranz geben, insbesondere wenn Personen mit Verantwortungsrollen beteiligt sind, gegenüber denen, die die Sicherheit der Republik gefährden oder gefährden.
Ein hybrider Konflikt, der darauf abzielt, unsere Institutionen, unsere Bündnisse und unsere Sicherheit zu schwächen.
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