Spaniens Hausverkäufe fallen im April um 1,8 % – Rückgang hält vierten Monat an
Der spanische Immobilienmarkt verzeichnete im April den vierten monatlichen Rückgang der Transaktionen in Folge. Die Verkäufe fielen laut INE-Daten um 1,8 % im Jahresvergleich auf 53.241 – der schwächste Wert seit Dezember 2024, belastet durch hohe Preise und steigende Finanzierungskosten.
Nationaler Trend verschlechtert sich
Laut Nationalem Statistikinstitut (INE) wurden im April 53.241 Hausverkäufe registriert, ein Rückgang von 1,8 % gegenüber dem Vorjahr und der vierte Monat mit Rückgängen. Dem Rückgang vorausgegangen waren ein Minus von 5 % im Januar, ein Rückgang von 0,5 % im Februar und ein Minus von 2,2 % im März. Seit Jahresbeginn sind die Transaktionen um 2,4 % gesunken, nach einem Rekordjahr 2025 mit 714.237 Verkäufen – dem höchsten Stand seit dem Immobilienboom 2007. Im Vergleich zum März brachen die April-Verkäufe um 13,1 % ein.
- Jan 2026
- -5 %
- Feb 2026
- -0.5 %
- Mär 2026
- -2.2 %
- Apr 2026
- -1.8 %
Gebrauchte Immobilien bremsen, Neubauten kaum positiv
Der Rückgang wurde fast vollständig vom Gebrauchtmarkt getragen, der mehr als 78 % aller Transaktionen ausmacht. Die Verkäufe von gebrauchten Immobilien fielen um 2,4 % auf 41.783 – der niedrigste Wert für einen April seit 2023. Die Neubauverkäufe stiegen marginal um 0,6 % auf 11.458 und beendeten damit eine dreimonatige Verlustserie, liegen aber immer noch weit unter dem Tempo, das zur Schließung der Lücke nötig wäre. Der geförderte Wohnungsbau brach um 12,3 % auf nur 3.295 Einheiten ein, während die Verkäufe auf dem freien Markt um 1 % auf 49.946 nachgaben.
- Gebraucht
- 41783
- Neu
- 11458
Regionen zwischen Gewinnen und starken Einbrüchen gespalten
Das nationale Bild verbirgt starke regionale Unterschiede. Kantabrien führte die Gewinne mit einem Anstieg von 22,53 % im Jahresvergleich an, gefolgt vom Baskenland (8,77 %) und Katalonien (7,79 %). Am anderen Ende verzeichnete Navarra einen Einbruch von 29,05 %, Madrid einen Rückgang von 10,98 % und Kastilien und León ein Minus von 9,42 %. Andalusien und die Valencianische Gemeinschaft fielen um 3 % bzw. 7 %, während Extremadura, La Rioja und die Kanarischen Inseln bescheidene Zuwächse von 2–3 % verzeichneten.
- Kantabrien
- 22.53 %
- Baskenland
- 8.77 %
- Katalonien
- 7.79 %
- Kanarische Inseln
- 2.9 %
- La Rioja
- 2.8 %
- Extremadura
- 2.3 %
- Andalusien
- -3 %
- Valencianische Gemeinschaft
- -7 %
- Kastilien und León
- -9.42 %
- Madrid
- -10.98 %
- Navarra
- -29.05 %
Analysten sehen Wendepunkt nach Rekordjahr
Francisco Iñareta, Sprecher des Immobilienportals Idealista, sagte, die Daten deuteten darauf hin, dass der Markt an einem Wendepunkt stehe, wenn nicht sogar an einem vollständigen Zykluswechsel.
Der Markt scheint sich, wenn nicht in einem Zykluswechsel, so doch zumindest an einem Wendepunkt zu befinden. Die Immobilien haben Preise erreicht, die den Zugang für einen großen Teil der Nachfrage unmöglich machen. Und die steigenden Finanzierungskosten erschweren ihre Möglichkeiten zusätzlich. In dieser Situation scheint klar, dass wir auf ein Szenario der Preisstabilisierung zusteuern.
Ferran Font, Forschungsleiter bei Pisos.com, verwies auf den Vergleich mit außergewöhnlich starken Monaten im Jahr 2025 als Schlüsselfaktor.
Die Daten deuten darauf hin, dass der Wohnimmobilienmarkt nach einem Rekordjahr 2025 in eine Phase leichter Abwärtsstabilisierung eintritt. Die Aktivität bleibt auf hohem Niveau, aber die Jahresvergleichsentwicklung zeigt einen fortschreitenden Intensitätsverlust, insbesondere aufgrund des Vergleichseffekts mit außergewöhnlich starken Monaten.
Font fügte hinzu, dass die Zinserhöhungen der EZB bereits zu höheren Euribor-Sätzen führen, was wahrscheinlich die Kosten für neue Hypotheken in die Höhe treiben und einen Teil der Nachfrage abkühlen wird.
Angebotslücke zeichnet sich ab
Die Banco de España warnte am Donnerstag, dass das Land 750.000 zusätzliche Wohnungen benötigt, um die aktuelle Nachfrage zu decken – ein Defizit, das jedes Jahr größer wird. Bei weiterhin hohen Preisen und teurer werdenden Krediten deutet die Kombination aus schwachem Neubau und schrumpfenden Gebrauchtverkäufen darauf hin, dass die Verlangsamung über das zweite Quartal hinaus anhalten könnte.


