Kurz gefasst
CCOO und UGT meldeten den 24-stündigen Generalstreik am 19. Oktober in Madrid und am 22. Oktober in Asturien an – den ersten solchen Streik seit 14 Jahren.
Zapico nennt einen Anstieg der Wohnungspreise um 80 % gegenüber einem Lohnplus von 24 % und fordert Lohnerhöhungen von rund 7 % sowie einen Mindestlohn von mindestens 1.300 Euro.
Sordo und Álvarez fordern PP und Vox auf, vor der Parlamentswahl am 29. November in der Rentenfrage transparent zu sein; Feijóo hat Änderungen bei den Krankmeldungsregeln ins Spiel gebracht.
- 24.10.Geplanter Marsch in Lissabon vom Marquês de Pombal zum Rossio
- 11.11.24-stündiger Generalstreik in Spanien
- 29.11.Parlamentswahl in Spanien
Ein Generalstreikaufruf für den 11. November
CCOO und UGT haben einen 24-stündigen Generalstreik für den 11. November angemeldet – laut den Quellen der erste seiner Art seit 14 Jahren. Die Dachverbände reichten den Aufruf am Montag, 19. Oktober, in Madrid ein, die CCOO- und UGT-Verbände in Asturien meldeten ihre Version am 22. Oktober an. In Katalonien reichten die beiden Gewerkschaften den Streik in den Tagen zuvor beim Arbeitsministerium der Generalitat ein, wobei der Sindicat de Llogateres zur Teilnahme eingeladen wurde. Die Gewerkschaften planen Arbeitsniederlegungen und Streikposten, koordiniert über territoriale und Online-Versammlungen, mit dem Ziel, Mieterinitiativen und andere soziale Organisationen einzubinden.
Wohnen, Löhne und Lebenshaltungskosten
Javier Fernández Lanero, Generalsekretär der UGT in Asturien, bezeichnete das Wohnen als Instrument der Ungleichheit und Armut statt als Verfassungsrecht und Grundgut. José Manuel Zapico, sein CCOO-Amtskollege, sagte, die Wohnungspreise in Asturien seien um 80 % gestiegen, während die Löhne um 24 % zulegten. Zapico forderte Lohnerhöhungen von rund 7 % und verwies auf eine Inflation, die seiner Prognose zufolge bis Jahresende 5 % erreichen könnte, sowie einen Mindestlohn von mindestens 1.300 Euro.
- Wohnungspreise
- 80 %
- Löhne
- 24 %
Daten aus dem Artikeltext
„Wir institutionalisieren die Existenz der arbeitenden Armen.“
Lanero argumentierte, die Wohnungsforderungen müssten sich auch an die Arbeitgeber richten, da sie die Arbeitswelt unmittelbar beträfen.
Renten im Wahlkampf
Unai Sordo von der CCOO und Pepe Álvarez von der UGT wurden in der mit EFE ausgestrahlten Sendung Los Desayunos interviewt und forderten die Parteien, insbesondere PP und Vox, auf, Klartext zu ihren Rentenplänen zu reden. Sordo warnte, ein auf privater Vorsorge basierendes Mischsystem würde die Menschen mit Armutsrenten zurücklassen, und das öffentliche System könne nicht zusammenbrechen, weil es aus öffentlichen Einnahmen finanziert werde. Álvarez nannte die Behauptung, das Rentensystem sei nicht nachhaltig, eine Beleidigung der Intelligenz und sagte, die Kritik diene finanziellen Interessen, die den öffentlichen Charakter beenden wollten.
„Wenn jemand nicht 15 % des BIP für Renten ausgeben will, soll er das sagen.“
Die Gewerkschaften rahmten den Streik als Antwort auf die Parlamentswahl am 29. November ein, nicht nur auf den Wahlkampf. Der PP-Kandidat Alberto Núñez Feijóo hat bereits Änderungen bei den Krankmeldungsregeln und der Tarifverhandlung ins Spiel gebracht, die nach Ansicht der Gewerkschaften ihre Interessen schädigen würden.
Katalonien und ein Streik, der die Mobilisierung wiederbeleben soll
Belén López, Generalsekretärin von CCOO de Catalunya, sagte, „die Ära der großen Pakte ist vorbei, es ist Zeit zu mobilisieren“, und beschrieb den Streik als Konfrontation statt Verhandlung. Ihre Gewerkschaft verweist darauf, dass Katalonien das niedrigste Niveau an Arbeitskonflikten seit einem Jahrzehnt habe, das Pandemiejahr 2021 ausgenommen. Bislang im Jahr 2026 hätten Streiks jeden Beschäftigten durchschnittlich 18 Stunden pro Jahr gekostet, und 53.908 Menschen hätten an Protesten teilgenommen – in einem Arbeitsmarkt mit vier Millionen Beschäftigten. López sagte, die Gewerkschaften erwarteten, dass die Arbeitgeber sich Lohnerhöhungen und kürzeren Arbeitszeiten ohne Druck von Protesten widersetzen würden.
Lissabons Jugendcamp will einen iberischen Streik
In Lissabon hat eine Jugendbewegung, die auf dem Rossio-Platz campiert, einen Generalstreik am selben Tag wie in Spanien, dem 11. November, vorgeschlagen. Ihr Sprecher João Veloso sagte, Hauptziel sei die Aufhebung des neuen Mietgesetzes; die Gruppe fordere zudem Mietobergrenzen, die Enteignung leerstehender Gebäude für bezahlbare Mieten und mehr öffentlichen Wohnraum. Veloso sagte, das Camp werde trotz Warnungen der Behörden auf dem Platz bleiben, und die portugiesischen Gewerkschaften CGTP und UGT hätten auf die Anfrage noch nicht förmlich reagiert.
„Es wäre sehr gut, wenn dieser Generalstreik iberisch wäre.“
Die Bewegung hat für Samstag, den 24. Oktober, einen Marsch vom Platz Marquês de Pombal zum Rossio angekündigt.