Regierung · Madrid
Sánchez weist Vorwurf der „flächendeckenden Korruption“ zurück und fordert Junts zu Misstrauensvotum heraus
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte im Parlament, es gebe keine „flächendeckende Korruption“ in seiner Regierung oder Partei, trotz einer 24-jährigen Haftstrafe gegen einen ehemaligen Minister, und forderte die katalanischen Separatisten von Junts heraus, sich den Rechten bei einem Misstrauensvotum anzuschließen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von SAPO, RFI, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Premierminister sagte dem Parlament, die Ábalos-Verurteilung sei eine krasse Ausnahme, kein Beweis für systemischen Filz in der PSOE oder seiner Regierung.
Der frühere Verkehrsminister und enge Sánchez-Vertraute wurde wegen Annahme illegaler Provisionen bei öffentlichen Gesundheitsaufträgen während der Covid-19-Krise verurteilt.
Sánchez forderte die katalanische Partei auf, keine 'unhaltbaren' Vorschläge mehr zu machen und entweder mit der Rechten ein Misstrauensvotum einzubringen oder den Druck fallen zu lassen.
Begoña Gómez, die Ehefrau des Premierministers, muss ihren Pass als Vorsichtsmaßnahme in einem Ermittlungsverfahren wegen Einflussnahme abgeben, das die Staatsanwaltschaft für unbegründet hält.
PP-Chef Feijóo und Vox-Chef Abascal riefen Sánchez zur Auflösung des Parlaments auf, doch der Premierminister besteht darauf, seine Amtszeit bis 2027 zu Ende zu führen.
Die katalanischen Separatisten brachten einen Rücktritt Sánchez‘ und die Wahl eines neuen Premierministers durch das Parlament ins Spiel, aber keine Partei beantragte formell ein Misstrauensvotum.
- 20.06.Richter belegt First Lady Begoña Gómez mit Ausreiseverbot aus Spanien, sieht Fluchtgefahr bei Ermittlungen wegen Einflussnahme
- 22.06.José Luis Ábalos, ehemaliger Verkehrsminister, wegen Korruption bei Maskendeals in der Pandemie zu 24 Jahren Haft verurteilt
- 24.06.Gómez muss Reisepass abgeben; Sánchez spricht im Parlament, lehnt Rücktrittsforderungen ab
Sánchez spricht: „Keine flächendeckende Korruption“
Der Ministerpräsident nutzte eine von ihm selbst beantragte Parlamentssitzung, um sich gegen das seiner Meinung nach falsche Bild eines systemischen Filzes zu wehren.
„Bestimmte politische und mediale Akteure versuchen, alles zu vermischen, gleichzusetzen und so die Menschen zu verwirren, ein Gefühl flächendeckender Korruption zu erzeugen, das es, das sage ich Ihnen, meine Damen und Herren Abgeordneten, nicht gibt.“
Ábalos-Urteil und parteiinterne Folgen
Ábalos wurde diese Woche zu mehr als 24 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Provisionen für öffentliche Aufträge über Masken und andere medizinische Versorgungsgüter während der Pandemie angenommen hatte. Die gleichen Ermittlungen haben sich inzwischen auf Santos Cerdán, einen ehemaligen PSOE-Organisationschef, der als weiterer rechter Hand von Sánchez beschrieben wird, und auf die Parteaktivistin Leire Díez ausgeweitet, die angeblich in Ermittlungen der Guardia Civil eingegriffen hat.
Sánchez sagte den Abgeordneten, die PSOE finanziere sich nicht illegal und diejenigen, die ihre Stellung missbraucht hätten, müssten sich vor Gericht verantworten. „Als diese Fälle entdeckt wurden, sind wir nicht zurückgewichen, sondern haben uns der Sache gestellt“, sagte er.Ermittlungen gegen die Familie und Sánchez‘ Verteidigung
Zwei Tage vor der Verurteilung von Ábalos belegte ein Madrider Richter Sánchez‘ Ehefrau Begoña Gómez mit einem Ausreiseverbot aus Spanien und ordnete die Abgabe ihres Reisepasses an, da Fluchtgefahr bestehe. Gómez wird wegen Einflussnahme ermittelt. Der Ministerpräsident nannte diese Maßnahme „überzogen“ und wies darauf hin, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Polizeiberichte keine Grundlage für Anklagen gefunden hätten. Auch sein Bruder David Sánchez erwartet ein Verfahren wegen Einflussnahme, ein Fall, den die Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht weiterverfolgen wollte. Sánchez bestand darauf, dass diese Verfahren „auf unbegründeten Anschuldigungen“ beruhten und von rechtsextremen Kampagnen zur Schwächung seiner Regierung vorangetrieben würden.
Opposition fordert Neuwahlen, Misstrauensantrag diskutiert
Der konservative PP-Chef Alberto Núñez Feijóo nutzte die Debatte, um Sánchez aufzufordern, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen.
„Das Einzige, was in diesem Parlament von Ihnen erwartet wird, ist, es aufzulösen. Lösen Sie die Kammern auf und lassen Sie uns abstimmen.“
„Haben Sie denn gar keine Scham?“
Junts zwischen Druck und politischem Kalkül
Die katalanische Unabhängigkeitspartei Junts, die Sánchez‘ Amtseinführung ermöglicht hatte, schlug einen Mittelweg vor: Der Ministerpräsident solle zurücktreten und das Parlament solle ohne Neuwahl einen neuen Regierungschef wählen. Sánchez wies den Vorschlag scharf zurück.
„Machen Sie keine unhaltbaren Vorschläge nur zur Schau. Wenn Sie gemeinsam mit der Volkspartei und Vox einen Misstrauensantrag einbringen wollen, dann tun Sie das, aber greifen Sie nicht zu Ausflüchten.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- SAPOSánchez desafia Junts a unir-se a PP e Vox numa moção de censura
- RFIPremiê espanhol descarta 'corrupção generalizada' em seu governo, fragilizado por investigações judiciais
- stern.deSpaniens Ministerpräsident weist Korruptionsvorwurf zurück - und lehnt Neuwahlen ab
- Notícias ao MinutoLíder do PP volta a pedir demissão de Pedro Sánchez
- Pedro Sánchez
- Ministerpräsident von Spanien und Vorsitzender der PSOE
- José Luis Ábalos
- Ehemaliger spanischer Verkehrsminister, wegen Korruption verurteilt
- Begoña Gómez
- Ehefrau von Pedro Sánchez, unter Ermittlungen wegen Einflussnahme
- Alberto Núñez Feijóo
- Vorsitzender der oppositionellen Volkspartei (PP)
- Santiago Abascal
- Vorsitzender der rechtsextremen Partei Vox
- Míriam Nogueras
- Sprecherin von Junts per Catalunya im Abgeordnetenkongress
- José Luis Rodríguez Zapatero
- Ehemaliger Ministerpräsident von Spanien (2004-2011), unter Ermittlungen wegen der Air-Comet-Rettung
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