Konflikte · Umm al-Khair und Beerscheba
Israel klagt Siedler Yinon Levi wegen Totschlags an palästinensischem Aktivisten Awdah Hathaleen an
Die israelische Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag den Siedler Yinon Levi wegen der Tötung des palästinensischen Aktivisten Awdah Hathaleen im Juli 2025 im Westjordanland angeklagt – die erste derartige Anklage gegen einen Siedler seit Oktober 2023.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von vrtnws.be, The New York Times, France 24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Staatsanwaltschaft des Südbezirks reichte die Anklage am 6. August 2026 ein und beschuldigte Yinon Eliya Levi (33) des fahrlässigen Totschlags, bewaffneten Hausfriedensbruchs und vorsätzlicher Sachbeschädigung. Eine Verurteilung könnte eine Freiheitsstrafe von bis zu 12 Jahren nach sich ziehen.
Hathaleen (31) wurde im Juli 2025 (die New York Times berichtet von Juni 2025) in Umm al-Khair während einer Auseinandersetzung getötet, bei der Siedler einen Bagger auf privatem palästinensischen Land betrieben. B'Tselem-Aufnahmen zeigen, wie Levi in eine Menge schießt; Hathaleen filmte den Moment, in dem er getroffen wurde.
Yesh Din untersuchte mehr als 1.700 Fälle jüdischer extremistischer Gewalt im Westjordanland von 2005 bis 2024 und stellte fest, dass 3 Prozent mit einer vollständigen oder teilweisen Verurteilung endeten. Die letzte Anklage gegen einen Siedler wegen Tötung eines Palästinensers war 2019.
Die USA und die EU verhängten im April 2024 Sanktionen gegen Levi wegen früherer gewalttätiger Angriffe auf Palästinenser. Auch Großbritannien verhängte Sanktionen. Präsident Donald Trump hob die US-Sanktionen nach seinem Amtsantritt 2025 auf.
Seit dem 7. Oktober 2023 haben israelische Soldaten und Siedler nach Angaben der Vereinten Nationen, zitiert von Reuters, mindestens 1.100 Palästinenser im Westjordanland getötet, darunter mindestens 240 Kinder.
- April 2024Vereinigte Staaten und Europäische Union verhängen Sanktionen gegen Yinon Levi wegen Gewalt gegen Palästinenser
- Juli 2025Awdah Hathaleen bei Siedlerkonfrontation in Umm al-Khair getötet (NYT berichtet Juni 2025)
- 6.08.Israelische Staatsanwaltschaft klagt Levi wegen fahrlässigen Totschlags an, erste derartige Anklage seit Okt. 2023
Die Anklageschrift
Die israelische Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag, den 6. August, Anklage gegen Yinon Eliya Levi, einen 33-jährigen Siedler aus Ma'on, erhoben. Ihm wird fahrlässiger Totschlag am Tod des palästinensischen Aktivisten Awdah Hathaleen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft des Südbezirks reichte die Anklage beim Bezirksgericht Beerscheba ein, die auch bewaffnetes Hausfriedensbruch und vorsätzliche Sachbeschädigung umfasst. Eine Verurteilung wegen fahrlässigen Totschlags kann eine Freiheitsstrafe von bis zu 12 Jahren nach sich ziehen. Der Fall ist die erste Anklage gegen einen israelischen Siedler wegen Tötung eines Palästinensers im Westjordanland seit dem 7. Oktober 2023, so B'Tselem. Das israelische Justizministerium schrieb auf X, Levi werde vorgeworfen, während einer Auseinandersetzung über Erdarbeiten auf Privatgrundstück in Richtung eines Bereichs geschossen zu haben, in dem sich Menschen aufhielten.
Der Vorfall
Hathaleen wurde im Juli 2025 (die New York Times berichtet von Juni 2025) während einer Auseinandersetzung in seinem Dorf Umm al-Khair in der Region Masafer Yatta nahe Hebron getötet. Der Zusammenstoß eskalierte, als Siedler einen großen Bagger auf privatem palästinensischen Land betrieben. Von B'Tselem veröffentlichtes Filmmaterial zeigt, wie Levi eine Waffe zieht und in eine Menge Palästinenser schießt. Hathaleen, der die Auseinandersetzung filmte, hielt den Moment fest, in dem er getroffen wurde; das Video endet mit den Geräuschen seines Stöhnens, als er fällt. Die palästinensische Menschenrechtsorganisation Al-Haq führte eine forensische Untersuchung anhand dieses Filmmaterials durch. Levis Anwalt Avichai Hajbi hatte zuvor erklärt, sein Mandant habe in Notwehr gehandelt, und behauptet, Palästinenser hätten Steine geworfen und Levi habe in die Luft geschossen, weil er sein Leben in Gefahr sah.
