
Spaniens Verkehrsminister unterstützt Touristenabgaben und weist Ryanair-Forderungen nach Flughafengebühren zurück
Verkehrsminister Óscar Puente unterstützte kommunale Touristensteuern in Zielen mit hoher Dichte und beschuldigte Ryanair, Lieferengpässe bei Flugzeugen durch Forderungen nach Senkungen der Flughafengebühren zu kaschieren.
Kommunale Dienstleistungen und saisonale Bevölkerungen
Spaniens Minister für Verkehr und nachhaltige Mobilität, Óscar Puente, befürwortete die Einführung kommunaler Touristensteuern, um Gemeinden bei der Finanzierung wesentlicher öffentlicher Dienstleistungen zu helfen, die durch hohe Besucherzahlen belastet werden. In einem Interview in Alicante bezeichnete Puente solche Abgaben als vernünftige Mechanismen, um sicherzustellen, dass Besucher zu der von ihnen genutzten Infrastruktur beitragen. Er verwies auf Mittelmeerziele wie Alicante, Valencia und Benidorm, wo große saisonale Zuströme überproportionalen Druck auf die kommunale Abwasserentsorgung und die örtliche Polizei ausüben.
Benidorm hat zum Beispiel eine enorme saisonale Bevölkerung.
Puente erklärte, dass kommunale Haushalte, die ausschließlich auf ständige Einwohner angewiesen sind, in Schwierigkeiten geraten, wenn sich die temporäre Bevölkerung vervielfacht. Nach der spanischen Rechtsstruktur entscheiden die Autonomen Gemeinschaften, ob sie Touristenaufschläge genehmigen. Derzeit gelten obligatorische Abgaben nur in Katalonien und auf den Balearen. In Katalonien erhebt die Stadt Barcelona einen zusätzlichen kommunalen Aufschlag, der die Gesamtsätze auf bis zu 11 Euro pro Nacht bringt.
Regionale Einführung in ganz Spanien
Andere Autonome Gemeinschaften bewegen sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in Richtung lokaler Abgaben. In Galicien, wo Touristensteuern subventioniert werden, erheben Santiago de Compostela und La Coruña bereits Tagessätze zwischen 1 Euro und 2,50 Euro, und Vigo soll die Gebühr am 1. Oktober 2026 einführen. Das Baskenland hat einen regionalen Ökosteuer-Rahmen genehmigt, der am 1. Januar 2027 in Kraft tritt und es San Sebastián, Bilbao und Vitoria erlaubt, zwischen 0,50 Euro und 6,50 Euro pro Besucher und Tag zu erheben.
- Óscar Puente spricht in einem Interview in Alicante über Flughafenkapazität und Touristenabgaben.
- Vigo führt eine kommunale Touristensteuer ein und schließt sich damit Santiago de Compostela und La Coruña an.
- Ein einheitlicher Ökosteuer-Rahmen tritt im gesamten Baskenland in Kraft.
Umgekehrt haben die Regionalregierungen in Andalusien, der Valencianischen Gemeinschaft und Madrid vorgeschlagene Touristensteuern abgelehnt. Gemeinden wie Sevilla und Valencia haben formell die Genehmigung zur Einführung lokaler Aufschläge beantragt, aber die Regionalregierungen haben deren Einführung blockiert.
Ryanair-Kapazitätskürzungen und Flughafengebühren
Puente kritisierte auch die irische Fluggesellschaft Ryanair und beschuldigte das Management, öffentliche Streitigkeiten über Flughafengebühren zu nutzen, um von branchenweiten Lieferverzögerungen bei Flugzeugen abzulenken. Der Minister erklärte, dass Lieferrückstände im gesamten Luftfahrtsektor die Fluggesellschaften daran hindern, bestellte Flugzeuge termingerecht zu erhalten. Zwischen 2025 und 2026 strich Ryanair 3 Millionen Sitzplätze an spanischen Regionalflughäfen und fügte 600.000 Sitzplätze an den wichtigsten Drehkreuzen Madrid, Barcelona, Palma und Málaga hinzu.
- Regionale Flughäfen
- -3000000 Sitzplätze
- Primäre Drehkreuze (Madrid, Barcelona, Palma, Málaga)
- 600000 Sitzplätze
Laut Puente verlagert die Fluggesellschaft Flugzeuge von weniger profitablen sekundären Drehkreuzen wie Valladolid zu profitablen Strecken an den Flughäfen Adolfo Suárez Madrid-Barajas und Barcelona-El Prat, ungeachtet höherer Betriebskosten an den Hauptstadtflughäfen. Die Äußerungen folgen auf Aussagen von Ryanair-DAC-Chef Eddie Wilson, der die Platzierung von Flugzeugen aus einer eingehenden Bestellung von 300 Flugzeugen an Senkungen der spanischen Flughafengebühren knüpfte.
Drehkreuzkapazität und Aena-Betrieb
Zur Verteidigung der vom staatlich gestützten Flughafenbetreiber Aena verwalteten Gebührenstruktur betonte Puente, dass die spanischen Luftfahrtgebühren im Vergleich zu breiteren europäischen Benchmarks wettbewerbsfähig blieben. Er verwies auf die operative Stellung von Aena auf internationalen Märkten.
Es gibt kein Land auf der Welt, das nicht Aena als Betreiber eines Flughafens haben möchte.
Mit Blick auf Prognosen, dass Spanien sich 100 Millionen jährlichen Touristen nähert, erklärte Puente, dass die wichtigsten Drehkreuze wie Madrid in Spitzenzeiten an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Er deutete an, dass die zukünftige Passagierausweitung hauptsächlich auf der Nutzung verfügbarer betrieblicher Slots außerhalb der Spitzenzeiten beruhen werde.


