
Spanien entlässt Sicherheitssprecherin nach Veröffentlichung der 49.000-Zahl zum Migrantenansturm in Ceuta
Moncloa entließ die Kommunikationschefin des Sicherheitsrates telefonisch im Urlaub, nachdem ihr Hinweis auf 49.000 irreguläre Einreisen nach Ceuta die erste offizielle Anerkennung des Ausmaßes der Krise darstellte.
Die Entlassung
Die spanische Regierung hat die für die Kommunikation zuständige Beamtin der Abteilung für Nationale Sicherheit (Department of National Security, DSN), einer dem Amt des Ministerpräsidenten unterstellten Einrichtung, fristlos entlassen. Die Entlassung wurde am Freitag, den 31. Juli, telefonisch mitgeteilt, während die Beamtin im Urlaub war. Laut El País wurde die Entscheidung getroffen, nachdem sie auf der DSN-Website einen Hinweis veröffentlicht hatte, wonach schätzungsweise 49.000 Migranten in den vorangegangenen 24 Stunden irregulär nach Ceuta eingereist waren. Der Hinweis wurde kurz darauf von der Seite entfernt, und die Beamtin wurde in den Status „verfügbar ohne Aufgaben“ versetzt, was ihr Gehalt erheblich reduzierte. Sie hatte die Stelle seit 2018 inne und kam ursprünglich aus dem Verteidigungsministerium.
Was der Hinweis besagte
Der Hinweis, der sich auf Quellen des Innenministeriums berief, beschrieb die Einreise als die größte Migrationskrise, die in der Stadt seit Mai 2021 verzeichnet wurde. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Überquerungen über die Mole und den Strand von Tarajal erfolgten, und es wurde die Bergung von 19 Leichen auf See erwähnt. Der Text berichtete auch, dass Tausende von Menschen auf der marokkanischen Seite der Grenze zusammengeströmt seien und dass die marokkanischen Sicherheitskräfte begonnen hätten, Einsatzausrüstung zur Auflösung von Menschenmengen in Castillejos einzusetzen. Der Hinweis hob hervor, dass Schleusernetzwerke ein aktuelles Urteil des Obersten Gerichtshofs ausnutzten, um Abreisen zu fördern, und erinnerte an die gemeinsame Zusage von Madrid und Rabat, die Rückführungen zu beschleunigen.
In den letzten 24 Stunden wird geschätzt, dass mehr als 49.000 Einwanderer über die Mole und den Strand von Tarajal irregulär nach Ceuta eingereist sind, was die größte Migrationskrise darstellt, die in der Stadt seit Mai 2021 verzeichnet wurde.
Interne Reaktion
Die Veröffentlichung löste tiefes Unbehagen innerhalb der Regierung aus. Innenminister Fernando Grande-Marlaska kontaktierte nach dem Erscheinen des Hinweises den Kabinettschef des Ministerpräsidenten, Diego Rubio. Laut La Razón hatte das Innenministerium die Medien noch nicht informiert, weil es den Zeitpunkt als verfrüht ansah, da noch keine vollständige Bewertung der Lage oder ihres Ausmaßes abgeschlossen war. Rubio übermittelte die Entlassungsentscheidung telefonisch. ABC berichtet, dass die Anordnung von General Loreto Gutiérrez, der Leiterin des DSN, getroffen wurde und ab dem 1. August in Kraft trat. Der Beamtin wurde lediglich gestattet, in ihr Büro zurückzukehren, um ihre persönlichen Gegenstände abzuholen.
Ein ungewöhnliches Verfahren
Mehrere von spanischen Medien konsultierte Quellen beschreiben die sofortige Entlassung als nahezu beispiellos im Amt des Ministerpräsidenten. Die übliche Praxis, wenn ein im Präsidialamt tätiger Beamter seine Funktionen aufgibt, besteht darin, die Bedingungen seiner Rückkehr in sein Heimatministerium auszuhandeln. In diesem Fall war weder das Verteidigungsministerium formell über die Entlassung informiert worden, noch wurde ein Verfahren zur Organisation ihrer Wiedereingliederung dort eröffnet. El Confidencial merkt an, dass die DSN-Direktorin Loreto Gutiérrez der Beamtin mitteilte, die Entscheidung komme „von höherer Stelle“.
Schweigen seit Freitag
Seit dem Ausscheiden der Beamtin am 31. Juli wurde die DSN-Website nicht aktualisiert, trotz der anhaltenden Migrationskrise in Ceuta. Der Hinweis war die erste offizielle Anerkennung des Ausmaßes des Zustroms, obwohl inoffizielle Schätzungen später auf über 60.000 Einreisen anstiegen. Das Innenministerium erklärte daraufhin, dass rund 50.000 Menschen berechnet wurden, die die Grenze überquert hätten, eine Zahl, die später nach oben korrigiert wurde. Die schnelle Verbreitung der 49.000-Zahl durch nationale und internationale Nachrichtenagenturen, darunter Reuters vor 10 Uhr am Freitag, erregte die Aufmerksamkeit vieler Beobachter.

