Wirtschaft · München
Siemens AG und Siemens Energy erzielen Rekordquartalsgewinne dank KI-getriebener Rechenzentrumsnachfrage
Siemens AG und die separat notierte Siemens Energy haben für die drei Monate bis zum 30. Juni Rekordquartalsergebnisse vorgelegt, angetrieben von der boomenden Nachfrage aus Rechenzentren und dem Bereich Künstliche Intelligenz. Der Mutterkonzern hob zudem seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, Reuters, Bloomberg Business und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Industriegewinn erreichte 3,52 Milliarden Euro für das am 30. Juni endende Quartal, ein Plus von 25 Prozent gegenüber 2,82 Milliarden Euro im Vorjahr und über den Analystenerwartungen von 3,18 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 20,79 Milliarden Euro, die Auftragseingänge um 13 Prozent auf 27,90 Milliarden Euro – beides Rekordwerte.
Das Unternehmen hob seine Gewinnprognose je Aktie für das Gesamtjahr auf 11,20 bis 11,50 Euro an, nach zuvor 10,70 bis 11,10 Euro – die zweite Anhebung in diesem Jahr –, während es an seiner Umsatzwachstumsprognose von 6 bis 8 Prozent auf vergleichbarer Basis festhält.
Siemens Energy erzielte einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro (plus 18 Prozent), Auftragseingänge von 17,9 Milliarden Euro (plus 8,5 Prozent) und einen operativen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro – fast dreimal so viel wie die 497 Millionen Euro im Vorjahr. Die Gasturbinenaufträge erreichten mit knapp 10 Milliarden Euro ein Plus von 62 Prozent.
Die Windsparte erzielte erstmals seit 15 Quartalen einen operativen Gewinn von 75 Millionen Euro, der Cashflow blieb jedoch in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres mit minus 1,7 Milliarden Euro negativ.
Das Unternehmen wird sich im Laufe des Jahres 2026 in Omterra umbenennen – eine Kombination aus „Om“ (in Anlehnung an den elektrischen Widerstand) und „Terra“ (Erde) –, um eine von der ehemaligen Mutter Siemens AG unabhängige Marke zu schaffen.
- 5.08.Siemens Energy meldet Rekord-Q3-Ergebnisse (Umsatz 11,5 Mrd. €, Aufträge 17,9 Mrd. €) und kündigt Umbenennung in Omterra an
- 6.08.Siemens AG meldet Rekord-Industriegewinn von 3,52 Mrd. € im Quartal und hebt Jahres-Gewinnprognose auf 11,20–11,50 € an
Siemens AG meldet Rekordquartal
Siemens AG erzielte mit 3,52 Milliarden Euro den höchsten Industriegewinn seiner Geschichte für die drei Monate bis zum 30. Juni – ein Plus von 25 Prozent gegenüber 2,82 Milliarden Euro im Vorjahr und über den Analystenerwartungen von 3,18 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 20,79 Milliarden Euro und übertraf damit die Konsensschätzung von 20,64 Milliarden Euro. Die Auftragseingänge legten um 13 Prozent auf 27,90 Milliarden Euro zu – ebenfalls ein Quartalsrekord. Der Nettogewinn nach Steuern erreichte 2,58 Milliarden Euro, ein Anstieg von rund 16 Prozent im Jahresvergleich. Der in München ansässige Konzern hob seine Prognose für den Gewinn je Aktie auf eine Spanne von 11,20 bis 11,50 Euro an, nach zuvor 10,70 bis 11,10 Euro, und erwartet weiterhin ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent für das am 30. September endende Geschäftsjahr.
Konzernchef Roland Busch erklärte, das Unternehmen habe ein weiteres sehr erfolgreiches Quartal abgeschlossen und hebe den Ausblick an.
„Wir haben ein weiteres sehr erfolgreiches Quartal abgeschlossen. Wir sind auf Kurs für ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr und heben unseren Ausblick an.“
Segmententwicklung
Die bislang vergleichsweise schwächere Sparte Digital Industries (Fabrikautomation) verzeichnete einen Gewinnsprung von 44 Prozent auf 923 Millionen Euro bei einem Umsatzplus von 10 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Die Softwareerlöse innerhalb der Sparte stiegen um 15 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, die operative Marge erreichte 18,7 Prozent. Smart Infrastructure blieb der größte Gewinnbringer mit einem Gewinn von 1,27 Milliarden Euro (plus 19 Prozent), angetrieben von einem Bauboom bei Rechenzentren, der den Umsatz um 13 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro und die Auftragseingänge um 42 Prozent auf 8 Milliarden Euro steigerte. Die Bahnsparte Mobility erwirtschaftete 280 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert. Der von Siemens genau beobachtete US-Wettbewerber Rockwell Automation meldete für das gleiche Quartal ein Umsatzwachstum von 2,3 Milliarden US-Dollar und einen operativen Gewinn von 516 Millionen US-Dollar (plus 23 Prozent) bei einer Marge von 22,3 Prozent.
