
Sinaloa-Gouverneur Rubén Rocha Moya tritt nach Kritik aus der Bundesregierung erneut zurück
Rubén Rocha Moya beantragte am 22. August eine unbestimmte Auszeit beim Kongress des Bundesstaates Sinaloa, einen Tag nachdem seine überraschende Rückkehr ins Amt die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum zu scharfer Kritik veranlasst hatte.
Zweite Auszeit in Sinaloa
Am Samstag, den 22. August 2026, gab der Gouverneur von Sinaloa, Rubén Rocha Moya, bekannt, dass er zum zweiten Mal in diesem Jahr von seinen Regierungsaufgaben zurücktritt. Der 77-jährige Politiker, der unter dem Banner der regierenden Morena-Partei gewählt wurde, veröffentlichte auf der Social-Media-Plattform X ein formelles Schreiben an den Landtag. Darin beantragte Rocha Moya die Genehmigung einer unbestimmten vorübergehenden Auszeit von mehr als 30 Tagen. Die Ankündigung erfolgte kaum 24 Stunden nach seiner unangekündigten Rückkehr ins Büro am Freitag, den 21. August, die sowohl regionale Beamte als auch nationale politische Führung überrascht hatte. In seiner öffentlichen Stellungnahme ging Rocha Moya nicht auf seine spezifischen persönlichen Beweggründe ein, sondern bekundete lediglich seine Loyalität zur politischen Bewegung.
Sinaloa, die Nation und die Transformationsbewegung kommen zuerst.
Reaktion auf die Rückkehr ins Amt und Widerstand aus der Bundesregierung
Rocha Moya hatte am Freitag seine Arbeit im Büro im dritten Stock des Regierungspalastes in Culiacán wieder aufgenommen, ein Schritt, der sofort parteiübergreifend verurteilt wurde. Politische Persönlichkeiten bezeichneten die plötzliche Rückkehr als inakzeptabel und zynisch und argumentierten, der Gouverneur handle, als ob die Anschuldigungen gegen ihn verschwunden seien. Die Bundesregierung in Mexiko-Stadt widersetzte sich umgehend seinem Vorgehen. Das mexikanische Innenministerium erklärte, die Entscheidung des Gouverneurs zur Wiederaufnahme des Amtes sei rein persönlich und habe keine Unterstützung des Bundes. Am 22. August äußerte sich die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum öffentlich und kritisierte Politiker, die ihre eigenen persönlichen Interessen über das Land stellen.
Koalitionssolidarität und Parteireaktion
Im Anschluss an Sheinbaums Äußerungen gaben die Gouverneure der Bundesstaaten, die der Vierten-Transformations-Koalition angehören, eine gemeinsame Erklärung zur Unterstützung der Präsidentin heraus. Das politische Reformprojekt, das unter dem früheren Präsidenten Andrés Manuel López Obrador seinen Anfang nahm und unter Sheinbaum fortgesetzt wird, umfasst Gouverneure der Morena-Partei aus dem ganzen Land. In ihrer gemeinsamen Erklärung betonten die Gouverneure die Notwendigkeit, den institutionellen Zusammenhalt zu bewahren und sich an die Grundprinzipien der Morena-Bewegung zu halten. Die regionalen Führer bekräftigten, dass Sheinbaum Mexiko mit Legitimität, Ehrlichkeit und Führungsstärke leite, und versicherten, dass ihre jeweiligen Landesverwaltungen ihrer nationalen Ausrichtung verpflichtet blieben.
- Rubén Rocha Moya tritt sein Amt als Gouverneur von Sinaloa an.
- Rocha Moya tritt zurück, nachdem Staatsanwälte in New York seine Festnahme und Auslieferung beantragen.
- Rocha Moya kehrt in sein Büro im Hauptquartier der Regierung von Sinaloa zurück.
- Rocha Moya beantragt nach Kritik von Präsidentin Claudia Sheinbaum eine unbestimmte Auszeit.
Anklage in den Vereinigten Staaten und Verbindungen zum Kartell
Die politische Krise in Sinaloa begann am 1. Mai 2026, als Staatsanwälte in New York die Festnahme und Auslieferung von Rocha Moya wegen Drogenhandels beantragten. Die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Staaten beschuldigte Rocha Moya zusammen mit neun weiteren aktuellen und ehemaligen mexikanischen Beamten, sich mit dem Sinaloa-Kartell verschworen zu haben, um massive Lieferungen von Betäubungsmitteln in die Vereinigten Staaten zu verteilen. Aus US-Gerichtsakten geht außerdem hervor, dass die Chapitos-Fraktion des Sinaloa-Kartells während des Wahlkampfs von Rocha Moya im Jahr 2021 Unterstützung geleistet habe. Die US-Behörden haben sich stark auf die Rolle des Kartells beim Handel mit illegalem Fentanyl konzentriert, einer synthetischen Droge, die in den letzten Jahren für Zehntausende von Todesfällen durch Überdosierung in den Vereinigten Staaten verantwortlich war.
Nächste Schritte für die Landesgesetzgebung
Der Kongress des Bundesstaates Sinaloa ist nun dafür zuständig, das formelle Gesuch des Gouverneurs zu bearbeiten und die Landesverwaltung zu organisieren. Die sechsjährige Amtszeit von Rocha Moya als Gouverneur begann ursprünglich im Jahr 2021 und soll bis zum 31. Dezember 2027 dauern. Stand 23. August haben die Fraktionsvorsitzenden im Landtag noch keine außerordentliche Sitzung zur Beratung des Antrags auf Auszeit oder zur Ernennung eines neuen Interimsgouverneurs anberaumt. Die Versammlung musste bereits im Mai eine Ersatzführung benennen, als Rocha Moya zunächst zurücktrat, und die Abgeordneten müssen nun erneut das formelle verfassungsgemäße Verfahren durchlaufen, um das Exekutivamt in Culiacán zu besetzen.


