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Regierung·vor 2 Std.

Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh kritisiert Bundespartei für Untätigkeit beim Mietendeckel und nennt ihn rote Linie vor der Septemberwahl

Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh hat die Bundespartei öffentlich gerügt und ihr vorgeworfen, nicht für eine bundesweite Öffnungsklausel für den Mietendeckel zu kämpfen. Er fordert, das Thema vor der Berliner Septemberwahl zur roten Linie zu erklären.

Innerparteiliche Kritik

Der Berliner SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh hat den Druck auf die eigene Bundesführung erhöht und der Deutschen Presse-Agentur gesagt, die Unterstützung des Bundesvorstands für einen Mietendeckel sei nichts als Lippenbekenntnis. Die Partei müsse das Thema nun zur obersten Priorität machen und den Koalitionspartner CDU drängen, den rechtlichen Weg für die Länder freizumachen.

Der Bundesvorstand hat sich positioniert, unsere Forderung endlich zu unterstützen. Bisher sieht es aber nur nach einem Lippenbekenntnis aus.

Er forderte, dass die Sicherung der Öffnungsklausel für den Mietendeckel zu einer der obersten Prioritäten der SPD bei den laufenden Reformdiskussionen auf Bundesebene werde.

Die Forderung

Saleh argumentierte, eine Öffnungsklausel auf Landesebene koste den Bund nichts und verschaffe den Menschen in allen Ballungsräumen sofort Luft. Er bezeichnete die Mietfrage als die soziale Gerechtigkeitsfrage der Zeit und rief die Bundes-SPD auf, sie zur roten Linie zu erklären.

Die Mietfrage ist die Gerechtigkeitsfrage unserer Zeit. Und deshalb muss die Bundes-SPD sie zur roten Linie erklären.

Er warnte, das Zögern auf Bundesebene schade dem Wahlkampf der Partei in Berlin, wo das Vertrauen in die Bundesregierung schwinde.

Politischer Kontext

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hatte Mitte Mai nach innerparteilichen Beratungen erklärt, die Partei wolle das Thema auf die Tagesordnung setzen und den Ländern ermöglichen, selbst über einen Mietendeckel zu entscheiden.

Wir wollen die Bundesländer in die Lage versetzen, selbst über einen Mietendeckel zu entscheiden.

Salehs öffentliche Rüge deutet auf Enttäuschung über das Tempo der Umsetzung hin. Berlin hatte zuvor einen Mietendeckel eingeführt, den das Bundesverfassungsgericht 2021 jedoch kippte, weil den Ländern die Befugnis für eine solche Maßnahme fehlte. Eine Öffnungsklausel auf Bundesebene würde das ändern.

Unterschied zum Mietpreisstopp

Anders als die bestehende Mietpreisbremse, die Erhöhungen bei Neuvermietungen begrenzt, würde ein vollständiger Mietendeckel die Mieten auf einem landesweit festgelegten Niveau einfrieren und weitere Erhöhungen verbieten. Der Vorstoß der SPD für eine Öffnungsklausel würde es jedem Bundesland ermöglichen, einen eigenen Deckel einzuführen.

Wahltermin rückt näher

Berlin wählt am 20. September 2026 ein neues Landesparlament. Saleh deutete an, dass das Zögern des Bundes bereits den lokalen Wahlkampf beeinträchtige, und sagte, das fehlende Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesregierung sei spürbar.

Gerade jetzt in meinem Wahlkampf in Berlin erlebe ich, wie das Herumeiern auf Bundesebene unseren Wahlkampf behindert. Die Menschen haben kein Vertrauen in die Bundesregierung, und das spüren wir.

Berlin

3 Quellen

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