Abgeordnete der Bürgerplattform Małgorzata Pępek erhält Krankenhaustermin nach 3 Wochen – normale Patienten warten 23 Monate
Małgorzata Pępek, Abgeordnete der Bürgerplattform aus Żywiec, unterzog sich im Februar 2025 nach nur drei Wochen Wartezeit einer medizinischen Untersuchung, während andere Patienten 23 Monate auf einen Termin warten müssen, wie das Portal zero.pl berichtet.
Ein Privileg, das die Warteschlange umging
Am 22. Februar 2025 unterzog sich die Abgeordnete der Bürgerplattform, Małgorzata Pępek, im Krankenhaus von Żywiec einer Gastroskopie. Sie wurde von einer Hebamme angemeldet, die auf der Geburtshilfestation arbeitet – ebenfalls Mitglied der Bürgerplattform – und wartete drei Wochen auf den Termin. Normalerweise warten Patienten 23 Monate auf dieselbe Untersuchung. Pępek sagte später, sie habe ihre Kollegin lediglich gebeten, sie anzumelden, weil sie keine Zeit hatte, persönlich ins Krankenhaus zu kommen, und dass sie ihre Krankenversicherungsbeiträge bezahlt habe.
Reaktion des Krankenhauses und der Abgeordneten
Nachdem die internen Kontrollen des Krankenhauses den Verstoß aufgedeckt hatten, erhielt das Abgeordnetenbüro von Pępek ein formelles Schreiben. Das Krankenhaus erklärte, dass nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung jeder Patient gemäß der Warteliste angemeldet werden müsse und nur ein Arzt aufgrund des medizinischen Zustands einen früheren Termin festlegen könne – Bedingungen, die in diesem Fall nicht vorgelegen hätten. Die Untersuchung wurde nicht der Krankenkasse in Rechnung gestellt. Pępek bestand darauf, dass sie nicht versucht habe, sich vorzudrängeln, und sagte:
Sie fügte hinzu, sie habe erst später von den langen Warteschlangen erfahren und hätte die Untersuchung privat durchführen lassen, wenn sie es gewusst hätte, und ergänzte:Ich bin höflich gekommen. Das ist alles.
Sie behauptete auch, dass die Hebamme nach der Untersuchung vom Krankenhausdirektor vorgeladen und mit Kündigung bedroht worden sei.Ich hätte die Untersuchung privat machen lassen und mich bedankt, dann gäbe es kein Problem.
Politische Folgen und frühere Versprechen
Die Abgeordnete der Partei Razem, Marcelina Zawisza, wies darauf hin, dass Pępek gegen eine Haushaltsänderung für 2026 gestimmt hatte, die die Gesundheitsausgaben um 23 Milliarden Złoty erhöht hätte.
Regierungssprecher Adam Szłapka sagte gegenüber Polsat News, dass Pępek die Situation genau erklären müsse und dass es Konsequenzen geben werde.Das ist der Gipfel der Unverschämtheit. Sie schaffen ein unterfinanziertes System, in dem Menschen lange Warteschlangen in Kauf nehmen müssen, und dann leisten sie sich solche Tricks!
Der Oppositionsabgeordnete Jarosław Sachajko forderte, die Namen der Politiker zu veröffentlichen, die im Gesundheitswesen bevorzugt behandelt werden. Im Jahr 2019 hatte Pępek selbst die Wartezeiten in Krankenhäusern kritisiert und versprochen, sie auf maximal 21 Tage zu verkürzen.Ich verteidige solche Situationen in keiner Weise. … jeder solche Fall muss aufgeklärt werden.
Weiterer Kontext von KO-Gesundheitsskandalen
Der Fall ereignet sich vor dem Hintergrund eines separaten Skandals im Südkrankenhaus in Warschau, wo ein Stadtrat der Bürgerplattform und Koordinator der Notaufnahme, Dawid Kacprzyk, im Jahr 2025 1,6 Millionen Złoty verdiente und angeblich eine „VIP-Lounge“ betrieb, in der Parteikollegen ohne Verzögerung behandelt wurden. Dieser Vorfall hat zusammen mit dem Fall in Żywiec die Anschuldigungen verstärkt, dass Politiker der Bürgerplattform die öffentliche Gesundheitsversorgung als persönliches Privileg betrachten.
