
Spanien reguliert Saisonvermietungen und erhöht Mehrwertsteuer auf Touristenwohnungen auf 21 % – neues Wohnungspaket
Die spanische Regierung wird noch vor August ein umfassendes Wohnungsdekret verabschieden, das eine Mehrwertsteuer von 21 % auf Touristenwohnungen und eine Verlängerung von Mietverträgen vorsieht, wie Regierungssprecherin Elma Saiz am Montag mitteilte.
Die Ankündigung
Regierungssprecherin Elma Saiz bestätigte am Montag, dass der Ministerrat „in den kommenden Wochen“, noch vor der Sommerpause im August, ein neues Wohnungsdekret verabschieden wird. Das Paket greift Maßnahmen wieder auf, die der Kongress im April abgelehnt hatte, darunter eine außerordentliche Verlängerung von Mietverträgen, und ergänzt eine Mehrwertsteuererhöhung auf Touristenwohnungen auf 21 %.
Es handelt sich um einen ehrgeizigen und übergreifenden Text, der das Problem des Zugangs zu Wohnraum umfassend angeht.
Zwei Maßnahmenblöcke
Das Dekret ist in zwei Teile gegliedert. Der erste zielt darauf ab, die Mieten zu senken, Verträge zu stabilisieren und Betrug zu bekämpfen. Er umfasst die Regulierung von Saison- und Zimmervermietungen, schriftliche Mietverträge sowie IRPF-Steuervergünstigungen für Vermieter, die die Mieten senken. Der zweite Block konzentriert sich auf die Mobilisierung von bezahlbarem Wohnraum, mit der Mehrwertsteuererhöhung auf Touristenwohnungen und verwaltungstechnischen Vereinfachungen.
- Der Kongress lehnt das vorherige Mietverlängerungsdekret ab.
- Die Regierung kündigt ein neues Wohnungspaket mit umfassenderen Maßnahmen an.
- Der Ministerrat soll das Dekret noch vor August verabschieden.
Politischer Kontext
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung versucht, nach Wochen, die von Korruptionsfällen dominiert waren, wieder die politische Agenda zu bestimmen. La Razón bezeichnete sie als Teil einer Vorwahlkampf-Offensive, wobei das Wohnungspaket als eines der großen Gesetzesvorhaben der Schlussphase der Legislaturperiode positioniert wird. Die Regierung beabsichtigt, Vorschläge einzubeziehen, die von verschiedenen politischen Kräften während der gesamten Legislaturperiode unterstützt wurden, damit „sich alle Gruppen vertreten fühlen“, so Saiz.
Ein Problem wie Wohnen kann nur durch Einigung gelöst werden, und wenn es heute einen Grund zur Einigung gibt, dann ist es zweifellos, auf die Hauptsorge der Bürgerinnen und Bürger zu reagieren.
Frühere Ablehnung
Das frühere Dekret, das eine Mietverlängerung bis zum 31. Dezember 2027 vorsah, wurde Ende April vom Kongress abgelehnt. Der neue Text erweitert den Umfang, um eine breitere parlamentarische Unterstützung zu gewinnen, obwohl die fragile Mehrheit der Regierung eine Herausforderung bleibt. Das Dekret wird zunächst vom Ministerrat verabschiedet und dann dem Kongress zur Ratifizierung vorgelegt.
Was auf dem Spiel steht
Wohnen bleibt eines der wichtigsten Anliegen der spanischen Bürger, wie Regierungsquellen gegenüber eldiario.es zitiert werden. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Druck auf einen Markt zu verringern, der durch steigende Inflation und ein begrenztes Angebot an bezahlbarem Wohnraum belastet ist. Die Mehrwertsteuererhöhung auf Touristenwohnungen soll dazu führen, dass Immobilien wieder in den Langzeitmietmarkt zurückgeführt werden, während die IRPF-Boni Anreize für Mietminderungen schaffen sollen.


