
Spanier fürchten, dass das Rentensystem die Jungen im Stich lässt – 79% bezweifeln, dass Reformen ausreichen
Eine neue Funcas-Umfrage offenbart tiefe öffentliche Pessimismus über die Nachhaltigkeit des spanischen Rentensystems: 68% erwarten, dass es zu einem großen wirtschaftlichen Problem wird, und 70% sagen, die Jungen werden die Hauptlast tragen.
Verbreiteter Pessimismus
68% der Spanier glauben, dass Rentenzahlungen bald zu einem großen wirtschaftlichen Problem werden, so die Funcas-Umfrage unter 1.127 Personen (einige Berichte sprechen von über 1.200). Die größte Sorge herrscht bei den 18- bis 45-Jährigen, von denen drei Viertel diese Ansicht teilen, verglichen mit nur 53% der über 60-Jährigen.
- 18-45
- 75 %
- 46-60
- 67 %
- 60+
- 53 %
Generationenkonflikt
Unter denen, die ein Problem voraussehen, sagen 70%, dass die Jungen am stärksten betroffen sein werden, während nur 17% auf die Älteren verweisen. Selbst unter den Rentnern stimmt die Mehrheit zu, dass die Jungen die Hauptlast tragen werden. 56% aller Befragten glauben, dass Arbeitnehmer unter 40 wirtschaftlich bereits schlechter dastehen als Rentner.
Es sind die Älteren selbst, die erkennen, dass junge Menschen größtenteils nicht die wirtschaftliche Position genießen, die sie selbst innehaben.
Reformen als unzureichend angesehen
79% der nicht im Ruhestand befindlichen Arbeitnehmer glauben, dass die zwischen 2021 und 2023 verabschiedeten Reformen nicht ausreichen, um ihre zukünftige Rente zu sichern. Die Skepsis erreicht bei den 31- bis 45-Jährigen mit 90% ihren Höhepunkt. 93% erwarten weitere Reformen vor ihrer Rente, eine Ansicht, die von zwei Dritteln der über 60-Jährigen geteilt wird.
Widerstand gegen harte Maßnahmen
80% der Spanier lehnen eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ab. Nur 41% befürworten eine Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge, und 31% unterstützen eine spezielle Steuer zur Finanzierung der Renten. 58% bevorzugen eine beitragsabhängige Rente gegenüber einer, die ein komfortables Leben garantiert.
- Beiträge erhöhen
- 41 %
- Spezielle Steuer
- 31 %
- Rentenalter auf 70 anheben
- 20 %
Politischer Hintergrund
Die Reformen, die vom damaligen Minister José Luis Escrivá unter EU-Aufsicht entworfen und von der derzeitigen Ministerin Elma Saiz umgesetzt wurden, umfassten höhere Beiträge und eine Kopplung der Renten an die Inflation. Die unabhängige Finanzbehörde AIReF hat wiederholt gewarnt, dass die Maßnahmen die Nachhaltigkeit nicht garantieren. Deutschland bewegt sich in Richtung einer obligatorischen privaten Altersvorsorge und einer Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.
Der Erfolg von Reformen kann nur in einer fundierten technischen Gestaltung liegen, die neben der Verbesserung der finanziellen Nachhaltigkeit der Renten auch den Bürgern aller Generationen gut erklärt wird und so Vertrauen schafft.


