
Wohnen und Lebensmittel verschlingen 2025 die Hälfte der spanischen Haushaltsbudgets – Kosten steigen stärker als die Inflation
Die durchschnittlichen Haushaltsausgaben in Spanien stiegen 2025 um 3,1 Prozent auf 35.101 Euro, wobei die Wohn- und Nebenkosten mit einem Rekordanteil von 33,2 Prozent zu Buche schlugen, wie das INE berichtete. Die Ausgaben für Lebensmittel stiegen um 4,4 Prozent, während die Ausgaben für Alkohol und Restaurantbesuche sanken.
Ausgaben steigen, aber verschieben sich hin zu Grundbedürfnissen
Spanische Haushalte gaben 2025 durchschnittlich 35.101 Euro aus, 1.057 Euro (3,1 Prozent) mehr als 2024, wie die vom INE am 25. Juni veröffentlichte Familienbudgeterhebung zeigt. Pro Person stiegen die Ausgaben um 3,2 Prozent auf 14.066 Euro. Der Anstieg übertraf die Inflationsrate von 2,9 Prozent für das Jahr, was bedeutet, dass der reale Konsum leicht zunahm. Die Ausgaben sind nun fünf Jahre in Folge gestiegen. Die Aufschlüsselung zeigt eine starke Verlagerung hin zu Wohnen, Lebensmitteln und Verkehr.
- Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe
- 33.2 %
- Lebensmittel und alkoholfreie Getränke
- 16 %
- Verkehr
- 11.5 %
- Restaurants und Unterkünfte
- 9.3 %
- Sonstiges (Freizeit, Gesundheit, Kommunikation usw.)
- 30 %
Wohnen frisst Rekordanteil
Die größte Belastung für die Haushaltsbudgets war das Wohnen: Die Haushalte gaben durchschnittlich 11.665 Euro für Hypothek oder Miete, Strom, Gas, Wasser und Instandhaltung aus. Diese Summe absorbierte 33,2 Prozent aller Ausgaben, gegenüber 8.737 Euro im Jahr 2016. Die Kategorie stieg im Jahresvergleich um 5,8 Prozent, was einer Mehrbelastung von 636 Euro pro Haushalt entspricht. Seit 2016 sind die Wohnkosten um 33,5 Prozent gestiegen, weit über der kumulierten Inflation von 30,5 Prozent. Bereinigt um die von der Pandemie betroffenen Jahre liegt der Wohnanteil auf einem Allzeithoch.
Eine Wohnkostenbelastung von über 35 Prozent des Einkommens stellt ein finanzielles Risiko dar.
Lebensmittel und andere Grundbedürfnisse steigen
Lebensmittel und alkoholfreie Getränke absorbierten 5.626 Euro (16 Prozent des Budgets), ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber 2024. Fleisch war der größte einzelne Lebensmittelposten, gefolgt von Brot, Milchprodukten, Fisch und Gemüse. Der Verkehr lag mit 4.020 Euro (11,5 Prozent) an dritter Stelle. Zusammen machten Wohnen, Lebensmittel und Verkehr über 60 Prozent aller Haushaltsausgaben aus. Die Ausgaben für Körperpflege und Schutz stiegen um 5,2 Prozent auf 1.293 Euro, während Freizeit, Sport und Kultur um 4,7 Prozent auf 1.772 Euro zulegten.
Scharfe Kluft zwischen Arm und Reich
Die Belastung ist ungleich verteilt. Die ärmsten 20 Prozent der Haushalte steckten 41,9 Prozent ihrer Ausgaben allein ins Wohnen und übertrafen damit deutlich die Risikoschwelle von 35 Prozent der Bank von Spanien. Addiert man die Lebensmittel, steigt der Anteil auf 61,5 Prozent, sodass nur 38,5 Prozent für alles andere (Verkehr, Gesundheit, Bildung, Freizeit) übrig bleiben. Die reichsten 20 Prozent gaben 28,9 Prozent für Wohnen und 41,2 Prozent für Wohnen plus Lebensmittel aus, wobei ein Drittel ihrer Ausgaben auf Verkehr, Restaurants und Freizeit entfiel.
- Untere 20 Prozent
- 41.9 %
- Obere 20 Prozent
- 28.9 %
Restaurants, Alkohol und Tabak im Rückzug
Nicht alle Ausgaben stiegen. Die Ausgaben für alkoholische Getränke und Tabak fielen um 3,4 Prozent auf 432 Euro – der stärkste Rückgang in dieser Kategorie. Die Ausgaben für Restaurants und Hotels sanken um 2,7 Prozent auf 3.282 Euro, während Möbel- und Haushaltswaren um 2,1 Prozent und die Kommunikation um 2 Prozent zurückgingen. Junge Haushalte (Haushaltsvorstand unter 30) gaben den geringsten Anteil für Alkohol aus (0,79 Prozent des Budgets), aber den größten für Restaurants (12,2 Prozent), während ältere Haushalte das Muster umkehrten.
Haushaltstyp ist entscheidend
Paare mit Kindern hatten mit durchschnittlich 44.438 Euro die höchsten Ausgaben, 1.275 Euro mehr als 2024. Einpersonenhaushalt gaben halb so viel aus: 23.784 Euro für Unter-65-Jährige und 23.024 Euro für Über-65-Jährige, wobei die jüngeren Singles den größten Sprung verzeichneten, ein Plus von 7 Prozent. Die Daten zeigen auch, dass Männer sowohl für Alkohol als auch für Essen außer Haus mehr ausgeben als Frauen.


