Regierung · Madrid

Sánchez weist Vorwurf der „flächendeckenden Korruption“ zurück und fordert Junts zu Misstrauensvotum heraus

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte im Parlament, es gebe keine „flächendeckende Korruption“ in seiner Regierung oder Partei, trotz einer 24-jährigen Haftstrafe gegen einen ehemaligen Minister, und forderte die katalanischen Separatisten von Junts heraus, sich den Rechten bei einem Misstrauensvotum anzuschließen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von SAPO, RFI, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Madrid · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 20.06.Richter belegt First Lady Begoña Gómez mit Ausreiseverbot aus Spanien, sieht Fluchtgefahr bei Ermittlungen wegen Einflussnahme
  2. 22.06.José Luis Ábalos, ehemaliger Verkehrsminister, wegen Korruption bei Maskendeals in der Pandemie zu 24 Jahren Haft verurteilt
  3. 24.06.Gómez muss Reisepass abgeben; Sánchez spricht im Parlament, lehnt Rücktrittsforderungen ab

Sánchez spricht: „Keine flächendeckende Korruption“

Der Ministerpräsident nutzte eine von ihm selbst beantragte Parlamentssitzung, um sich gegen das seiner Meinung nach falsche Bild eines systemischen Filzes zu wehren.

„Bestimmte politische und mediale Akteure versuchen, alles zu vermischen, gleichzusetzen und so die Menschen zu verwirren, ein Gefühl flächendeckender Korruption zu erzeugen, das es, das sage ich Ihnen, meine Damen und Herren Abgeordneten, nicht gibt.“

Pedro Sánchez, Ministerpräsident von Spanien und Vorsitzender
Er räumte einen „eklatanten und schwerwiegenden Korruptionsfall“ ein, der seinen ehemaligen Verkehrsminister José Luis Ábalos betrifft, bestand aber darauf, dass er „nie von irgendeiner dieser Praktiken gewusst hätte und sie nicht toleriert hätte“. Der sozialistische Führer sagte, seine Partei habe den Angeklagten ausgeschlossen, alle Informationen den Gerichten übergeben und werde in diesem Sommer neue Anti-Korruptions-Gesetze durchsetzen.

Ábalos-Urteil und parteiinterne Folgen

Ábalos wurde diese Woche zu mehr als 24 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Provisionen für öffentliche Aufträge über Masken und andere medizinische Versorgungsgüter während der Pandemie angenommen hatte. Die gleichen Ermittlungen haben sich inzwischen auf Santos Cerdán, einen ehemaligen PSOE-Organisationschef, der als weiterer rechter Hand von Sánchez beschrieben wird, und auf die Parteaktivistin Leire Díez ausgeweitet, die angeblich in Ermittlungen der Guardia Civil eingegriffen hat.

Sánchez sagte den Abgeordneten, die PSOE finanziere sich nicht illegal und diejenigen, die ihre Stellung missbraucht hätten, müssten sich vor Gericht verantworten. „Als diese Fälle entdeckt wurden, sind wir nicht zurückgewichen, sondern haben uns der Sache gestellt“, sagte er.

Ermittlungen gegen die Familie und Sánchez‘ Verteidigung

Zwei Tage vor der Verurteilung von Ábalos belegte ein Madrider Richter Sánchez‘ Ehefrau Begoña Gómez mit einem Ausreiseverbot aus Spanien und ordnete die Abgabe ihres Reisepasses an, da Fluchtgefahr bestehe. Gómez wird wegen Einflussnahme ermittelt. Der Ministerpräsident nannte diese Maßnahme „überzogen“ und wies darauf hin, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Polizeiberichte keine Grundlage für Anklagen gefunden hätten. Auch sein Bruder David Sánchez erwartet ein Verfahren wegen Einflussnahme, ein Fall, den die Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht weiterverfolgen wollte. Sánchez bestand darauf, dass diese Verfahren „auf unbegründeten Anschuldigungen“ beruhten und von rechtsextremen Kampagnen zur Schwächung seiner Regierung vorangetrieben würden.

Opposition fordert Neuwahlen, Misstrauensantrag diskutiert

Der konservative PP-Chef Alberto Núñez Feijóo nutzte die Debatte, um Sánchez aufzufordern, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen.

„Das Einzige, was in diesem Parlament von Ihnen erwartet wird, ist, es aufzulösen. Lösen Sie die Kammern auf und lassen Sie uns abstimmen.“

Alberto Núñez Feijóo, Vorsitzender
Vox-Chef Santiago Abascal schloss sich dem Aufruf an.

„Haben Sie denn gar keine Scham?“

Santiago Abascal, Vorsitzender
Feijóo ging noch weiter und forderte die Parteien, die Sánchez‘ Minderheitsregierung stützten, auf, sofort einen Misstrauensantrag zu unterstützen. Er selbst würde ihn „noch heute“ unterstützen, sagte er. Keine dieser Parteien ist jedoch bereit, sich an der Seite der rechtsextremen Vox zu zeigen, ohne die der Antrag nicht durchgehen kann.

Junts zwischen Druck und politischem Kalkül

Die katalanische Unabhängigkeitspartei Junts, die Sánchez‘ Amtseinführung ermöglicht hatte, schlug einen Mittelweg vor: Der Ministerpräsident solle zurücktreten und das Parlament solle ohne Neuwahl einen neuen Regierungschef wählen. Sánchez wies den Vorschlag scharf zurück.

„Machen Sie keine unhaltbaren Vorschläge nur zur Schau. Wenn Sie gemeinsam mit der Volkspartei und Vox einen Misstrauensantrag einbringen wollen, dann tun Sie das, aber greifen Sie nicht zu Ausflüchten.“

Pedro Sánchez, Ministerpräsident von Spanien und Vorsitzender
Im konstruktiven Misstrauensvotum Spaniens würde ein erfolgreicher Antrag den Antragsteller zum Ministerpräsidenten machen, nicht automatische Neuwahlen auslösen – eine Dynamik, die die Position von Junts besonders unangenehm macht.

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