
Kap Verde ringt Europameister Spanien bei WM-Auftakt ein torloses Remis ab
Der Europameister Spanien, seit über drei Jahren ungeschlagen, kam in seinem ersten Gruppenspiel der Gruppe H in Atlanta gegen den WM-Debütanten Kap Verde nicht über ein 0:0 hinaus. Das überraschende Ergebnis veranlasste Trainer Luis de la Fuente dazu, die mangelnde „Frische und Finesse“ seiner Mannschaft vor dem Tor zu beklagen.
Kap Verde schockt Spanien mit historischem Remis
Spanien begann seine WM-Kampagne in Atlanta mit einem frustrierenden 0:0 gegen den Debütanten Kap Verde. Der Europameister, der seit über drei Jahren ungeschlagen ist und die Euro 2024 gewann, dominierte das Spiel mit 74 % Ballbesitz und gab 27 Schüsse ab, fand jedoch keinen Weg an der entschlossenen Defensive von Kap Verde und dem inspirierten 40-jährigen Torhüter Vozinha vorbei.
Ein Abend der Frustration für Spanien
Das Spiel war eine Geschichte spanischer Dominanz ohne Ertrag. Die Mannschaft von Luis de la Fuente kontrollierte das Geschehen von Anfang bis Ende, ließ jedoch die Durchschlagskraft vermissen, die sie zuvor zu einer Serie von 32 ungeschlagenen Spielen geführt hatte. Stürmer Mikel Oyarzabal, der in seinen vorangegangenen elf Länderspielen 12 Tore erzielt hatte, berührte den Ball bis zur 30. Minute nicht. Spaniens langsames und vorhersehbares Ballbesitzspiel spielte einer Mannschaft aus Kap Verde in die Karten, die mit zehn Mann hinter dem Ball verteidigte.
Wenn der Ball nicht rein will, dann will er nicht rein. Sie waren eine sehr organisierte Mannschaft, die tief stand. Uns fehlte ein wenig das Zirkulieren, die Frische und die Finesse im letzten Drittel.
Kap Verdes defensive Heldentaten
Kap Verde, das sein erstes WM-Spiel überhaupt bestritt, setzte seinen Matchplan perfekt um. Vozinha parierte mehrfach glänzend, um Spanien auf Distanz zu halten, und das gesamte Team verteidigte und kämpfte mit großer Disziplin. Ihre defensive Widerstandsfähigkeit ließ die spanischen Spieler mit gesenkten Köpfen vom Platz schleichen – ein krasser Kontrast zum Optimismus, der die Mannschaft vor dem Turnier umgeben hatte.
Das ist ein Ergebnis, mit dem niemand gerechnet hat. Von uns wird erwartet, dass wir gegen Kap Verde gewinnen. Sie standen hinten felsenfest und uns fehlte vorne ein wenig die Effizienz.
Yamal und Williams zurück, doch Fitnessfragen bleiben
Spaniens fehlender Funke war größtenteils auf das Fehlen ihres dynamischen Flügelduos zurückzuführen. Lamine Yamal und Nico Williams, die beide von Verletzungen genesen, saßen zunächst auf der Bank. De la Fuente hatte gehofft, sie langsam wieder heranzuführen, sah sich aber gezwungen, Yamal in der 71. Minute einzuwechseln. Der 18-Jährige schlug sieben Flanken und zeigte Ansätze von Kreativität, konnte das Patt aber nicht brechen. Nach dem Spiel sagte Yamal, er fühle sich „perfekt, ohne Probleme“. Auch Williams wurde spät eingewechselt, während de la Fuente einräumte, der Plan sei, ihren Rhythmus schrittweise aufzubauen.
Das Ziel ist es, ihnen Spielminuten zu geben, damit sie Selbstvertrauen und Rhythmus gewinnen, um in den nächsten Spielen besser zu sein.
De la Fuente besteht darauf: Kein Grund zur Panik
Trotz des schockierenden Ergebnisses schlug der spanische Trainer einen trotzigen Ton an. Er erinnerte alle an die dreijährige Ungeschlagen-Serie des Teams und ihren Status als Europameister und betonte, dass das Unentschieden nichts ändere. „Ich werde den Spielern im nächsten Training die magische Zahl vor Augen führen: 32 Spiele ohne Niederlage“, sagte er. „Wir sind nicht umsonst hierhergekommen.“ Oyarzabal schloss sich dem Aufruf zur Ruhe an und drängte das Team, auf sich selbst zu vertrauen.
Wir müssen so ruhig bleiben, wie wir es gestern waren. Jetzt ist die Zeit, mehr denn je auf uns selbst zu vertrauen. Wir haben eine solide Gruppe.
Was das Ergebnis für Gruppe H bedeutet
Das torlose Remis bringt Spanien in eine ungewohnte Lage: Sie müssen von Beginn an hinterherlaufen. Da noch Spiele gegen stärkere Gegner ausstehen, wächst der Druck, die Leistungen zu erbringen, die man von einer Nation erwartet, die als Top-Favorit angereist ist. Die nächste Woche in den Vereinigten Staaten, während das Turnier weitergeht, wird zeigen, ob dies nur ein Ausrutscher war oder ein Zeichen für tieferliegende Probleme.


