
Einkommen spanischer Vermieter viermal so hoch wie das der Mieter, Vermögenslücke 450-fach
Eine Regierungsstudie zeigt, dass Mehrfachvermieter 80.375 € pro Jahr verdienen gegenüber 21.335 € für Mieter, während ihr Nettovermögen 450-mal höher ist und der Wohneigentumsanteil unter jungen Spaniern einbricht.
Ein vom spanischen Verbraucherschutzministerium in Zusammenarbeit mit dem CSIC veröffentlichter Bericht zeigt, dass der Wohnungsmarkt des Landes zu einem starken Motor der Ungleichheit geworden ist, wobei die Kluft zwischen Mietern und Vermietern traditionelle Unterschiede wie Alter oder Einkommen weit übertrifft. Gestützt auf die Familienfinanzumfrage der spanischen Zentralbank stellt die Studie fest, dass Mehrfachvermieter (diejenigen, die zwei oder mehr Immobilien vermieten) über ein mittleres Jahreseinkommen von fast dem Vierfachen der Mieter und ein Nettovermögen von 450-mal so hoch verfügen.
Einkommenskluft
Das mittlere Jahreseinkommen von Mieterhaushalten beträgt 21.335 €. Eigentümer, die in ihrer eigenen Immobilie wohnen, verdienen 32.120 €, während Vermieter mit einer einzigen Mieteinheit 50.959 € erreichen. Mehrfachvermieter liegen an der Spitze mit 80.375 €. Der Bericht stellt fest, dass der Mietmarkt nicht nur tiefe Ungleichheiten widerspiegelt, sondern auch als Mechanismus fungiert, durch den einkommensschwächere Haushalte einen Teil ihres Einkommens an wohlhabendere Gruppen übertragen.
- Mieter
- 21335 €
- Eigentümer (selbstnutzend)
- 32120 €
- Vermieter (1 Mietobjekt)
- 50959 €
- Mehrfachvermieter (2+)
- 80375 €
Vermögenskluft
Die Vermögenszahlen sind noch deutlicher. Mieter besitzen ein mittleres Nettovermögen von nur 2.217 €. Selbstnutzende Eigentümer haben 193.919 €, Einzelvermieter 407.975 € und Mehrfachvermieter 996.826 €. Das bedeutet, dass das Vermögen eines Mehrfachvermieters 450-mal so hoch ist wie das eines typischen Mieterhaushalts.
- Mieter
- 2217 €
- Eigentümer (selbstnutzend)
- 193919 €
- Vermieter (1 Mietobjekt)
- 407975 €
- Mehrfachvermieter (2+)
- 996826 €
Der Zugang zu Wohnraum deckt nicht nur ein Grundbedürfnis: Er ist auch ein Mechanismus zur Verteilung von Wohlstand und ein entscheidender Faktor für wirtschaftliche Ungleichheiten.
Generationenzusammenbruch
Die Studie dokumentiert auch einen dramatischen Rückgang des Wohneigentums unter jungen Menschen. Im Jahr 2011 besaßen 69,3 % der unter 35-Jährigen ein Eigenheim; bis 2022 war dieser Anteil auf 31,8 % eingebrochen. Ältere Altersgruppen verzeichneten geringere Rückgänge, was die Vermögenslücke zwischen den Generationen vergrößerte. Das mittlere Nettovermögen nach Alter reicht von 20.069 € für unter 35-Jährige bis zu 223.960 € für die 65- bis 74-Jährigen.
- Unter 35
- 20069 €
- 35-44
- 76932 €
- 45-54
- 128172 €
- 55-64
- 189872 €
- 65-74
- 223960 €
- Über 74
- 221254 €
Wohnen als Ungleichheitsmotor
Die zentrale Erkenntnis des Berichts ist, dass die Position eines Haushalts auf dem Wohnungsmarkt (Mieter, Eigentümer oder Vermieter) heute einen größeren Einfluss auf die wirtschaftliche Ungleichheit hat als Alter oder Einkommensniveau. Die Autoren argumentieren, dass die Schwierigkeit, Wohneigentum zu erlangen, insbesondere für jüngere Haushalte, die Struktur der Vermögensbildung über Generationen hinweg neu gestaltet.
Junge Menschen sind nicht ärmer, weil sie jung sind, sondern hauptsächlich, weil sie Mieter sind.


