Arbeitgeberpräsident sieht SPD-Kurswechsel gegenüber der Wirtschaft vor Wahl in Mecklenburg-Vorpommern
Lars Schwarz begrüßt den neuen partnerschaftlichen Ton der Landes-SPD, kritisiert jedoch das Vergabegesetz, während die AfD in Umfragen vor der Wahl am 20. September deutlich führt.
Ein neuer Ton gegenüber der Wirtschaft
Lars Schwarz, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern, lobte eine Kursänderung im Wahlprogramm der Landes-SPD für die Landtagswahl am 20. September. Er erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, das auf einem Parteitag in Wismar am vergangenen Wochenende verabschiedete Programm stelle im Umgang mit Unternehmern eine deutliche Verbesserung gegenüber der Fassung von 2021 dar.
Damals wurde der Unternehmer vor allem als jemand gesehen, den es zu kontrollieren und zu regulieren gilt. Jetzt ist der Unternehmer eher ein Partner, der gemeinsam mit den Beschäftigten Teil der Lösung ist.
Er begrüßte das Bekenntnis zur engen Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern bei der Lösungsfindung.
Energiekosten und Bürokratie
Schwarz bezeichnete die Bereitschaft der SPD, sich für niedrigere Energiekosten einzusetzen – etwa indem günstiger, lokal erzeugter Ökostrom direkt an lokale Verbraucher weitergegeben werden kann – als positiv. Er merkte jedoch an, dass eine solche Entscheidung nicht von einer Landesregierung getroffen werden könne.
Das ist eine Angelegenheit der Bundesnetzagentur.
Er beschrieb die derzeitige Unmöglichkeit, lokalen Ökostrom direkt zu liefern, als Hindernis.
Kritik am Vergabegesetz
Der Arbeitgeberverband steht dem Tariftreue- und Vergabegesetz des Landes weiterhin kritisch gegenüber. Schwarz argumentierte, es impliziere, dass Unternehmer, die nicht in Arbeitgeberverbänden organisiert sind, Arbeitgeber zweiter Klasse seien. Seiner Ansicht nach stehe dies im Widerspruch zum Grundgesetz.
Die Freiheit, einem Arbeitgeberverband oder einer Gewerkschaft beizutreten oder nicht, wird hier verletzt.
Er fügte hinzu, dass Unternehmen, die öffentliche Aufträge in Mecklenburg-Vorpommern annehmen, nachweisen müssen, dass sie Tariflöhne zahlen – eine kostspielige Anforderung, die den Bemühungen zum Bürokratieabbau entgegenstehe. Infolgedessen würden viele kleinere Firmen davon absehen, sich auf öffentliche Ausschreibungen zu bewerben. „Das führt nicht zu mehr Wettbewerb und macht die Dinge für die öffentliche Hand letztlich nicht billiger“, sagte er.
Wahlkampflandschaft
Die SPD ist derzeit stärkste Kraft im Schweriner Landtag und strebt an, dies auch nach der Wahl am 20. September zu bleiben. Umfragen sehen sie jedoch bei 27 Prozent, deutlich hinter der AfD, die in einer Erhebung zuletzt auf 36 Prozent Zustimmung kam.
- SPD
- 27 %
- AfD
- 36 %
Die Wahl wird über die Zusammensetzung des Landtags in der nordöstlichen Region entscheiden, in der die SPD historisch stark verankert ist.


