Söder kündigt Wiederwahl 2028 an und verteidigt Merz‘ Kabinettsumbildung
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nutzte das ZDF-Sommerinterview, um seine Kandidatur für 2028 zu bestätigen, Kanzler Merz‘ Kabinettsumbildung zu verteidigen und eine klare Grenze gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD zu ziehen. Er äußerte sich zudem zum Angriff auf den Berliner CSD.
Kandidatur 2028 und Kommunalwahlen
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat bestätigt, dass er bei der Landtagswahl 2028 erneut als Spitzenkandidat der CSU antreten wird. In der ZDF-Sommerinterview aus Tutzing am Starnberger See sagte er, seine Kandidatur hänge von der Unterstützung der Partei und der Wähler ab.
Wenn die Partei und die Wähler es wollen, ja, gerne.
Söder wertete die Kommunalwahlen im März trotz des schlechtesten CSU-Ergebnisses seit 75 Jahren nicht als Desaster. Er argumentierte, das Gesamtergebnis entspreche früheren Wahlen, und man habe unerwartet einige Städte gewonnen. Er räumte Unsicherheit ein, bestand aber darauf, dass er als die einzige Figur angesehen werde, die das Land zusammenhalten könne.
Das mache ich mit einem klaren Rückgrat und einer klaren Kontur.
Verteidigung von Merz‘ Kabinettsumbildung
Söder stellte sich hinter Bundeskanzler Friedrich Merz bei der jüngsten Kabinettsumbildung, die durch den Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionsvorsitzender wegen einer umstrittenen Leihmutterschaft ausgelöst wurde. Thorsten Frei wechselte vom Kanzleramt an die Spitze der Fraktion, Gesundheitsministerin Nina Warken übernahm das Kanzleramt, und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bekam das Gesundheitsressort. Die Umbildung geriet ins Stocken, als Fritz Güntzler, der Verkehrsminister Patrick Schnieder ersetzen sollte, seine Zusage nach anfänglicher Zustimmung zurückzog.
- Jens Spahn tritt als Fraktionsvorsitzender der Union im Zuge einer umstrittenen Leihmutterschaft zurück.
- Kanzleramtschef Thorsten Frei übernimmt den Posten des Fraktionsvorsitzenden.
- Gesundheitsministerin Nina Warken wird Chefin des Kanzleramts.
- CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wird zum Gesundheitsminister ernannt.
- Fritz Güntzler, der als Nachfolger von Verkehrsminister Patrick Schnieder vorgesehen war, zieht seine Zusage nach anfänglicher Zustimmung zurück.
Söder sagte, die Verantwortung liege bei Güntzler, nicht beim Kanzler, und fügte ein versöhnliches „Schwamm drüber“ hinzu. Er lobte Spahns Rolle in der Koalition.
Der Kanzler muss Entscheidungen treffen, die überhaupt nicht einfach sind.
Ablehnung der AfD-Zusammenarbeit
Söder widersprach scharf dem sächsischen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, der dem Handelsblatt gesagt hatte, wer noch von Brandmauern rede, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Söder warnte, die Union dürfe kein „Steigbügelhalter“ für die AfD werden und ihr den Weg an die Macht ebnen.
Ich mache nicht mit. Ich bin grundsätzlich dagegen. Ich glaube, wir müssen Politik für die Demokratie machen, Politik in der Mitte. Und deshalb gehört die AfD nicht dazu.
Er verwies auf die brutale Rhetorik der AfD, die die Union als ihren Hauptfeind bezeichne, und sagte, er könne mit Figuren wie Björn Höcke nicht zusammenarbeiten. Er forderte die CDU auf, in ostdeutschen Ländern ohne die AfD zu regieren.
Mit solchen Leuten, vor allem den Leuten in der Partei und der Führung, Höcke und Co., kann und will ich nicht zusammenarbeiten.
Reaktion auf den Berliner CSD-Angriff
Söder bezeichnete den Christopher Street Day als ein Fest der Freiheit, Toleranz und Lebensfreude und sagte, solche Veranstaltungen dürften nicht latenten Bedrohungen preisgegeben werden. Er betonte, dass alle Großveranstaltungen geschützt seien, man aber stets besorgt bleiben müsse. Er verzichtete auf politische Profilierung.
Ich glaube, wir müssen immer besorgt sein. Deshalb sind all diese Feste geschützt.
Vorschlag für Bundespräsidenten
Söder nannte die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner eine sehr gute und geeignete Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten.
