
Spanien plant Rauchverbot im Freien an Stränden und auf Terrassen von Restaurants im Rahmen eines neuen Gesundheitsgesetzes
Die linksgerichtete Regierung von Pedro Sánchez hat einen Gesetzentwurf angekündigt, der das Rauchen und Dampfen in Außenbereichen von Hotels, Restaurants, Bushaltestellen, Universitätsgeländen, Sportstätten, Schwimmbädern und Stränden verbieten soll, obwohl ihr im Parlament die Mehrheit fehlt, um ihn zu verabschieden.
Das geplante Verbot
Gesundheitsministerin Mónica García kündigte den Gesetzentwurf nach einer Kabinettssitzung am Dienstag an. Er würde das Rauchen und Dampfen in Außenbereichen von Hotels, Cafés und Restaurants sowie an Bushaltestellen, Bahnsteigen, Universitätsgeländen, Sportstätten, Schwimmbädern und Stränden verbieten. Das Gesetz verbietet auch den Tabakkonsum durch Minderjährige, untersagt jegliche Werbung für Tabak- und Dampfprodukte und erlegt strenge Beschränkungen für den Verkauf von E-Zigaretten auf. Mehrere spanische Regionen setzen bereits ähnliche Rauchverbote im Freien über lokale Gesundheitsbehörden durch, aber das neue Gesetz würde einen landesweiten Standard schaffen.
Wir wollen, dass dieses Gesetz ein Vorher und Nachher im Schutz der öffentlichen Gesundheit markiert.
Gesundheitliche Begründung
García sagte, Rauchen verursache in Spanien jährlich etwa 50.000 Todesfälle und sei ein beitragender Faktor bei fast 30 % aller Krebserkrankungen. Das erklärte Ziel der Regierung ist es, auf eine „rauchfreie Generation“ hinzuarbeiten und sicherzustellen, dass das Atmen sauberer Luft in gemeinsam genutzten öffentlichen Räumen zur Norm wird. Der Gesetzentwurf behandelt das Rauchen im Freien als ernstes Risiko für die öffentliche Gesundheit, nicht nur als Unannehmlichkeit, und zielt darauf ab, Kinder und Familien in Erholungsgebieten vor Passivrauch zu schützen.
In gemeinsam genutzten Räumen wird das Atmen sauberer Luft die Regel sein.
Politische Hürden
Der Gesetzesentwurf muss nun zur Debatte und Abstimmung ins Parlament. Die linksgerichtete Koalition von Premierminister Pedro Sánchez hat keine Mehrheit, sodass das Schicksal des Gesetzes davon abhängt, Unterstützung von anderen Parteien zu gewinnen. Ohne parteiübergreifende Unterstützung könnte der Vorschlag ins Stocken geraten oder verwässert werden. Das Kabinett hat den Text am Dienstag gebilligt, aber es wurde kein Zeitplan für das parlamentarische Verfahren festgelegt.
Widerstand der Industrie
Es wird erwartet, dass die Hotel- und Restaurantverbände Spaniens die Maßnahme heftig bekämpfen werden. Das Land ist das zweitmeistbesuchte Touristenziel der Welt, und das Essen im Freien ist tief im spanischen gesellschaftlichen Leben verwurzelt, insbesondere während der langen, heißen Sommer, die immer intensiver werden. Geschäftsinhaber warnen, dass ein Rauchverbot auf Terrassen Kunden vertreiben und die Einnahmen in einem Sektor schädigen könnte, der ein Eckpfeiler der nationalen Wirtschaft ist. Die Gastronomielobby wird wahrscheinlich argumentieren, dass die Beschränkungen übermäßig sind und dass bestehende Innenraumverbote Nichtraucher bereits schützen.
Aktuelle Raucherlandschaft
Spanien hat erhebliche Fortschritte bei der Reduzierung der Raucherquoten erzielt, aber die Gewohnheit bleibt weit verbreitet. Laut der neuesten Studie der Gesundheitsbehörde aus dem Jahr 2024 rauchen etwa 26 % der erwachsenen Bevölkerung täglich. Ein Gesetz von 2011 verbietet bereits das Rauchen in allen geschlossenen öffentlichen Räumen, einschließlich Bars, Restaurants, Nachtclubs und Casinos. Das neue Gesetz wäre die weitreichendste Anti-Tabak-Gesetzgebung seitdem und würde die Beschränkungen erstmals auf nationaler Ebene auf die freie Luft ausdehnen.


