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Einzelsport·vor 20 Std.

Sinners Roland-Garros-Kollaps: Die Nummer 1 der Welt scheidet unter Hitze und Kontroversen in der zweiten Runde aus

Die Nummer eins der Welt, Jannik Sinner, erlitt bei den French Open einen dramatischen körperlichen Zusammenbruch: Nach zwei Sätzen und einem Break Führung verlor er gegen Juan Manuel Cerundolo – und löste damit einen Streit um eine medizinische Auszeit aus.

Der unfassbare Zusammenbruch

Die Nummer eins der Welt und haushohe Turnierfavorit Jannik Sinner hat am Donnerstag bei Roland-Garros eine schockierende Zweitrunden-Niederlage gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo erlitten. Der Italiener, der mit einer Siegesserie von 30 Spielen angereist war, schien nach einem 6:3, 6:2 und einer 5:1-Führung im dritten Satz bereits auf der Siegerstraße zu sein. Doch bei brütender Hitze auf dem Court Philippe-Chatrier versagte der Körper des 24-Jährigen. Er verlor die nächsten drei Spiele und verließ beim Stand von 5:4 und 0:40 aus seiner Sicht den Platz für eine medizinische Auszeit.

Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Vielleicht bin ich dehydriert.

Die Pause brachte keine Erholung. Cerundolo, die Nummer 56 der Welt, nutzte die Gelegenheit und vollendete ein bemerkenswertes Comeback mit 3:6, 2:6, 7:5, 6:1, 6:1. Sinner erklärte später, er habe sich seit dem Aufwachen unwohl gefühlt, mit Schwindel und Energielosigkeit, und schien zudem an einer Hüftproblematik zu leiden. Die Niederlage beendete seine Rekordserie von 30 Siegen in Folge – die erste Niederlage seit drei Monaten.

Kontroverse um medizinische Auszeit

Das Spiel blieb nicht ohne Kontroversen. Der ehemalige Weltranglistenerste Jim Courier war empört, dass Sinner wegen offensichtlicher Krämpfe behandelt werden durfte, ohne bestraft zu werden. Nach den Regeln gelten Krämpfe nicht als Verletzung, die eine medizinische Auszeit rechtfertigt.

Das ist unfair gegenüber Cerundolo. Die Uhr sollte weiterlaufen, er sollte dafür bestraft werden. Es ist keine Verletzung. Er reagiert auf verschiedene Körperstellen, das ist keine Knöchelverletzung. Das sind eindeutig Krämpfe.

Courier argumentierte, die Regeln würden zu Gunsten von Topspielern gebeugt, und bezeichnete die Entscheidung, Sinner vom Platz zu nehmen, um seine Vitalwerte zu überprüfen, als „völligen Unsinn“. Der Vorfall hat die Debatte über die einheitliche Anwendung der medizinischen Auszeitregeln im Profitennis neu entfacht.

Hitzewelle trifft Roland-Garros

Die extreme Hitze in Paris war während des gesamten Turniers ein großes Thema. Sinners Zusammenbruch war die dramatischste Folge, aber es gab auch andere Vorfälle, die Besorgnis auslösten. Der Norweger Casper Ruud wäre nach drei Stunden Spielzeit fast auf seiner Bank ohnmächtig geworden und musste von einem Arzt untersucht werden, bevor er weiterspielen durfte. Auch eine junge Balljunge erlitt einen medizinischen Zwischenfall, der zur Unterbrechung eines anderen Spiels führte. Zuschauer in den Gängen beschrieben die Bedingungen als brutal.

Ist es ideal, bis Mitternacht oder später zu spielen? Nein. Aber bei einer Hitzewelle sollten wir vielleicht darüber nachdenken.

Novak Djokovic, dreimaliger Roland-Garros-Sieger, schlug vor, Spiele in den Abend zu verlegen, um die größte Hitze zu vermeiden. Die aktuellen Regeln erlauben eine Spielunterbrechung von 10 Minuten oder mehr auf Antrag eines Spielers oder Schiedsrichters, allerdings nur, wenn bestimmte Schwellenwerte für Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind überschritten werden.

Ein völlig offenes Turnier

Das Ausscheiden der Nummer eins der Welt, die ohne den verletzten Titelverteidiger Carlos Alcaraz die klare Favoritin war, hat das Männerfeld völlig durcheinandergewirbelt. Von den 32 Spielern, die noch in der dritten Runde sind, ist nur ein ehemaliger Champion übrig: Novak Djokovic, der mit 39 Jahren seinen 25. Grand-Slam-Titel (Rekord) jagt. Der Weg ist nun frei für Spieler wie Alexander Zverev, der auf seinen ersten Major-Titel hofft, und junge Talente wie Ben Shelton, Joao Fonseca und Rafal Jodar.

Französische Hoffnungen steigen

Während das Turnier seinen Topgesetzten verlor, fand der französische Tennis einen neuen Helden. Der 17-jährige Moïse Kouame, der sein Debüt bei Roland-Garros und erst sein zweites Grand-Slam-Match überhaupt bestritt, zog nach einem fast fünfstündigen Kampf gegen den Paraguayer Adolfo Daniel Vallejo in die dritte Runde ein. Kouame gewann 6:3, 7:5, 3:6, 2:6, 7:6 [10:8], überstand einen 5:2-Rückstand im letzten Satz und begeisterte die Menge auf dem Court Suzanne-Lenglen. Auch Diane Parry sicherte sich einen Sieg, was es zu einem positiven Tag für die Gastgebernation machte.

Sinners Zusammenbruch: Die Schlüsselmomente
  1. Sinner gewinnt die ersten beiden Sätze 6:3, 6:2 und führt im dritten Satz mit 5:1.
  2. Sinner verliert drei Spiele in Folge; Cerundolo verkürzt auf 5:4.
  3. Beim Stand von 5:4 und 0:40 aus Sicht von Sinner verlässt er den Platz für eine medizinische Auszeit.
  4. Cerundolo gewinnt den dritten Satz mit 7:5 und dominiert die letzten beiden Sätze mit 6:1, 6:1.
Paris

8 Quellen

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