Eine seltene Strafverfolgung
Das letzte Mal, dass ein israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt wurde, war 2019, so Ziv Stahl, Exekutivdirektor der israelischen Menschenrechtsorganisation Yesh Din. Die Organisation untersuchte mehr als 1.700 Fälle jüdischer extremistischer Gewalt im Westjordanland von 2005 bis 2024 und stellte fest, dass 3 Prozent mit einer vollständigen oder teilweisen Verurteilung endeten. Seit dem 7. Oktober 2023 haben israelische Soldaten und Siedler nach Angaben der Vereinten Nationen, zitiert von Reuters, mindestens 1.100 Palästinenser im Westjordanland getötet, darunter mindestens 240 Kinder. B'Tselem bezeichnete die Anklage als außergewöhnlich.
„Die Entscheidung, Yinon Levi anzuklagen, ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Die Straflosigkeit, die Israel Soldaten und Siedlern gewährt, die Palästinenser schädigen, ist kein Versagen des Systems, sondern ein zentraler Bestandteil einer Politik, die darauf abzielt, die Gewalt fortzusetzen und zu eskalieren.“
Reaktionen der Familie und der Rechtsvertretung
Hathaleens Familie zeigte sich erleichtert, aber frustriert darüber, dass die Staatsanwaltschaft keine schwerwiegendere Anklage erhoben hatte. Khalil Hathaleen, 39, der Bruder des Opfers, sagte, die Heimatstadt der Familie sei seit der Tötung häufigen Angriffen ausgesetzt.
„Wir hoffen, dass wir Gerechtigkeit für Awdah erreichen. Das ist unsere einzige Forderung.“
Hathaleens Anwalt Eitan Peleg nannte die Anklage eine sehr wichtige Entscheidung und sagte, er hoffe, dass sie einen Präzedenzfall für künftige Fälle von Straftaten gegen Palästinenser schaffen werde. Er merkte an, dass viele Palästinenser von Siedlern oder der Armee getötet werden, aber dies sei das erste Mal, dass eine vollständige Untersuchung durchgeführt wurde.
Sanktionen und weiterer Kontext
Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union verhängten im April 2024 Sanktionen gegen Levi wegen früherer gewalttätiger Angriffe auf Palästinenser. Auch Großbritannien verhängte Sanktionen gegen ihn. US-Präsident Donald Trump hob die US-Sanktionen nach seinem Amtsantritt im Jahr 2025 auf. Rund 500.000 israelische Siedler leben nach Angaben mehrerer Quellen im Westjordanland unter etwa drei Millionen Palästinensern. Der Internationale Gerichtshof hat die israelische Präsenz in den besetzten palästinensischen Gebieten für rechtswidrig erklärt und einen sofortigen Stopp des Siedlungsbaus gefordert, ein Urteil, das Israel ablehnte. Das israelische Militär erklärt, es untersuche Fälle von Fehlverhalten seiner Soldaten und dass es gemeinsam mit der Polizei Maßnahmen ergreife, um gegen Siedlergewalt vorzugehen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- vrtnws.beIsraël klaagt kolonist Yinon Levi aan voor dood van Awdah Hathaleen, bekend van Oscarwinnende docu 'No other land' | VRT NWS Nieuws
- The New York TimesIsraeli Settler Charged in Death of Activist Awdah Hathaleen
- France 24Un colon israélien inculpé pour la mort du militant palestinien Awdah Hathaleen en Cisjordanie
- Tages AnzeigerErste Klage seit dem 7. Oktober: Israel klagt Siedler wegen Tötung von Oscar-Film-Aktivist an
- Yinon Levi
- Israelischer Siedler aus Ma'on, angeklagt wegen fahrlässigen Totschlags an Awdah Hathaleen
- Awdah Hathaleen
- Palästinensischer Aktivist und Englischlehrer, getötet in Umm al-Khair im Juli 2025, porträtiert in der oscarprämierten Dokumentation No Other Land
- Donald Trump
- US-Präsident, der die Sanktionen gegen Yinon Levi nach seinem Amtsantritt 2025 aufhob
- Orte
- Beʾer Scheva, Gazastreifen, Hebron
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