Konflikte · Bratislava, Brüssel und Luxemburg
Slowakei weigert sich, im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anzuerkennen, und widersetzt sich damit EU-Gerichtsurteil
Innenminister Matus Sutaj Estok gab am Freitag bekannt, dass die slowakische Verfassung, die die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert, Vorrang vor einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom November 2025 habe, das die Mitgliedstaaten zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen aus anderen EU-Ländern verpflichtet.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von AGI, Spiegel Online, Adnkronos und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Innenminister Matus Sutaj Estok gab am 31. Juli 2026 bekannt, dass gleichgeschlechtliche Ehen aus dem Ausland nicht registriert werden können, und berief sich dabei auf die verfassungsrechtliche Definition der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau.
Der Gerichtshof der Europäischen Union entschied im November 2025, dass jeder Mitgliedstaat gleichgeschlechtliche Partnerschaften, die in einem anderen Mitgliedstaat geschlossen wurden, anerkennen muss. Die Slowakei setzt sich nun offen über diese Entscheidung hinweg.
Metod Spacek und Ivan Novotny, die in Österreich geheiratet haben und deren Registrierung in der Slowakei abgelehnt wurde, kündigten am Freitag an, rechtliche Schritte gegen das ihrer Ansicht nach auf Anordnung von Premierminister Robert Fico durchgeführte rechtswidrige Verfahren einzuleiten.
Der ursprüngliche EU-Gerichtsfall wurde von zwei polnischen Staatsbürgern eingebracht, die 2018 in Deutschland geheiratet hatten; das Oberste Verwaltungsgericht Polens entschied im März 2026, dass solche Ehen anerkannt werden müssen.
Sutaj Estok erklärte, dass jede Änderung der Ehedefinition eine Verfassungsänderung erfordere, nicht eine Umgehung durch ausländische Dokumente, und dass das Familienrecht in den Händen der Slowakei bleiben müsse.
- Mai 2026Das slowakische Paar Spacek und Novotny reicht beim Generalstaatsanwalt Beschwerde ein, nachdem die Registrierung ihrer österreichischen Ehe verweigert wurde.
- Juni 2026Premierminister Robert Fico erklärt, dass die Registrierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften nach slowakischem Recht nicht möglich sei.
- 31. Juli 2026Innenminister Sutaj Estok gibt offiziell bekannt, dass die Slowakei ausländische gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht registrieren wird, und widersetzt sich damit dem EU-Gerichtsurteil.
Die slowakische Regierung erklärte am Freitag, dass sie gleichgeschlechtliche Ehen oder eingetragene Partnerschaften, die in anderen EU-Ländern geschlossen wurden, nicht registrieren wird, und widerspricht damit direkt einem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union vom November 2025.
Die Ankündigung der Regierung
Innenminister Matus Sutaj Estok veröffentlichte am Freitag ein Video in den sozialen Medien, in dem er erklärte, er sei an die slowakische Verfassung gebunden, "die die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert." In einer Stellungnahme gegenüber Medien argumentierte er, dass sich daran auch die Tatsache nichts ändere, dass eine Verbindung nach dem Rechtssystem eines anderen Landes gültig geschlossen wurde. Premierminister Robert Fico hatte diese Position bereits im Juni bei einem Besuch eines Sonderstandesamts angedeutet und erklärt, dass die Registrierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften nach slowakischem Recht nicht möglich sei.
„Wenn jemand eine so grundlegende Änderung wünscht, ist der einzige Weg eine Verfassungsänderung, nicht deren Umgehung, auch nicht durch offizielle Formulare und Dokumente aus dem Ausland.“
„Die Definition der Ehe wird in der Slowakei entschieden, nicht in Brüssel.“
Das EU-Gerichtsurteil
Im November 2025 entschied der Gerichtshof der Europäischen Union, dass jeder EU-Mitgliedstaat verpflichtet ist, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft, die in einem anderen Mitgliedstaat geschlossen wurde, anzuerkennen. Der Fall wurde von zwei polnischen Staatsbürgern eingebracht, einem Polen und einem Deutsch-Polen, die 2018 in Deutschland geheiratet hatten und die Übertragung ihrer Heiratsurkunde in das polnische Personenstandsregister beantragten. Die polnischen Behörden lehnten dies ab, und das Gericht befand, dass die Nichtanerkennung die Rechte des Paares auf Freizügigkeit, Aufenthalt und Achtung des Privat- und Familienlebens verletze. Im März 2026 entschied auch das Oberste Verwaltungsgericht Polens, dass in einem anderen EU-Staat geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anerkannt werden müssen.
„Das Familienrecht muss in den Händen der Slowakei bleiben, wie es seit Jahrhunderten der Fall ist.“
Das betroffene Paar
Metod Spacek und Ivan Novotny, ein gleichgeschlechtliches Paar, das in Österreich geheiratet hat, versuchten erfolglos, ihre Ehe im slowakischen Register eintragen zu lassen. Im Mai reichten sie beim Generalstaatsanwalt des Landes Beschwerde gegen das Innenministerium ein, weil dieses ihre Auslandsehe nicht registriert hatte. Nach der Ankündigung vom Freitag erklärten sie ihre Absicht, rechtliche Schritte gegen das ihrer Ansicht nach "rechtswidrige Verfahren, das auf Anordnung von Robert Fico durchgeführt wurde", einzuleiten. Das Paar appellierte an andere homosexuelle Paare, das Land nicht zu verlassen.
„Wenn Sie erwägen, die Slowakei aufgrund des feindseligen Klimas, das von dieser Regierung geschaffen wurde, zu verlassen, bleiben Sie bitte, wenn es noch möglich ist. Denn wir müssen den Einschüchterern die Stirn bieten.“
Rechtliche und politische Konfrontation
Die Position der slowakischen Regierung führt zu einer direkten Konfrontation mit EU-Recht. Sutaj Estok bestand darauf, dass jede grundlegende Änderung der Ehedefinition durch eine Verfassungsänderung erfolgen müsse, nicht durch ausländische Dokumente oder Gerichtsurteile. Der Innenminister stellte die Angelegenheit als eine Frage der nationalen Souveränität über das Familienrecht dar, das seiner Ansicht nach so bleiben sollte, wie es seit Jahrhunderten sei.
Die rechtliche Anfechtung des Paares schafft in Verbindung mit dem bestehenden EU-Gerichtspräzedenzfall eine mehrschichtige rechtliche Auseinandersetzung, die möglicherweise an europäische Institutionen eskaliert. Das EU-Urteil von 2025 hat bereits festgestellt, dass Mitgliedstaaten keine nationalen Verfassungsdefinitionen heranziehen können, um Rechte zu verweigern, die durch den EU-Freizügigkeits- und Familienschutz garantiert werden.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- AGILa Slovacchia non riconsoce le unioni gay celebrate all'estero
- Spiegel OnlineSlowakei: Regierung verweigert Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen
- AdnkronosSlovacchia rifiuta unioni omosessuali estere: scontro con la Corte Ue
- ZEIT ONLINERechtsprechung des EuGH: Slowakei verweigert Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen
- Matus Sutaj Estok
- Slowakischer Innenminister, der die Weigerung ankündigte, gleichgeschlechtliche Ehen aus dem Ausland zu registrieren.
- Robert Fico
- Premierminister der Slowakei, der im Juni 2026 erklärte, dass die Registrierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften nach slowakischem Recht nicht möglich sei.
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