
Mülldeponie-Einsturz in Conakry tötet mindestens 30 Menschen nach heftigen saisonalen Regenfällen
Ein Erdrutsch auf der Mülldeponie Dar Es Salam in der Hauptstadt Guineas begrub am Sonntag vor Tagesanbruch informelle Behausungen, forderte 30 Tote und 22 Verletzte – ausgerechnet an dem Tag, an dem die Deponie geschlossen werden sollte.
Einsturz über Nacht in Gbessia
Heftige saisonale Regenfälle ließen am Sonntag, den 23. August 2026, einen bergartigen Müllhaufen auf der Mülldeponie Dar Es Salam in Conakry einstürzen. Das Unglück ereignete sich im Bezirk Gbessia am Rande der Hauptstadt Guineas, wo tagelange anhaltende Regenfälle die Müllkippe durchnässten. Niederschläge, die zwischen 02:00 und 03:00 Uhr Ortszeit heftiger wurden, spülten über den Abfall und lösten einen Erdrutsch aus Schlamm und Müll aus. Die einstürzende Böschung begrub angrenzende informelle Siedlungen und ebnete mehrere Häuser und Hütten vor Tagesanbruch ein, während die Bewohner noch im Inneren waren.
Opferzahlen und Notfallmaßnahmen
Rettungskräfte, die durch den Schlamm gruben, bargen am Sonntagmorgen zunächst 18 Leichen, wobei der Verwaltungschef des Vororts, Lancine Sylla, frühzeitig warnte, dass die Opferzahlen hoch sein würden. Der guineische Zivilschutz verzeichnete daraufhin eine vorläufige Bilanz von 22 Toten, bevor ein formelles Regierungskommuniqué die bestätigte Todeszahl auf 30 erhöhte. Die Regierungserklärung meldete außerdem 22 verletzte Bewohner und gab an, dass 16 leichte Verletzungen erlitten, während sechs schwer verletzt wurden.
- Todesfälle
- 30
- Leichtverletzte
- 16
- Schwerverletzte
- 6
Rettungsteams und Sicherheitskräfte setzten Bagger und schwere Maschinen im Katastrophengebiet ein, um Tonnen von Schutt zu beseitigen und nach noch unter dem Müll Verschütteten zu suchen. Premierminister Amadou Oury Bah und die Ministerin für Territorialverwaltung und Dezentralisierung, Djenabou Touré, reisten am Sonntag direkt zum Ort, um die Rettungsarbeiten zu überwachen. Touré stellte bei ihrer Morgeninspektion fest, dass die endgültigen Opferzahlen vom Abschluss der Suchaktionen abhängen würden. Die guineische Regierung bestätigte, dass medizinische Ressourcen mobilisiert wurden, um die Verletzten zu versorgen und vertriebene Überlebende direkt zu unterstützen.
Deponieschließungsanordnungen und Sicherheitsmaßnahmen
Der Einsturz ereignete sich genau an dem Tag, an dem die Mülldeponie Dar Es Salam geschlossen werden sollte. Oberstleutnant Baldé Mamadou Bailo, der Hygieneoffizier des Pionierbataillons der Armee, bestätigte, dass die Anlage für Sonntag zur dauerhaften Schließung vorgesehen war. In den Tagen vor der Katastrophe hatte die Regierung Sicherheitseingriffe und die Evakuierung der Bewohner informeller Siedlungen rund um das Gelände angeordnet, da strukturelle Instabilität und Einsturzgefahr bestanden. Trotz dieser Vertreibungsanordnungen und Warnungen blieben die Haushalte in dem Hochrisikogebiet, als sich das Wetter verschlechterte.
- 2017
- 10
- 2026
- 30
Politische Reaktionen und historischer Präzedenzfall
Die Katastrophe löste Reaktionen guineischer Politiker zum Sicherheitsmanagement am Standort aus. Der ehemalige Premierminister und Oppositionsführer Cellou Dalein Diallo, der im Exil im Ausland spricht, forderte eine formelle Untersuchung der Ereignisse, die zu der Katastrophe führten.
Diese Tragödie ist umso besorgniserregender, als die Schließung der Deponie für diesen Sonntag, den 23. August, angekündigt wurde. Es ist nun an den zuständigen Stellen, mit voller Transparenz die Umstände zu ermitteln, die zu dieser Katastrophe geführt haben, und alle Konsequenzen zu ziehen.
Der Vorfall ist der tödlichste Mülldeponie-Einsturz in Guinea in den letzten Jahren und übertrifft einen Deponie-Einsturz in Conakry im August 2017, bei dem nach sintflutartigen Regenfällen 10 Menschen starben. Abfallwirtschaftsgefahren, die durch intensive saisonale Regenfälle verschärft werden, haben in den letzten Jahren ähnliche Katastrophen anderswo auf dem Kontinent ausgelöst, darunter tödliche Deponie-Einstürze in Äthiopien und Uganda.


