
Drei Real-Madrid-Spieler verbergen Solidaritätsslogan für Ceuta vor dem Spiel gegen Elche
Kylian Mbappé, Vinícius Júnior und Ibrahima Konaté entschieden sich, die Botschaft der Kampagne „Todos somos caballas“ vor ihrem Spiel im Estadio Martínez Valero nicht zu zeigen.
Aktionen vor dem Spiel im Martínez Valero
Vor dem LaLiga-Spieltag 6 zwischen Elche und Real Madrid am 15. September 2026 im Estadio Martínez Valero betraten Spieler beider Mannschaften das Spielfeld in Trikots, die der autonomen Stadt Ceuta gewidmet waren. Die weißen Trikots, die auf Bitte des Heimvereins kurz vor dem Anpfiff im Tunnel verteilt wurden, zeigten auf der Vorderseite den Slogan „Todos somos caballas“ – eine Anspielung auf die traditionelle Bezeichnung der Einwohner Ceutas – sowie das Wappen der Stadt und die Flaggen Spaniens und der autonomen Stadt. Während die meisten Spieler das Kleidungsstück wie vorgesehen trugen, zeigten die Real-Madrid-Spieler Kylian Mbappé, Vinícius Júnior und Ibrahima Konaté die volle Botschaft der Initiative nicht. Konaté trug das gefaltete Trikot während des gesamten Eröffnungsprotokolls in den Händen, während Mbappé und Vinícius es über die Schultern legten und den Stoff auf Brusthöhe bündelten, um den Text vor den Kameras zu verbergen. Alle drei Spieler zogen die Trikots Sekunden nach den offiziellen Mannschaftsbegrüßungen aus.
- Zehntausende gelangen bei der größten Grenzüberschreitung aus Marokko seit 2021 nach Ceuta
- Die Mannschaften von Elche und Real Madrid erhalten Solidaritätstrikots mit dem Wappen von Ceuta
- Konaté trägt das Trikot in der Hand, während Mbappé und Vinícius es gefaltet über die Schultern legen
- Die drei Spieler ziehen die Trikots unmittelbar nach den Begrüßungen mit den Elche-Spielern aus
Interne Vereinsreaktion und Medienkritik
Das Verhalten der drei Fußballer löste nach der Live-Übertragung bei Movistar Plus+ sofort Debatten in der spanischen Sportpresse und in den sozialen Netzwerken aus. Eine interne Quelle von Real Madrid erklärte, der Verein betrachte das Verhalten als persönliche Entscheidung, die von individuellen Empfindlichkeiten bestimmt sei und von der Entscheidung der Vereinsführung abweiche, Elches Tribut zu unterstützen. In der Radiosendung Tiempo de Juego kritisierte Kommentator Paco González den Kompromiss, die Trikots unvollständig zu tragen, und argumentierte, Spieler müssten institutionelle Anweisungen befolgen oder sie vollständig ablehnen. González merkte an, dass die Kampagne eine humanitäre soziale Initiative und keine politische Aussage darstelle, und fügte hinzu, das halbherzige Tragen des Trikots sei ein Mangel an Respekt gegenüber der Institution.
Es ist eine Vereinsangelegenheit, der Verein sagt dir, du sollst es tragen, und du trägst es. Wenn es gegen eine persönliche Vorstellung von dir verstößt, trägst du es nicht.
Breitere LaLiga-Kampagne und Grenzspannungen
Die Kampagne „Todos somos caballas“ folgt auf eine Migrationskrise, die Ende Juli 2026 begann, als Zehntausende Menschen auf dem größten Zustrom an der Grenze seit 2021 illegal von Marokko nach Ceuta gelangten. Die symbolischen Tributaktionen im spanischen Fußball haben aufgrund diplomatischer und politischer Empfindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Gebiet unterschiedliche Reaktionen bei Vereinen und einzelnen Sportlern hervorgerufen. Der FC Barcelona lehnte es als Institution formell ab, an den jüngsten Auswärtsspielen gegen Elche und Levante an der Ehrung teilzunehmen. In einer anderen Begegnung trug Real Betis‘ Flügelspieler und marokkanischer Nationalspieler Ez Abde das Solidaritätstrikot während eines Spiels gegen Villarreal, entfernte später jedoch Fotos von seinem Instagram-Konto, nachdem er von Online-Nutzern in Marokko Beleidigungen, Drohungen und Vorwürfe des Verrats erhalten hatte.
Es war ein soziales Trikot zur Unterstützung einer Bevölkerung und ihrer Bewohner, unabhängig von ihrer Nationalität, die eine schwierige Situation durchmachten. Dies ist nun keine Entschuldigung gegenüber irgendjemandem, und jeder, der dies nutzen möchte, um an meiner Liebe zu meinem Land zu zweifeln, steht es frei, das zu tun. Ich werde weiterhin jeden Tag mit erhobenem Kopf leben und meine Wurzeln mit Stolz und Opferbereitschaft vertreten.

