
Australien verdoppelt Strafen für Verstöße gegen Social-Media-Verbot auf 99 Mio. AU$
Australien wird die Höchststrafe für Social-Media-Unternehmen, die gegen das Verbot für unter 16-Jährige verstoßen, auf 99 Millionen AU$ verdoppeln und der Online-Sicherheitsbehörde neue Befugnisse zur Beweiserhebung einräumen, wie eine Studie zeigt, dass 85 % der 12- bis 15-Jährigen trotz der weltweit ersten Beschränkung weiterhin auf Plattformen zugreifen.
Strafe verdoppelt und Regulierungsbehörde gestärkt
Die australische Regierung gab am Samstag bekannt, dass sie die Höchststrafe für Social-Media-Unternehmen, die systematisch gegen das Verbot für unter 16-Jährige verstoßen, von 49,5 Millionen AU$ auf 99 Millionen AU$ (68 Millionen US-Dollar) verdoppeln wird. Die eSafety-Kommissarin erhält zudem erweiterte Informationsbefugnisse, um Plattformen zur Herausgabe von Beweisen für Maßnahmen zur Blockierung von Konten Minderjähriger zwingen zu können. Die Behörde ermittelt bereits wegen möglicher Verstöße von Instagram, Facebook, YouTube, Snapchat und TikTok.
Begrenzte Wirkung des Verbots auf die Nutzung durch Jugendliche
Obwohl seit Inkrafttreten des Verbots am 10. Dezember 2025 über 5 Millionen Konten von unter 16-Jährigen deaktiviert oder eingeschränkt wurden, ergab eine diese Woche im British Medical Journal veröffentlichte Studie, dass drei Monate nach der Beschränkung noch 85 % der 12- bis 15-Jährigen soziale Medien nutzten. Zwei Drittel der minderjährigen Nutzer blieben online, indem sie ein höheres Alter angaben oder ein Selfie posteten, das von Altersverifikationssystemen als über 16 akzeptiert wurde. Ein Industrieverband, der Technologieanbieter vertritt, machte schwache Implementierung bestehender Altersprüfwerkzeuge verantwortlich, nicht technologische Grenzen.
Reaktion der Regierung und Kritik an Plattformen
Kommunikationsministerin Anika Wells sagte, die Plattformbetreiber hätten „Tricks direkt aus dem Playbook der großen Tech-Konzerne“ angewandt und „das absolute Minimum“ getan. Die Regierung betonte, dass die neuen Strafen die Ernsthaftigkeit widerspiegelten, mit der sie jeden Verstoß von Social-Media-Unternehmen behandle.Ich bin ermutigt durch den Wandel in der Diskussion und die globale Dynamik, die wir seit der Einführung des Mindestalters für soziale Medien erlebt haben, aber es ist klar, dass die großen Technologieunternehmen nicht genug tun, um das Gesetz einzuhalten – es gibt immer noch zu viele Kinder in sozialen Medien.
Internationale Auswirkungen
Das weltweit erste Verbot Australiens ist zu einem Gradmesser für globale Maßnahmen geworden. Großbritannien kündigte letzte Woche ein eigenes „Australia plus“-Verbot für unter 16-Jährige an, das für 2027 geplant ist, während die französische Nationalversammlung ein Gesetz verabschiedete, das den Zugang für unter 15-Jährige ohne Zustimmung der Eltern einschränkt. Vorschläge werden in Slowenien, Polen, Spanien, Dänemark und Malaysia geprüft; Indonesien begann im März mit der Blockade von unter 16-Jährigen, und Malaysias Verbot trat diesen Monat in Kraft. Justin Hendrix, Geschäftsführer von Tech Policy Press, merkte an, dass Maßnahmen in mehr als 40 Ländern verfolgt werden, und fügte hinzu:
Der Ausdruck ‚Techs „Big Tobacco“-Moment‘ wurde herumgeworfen. Es ist sicherlich so, dass es jetzt mehr substanzielle Beweise als je zuvor für die Schäden und die Suchtqualitäten sozialer Medien gibt.