- Digital Industries
- 923 Mio. €
- Smart Infrastructure
- 1270 Mio. €
- Mobility
- 280 Mio. €
Daten aus dem Artikeltext
Busch sagte dem Handelsblatt, Siemens restrukturiere aus einer Position der Stärke heraus.
„Wir handeln eindeutig aus einer Position der Stärke. Man sollte sich verändern, wenn es gut läuft, und nicht warten, bis es schlechter wird.“
Healthineers-Abspaltung kommt voran
Finanzvorständin Veronika Bienert erklärte, das Unternehmen habe die relevanten Steuerfragen mit den Finanzbehörden abschließend geklärt, um die geplante Abspaltung seiner Zweidrittel-Beteiligung an Siemens Healthineers voranzutreiben. Der Mischkonzern beabsichtigt, diesen Anteil etwa zu halbieren, indem er Aktien an seine eigenen Aktionäre verteilt. Siemens profitierte zudem von US-Zollrückerstattungen im Zusammenhang mit Healthineers.
„Wie erwartet haben wir zwischenzeitlich die relevanten steuerlichen Fragen mit den Finanzbehörden abschließend geklärt, um wie geplant mit der Abspaltung von Siemens Healthineers fortzufahren.“
Siemens Energy erreicht Rekordniveau
Siemens Energy, die separat notierte ehemalige Tochtergesellschaft, meldete am 5. August ein eigenes Rekordquartal. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro, die Auftragseingänge legten um 8,5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro zu, und der operative Gewinn verdreifachte sich nahezu auf 1,623 Milliarden Euro, nach 497 Millionen Euro im Vorjahr, was einer Marge von 13,7 Prozent entspricht. Die Gasturbinensparte verzeichnete mit knapp 10 Milliarden Euro einen Rekordauftragseingang (plus 62 Prozent) bei einer Marge von 17,2 Prozent, angetrieben von der US-Rechenzentrumsnachfrage und Kraftwerksprojekten im Nahen Osten und in Asien. Das Netzgeschäft erzielte zweistellige Zuwächse bei Aufträgen, Umsatz und Gewinn bei einer Marge von 19,8 Prozent. Der Auftragsbestand des Unternehmens belief sich auf 162 Milliarden Euro.
- Umsatz
- 11.5 Mrd. €
- Aufträge
- 17.9 Mrd. €
- Operativer Gewinn
- 1.6 Mrd. €
Daten aus dem Artikeltext
Konzernchef Christian Bruch sagte, die weltweite Stromnachfrage bleibe stark.
„Die weltweite Nachfrage nach Strom und folglich nach unseren Produkten blieb im dritten Quartal stark.“
Windsparte und Umbenennung
Siemens Gamesa, die Windsparte, die seit 2023 aufgrund von Qualitätsmängeln bei zwei Onshore-Plattformen Milliardenverluste angehäuft hatte, kehrte erstmals seit 15 Quartalen mit einem operativen Gewinn von 75 Millionen Euro und einer Marge von 2,7 Prozent in die Gewinnzone zurück. Finanzvorständin Maria Ferraro bezeichnete das Ergebnis als Meilenstein für den Konzern. Der Cashflow blieb jedoch mit minus 1,7 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres negativ, da Umsätze nach Baufortschritt und nicht nach Zahlungseingang erfasst werden. Windchef Vinod Philip zeigte sich Anfang Juni zuversichtlich, bis zum Ende des Geschäftsjahres die Gewinnschwelle zu erreichen.
Siemens Energy kündigte zudem an, sich im Laufe dieses Jahres in Omterra umzubenennen – eine Kombination aus „Om“ (in Anlehnung an den griechischen Buchstaben Omega und dessen Assoziation mit elektrischem Widerstand) und „Terra“ (Erde). Bruch deutete an, dass das Unternehmen sein Portfolio überprüfe, einschließlich des langfristigen Platzes des Windgeschäfts im Konzern, betonte jedoch, dass keine übereilten Entscheidungen getroffen würden.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Roland Busch
- Vorstandsvorsitzender der Siemens AG
- Veronika Bienert
- Finanzvorständin der Siemens AG, verantwortlich für die Healthineers-Abspaltung
- Christian Bruch
- Vorstandsvorsitzender der Siemens Energy
- Maria Ferraro
- Finanzvorständin der Siemens Energy, bezeichnete die Rentabilität von Gamesa als Meilenstein
- Vinod Philip
- Leiter der Siemens-Gamesa-Windsparte, strebt bis zum Ende des Geschäftsjahres die Gewinnschwelle an
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