
Bürgermeisterin sagt, Demokratie sei „ins Herz getroffen" nach zweiter Nacht der Krawalle um Asylunterkunft in Wijk bij Duurstede
Ein Protest gegen eine geplante Asylunterkunft in der niederländischen Stadt Wijk bij Duurstede ist am Freitagabend zum zweiten Mal gewaltsam eskaliert: Dutzende Randalierer zertrümmerten die Fenster des Rathauses und griffen die Polizei mit Böllern und Pflastersteinen an. Sieben Personen wurden festgenommen.
Was geschah
Gegen 21.45 Uhr am Freitag kippte die Stimmung einer zuvor friedlichen Versammlung vor dem Rathaus, als Gruppen von Randalierern auftauchten, viele mit Gesichtsbedeckungen. Die Atmosphäre wurde bedrohlich, schließlich waren etwa 60 Personen beteiligt. Sie rissen drei Überwachungskameras herunter, rissen Verkehrsschilder aus dem Boden und warfen schwere Böller und Pflastersteine auf das Gebäude. Lokale Reporter berichteten, dass auch Polizeifahrzeuge beworfen wurden.
Die Polizei verstärkte ihr Aufgebot schnell und setzte mehr als 80 Beamte, Hundeführer, berittene Polizei und einen Hubschrauber ein, der über dem Gebiet kreiste. Die Mobile Einheit (ME) führte mehrere Räumungsangriffe durch, und für die Umgebung wurde eine ausgangssperrenähnliche Notverordnung erlassen. Sieben Verdächtige wurden festgenommen und befanden sich am Samstagmorgen noch in Gewahrsam. Beamte wurden nicht verletzt.
Politischer Schock
Die Gewalt folgt auf eine frühere Zerstörungsnacht am 5. Juni, bei der ebenfalls Böller und Vandalismus das Rathaus trafen. Die amtierende Bürgermeisterin Petra Doornenbal zeigte sich wütend und erklärte, der zweite Ausbruch habe jede rote Linie überschritten.
Selbst wenn man denkt, der Tiefpunkt sei erreicht, stellt sich heraus, dass die Krawallnacht vom Freitag, dem 5. Juni, nicht die Grenze war. Das Herz unserer Demokratie ist getroffen worden.
Sie merkte an, dass erst am vorangegangenen Dienstag der Gemeinderat einstimmig die Bedingungen für die vorübergehende Unterbringung von 50 bis 75 Asylsuchenden auf einem Sportpark unterstützt hatte. Anwohner, Ratsmitglieder und Gemeindemitarbeiter fühlten sich in ihrer eigenen Nachbarschaft unsicher, fügte sie hinzu.
Rechtsextreme Präsenz
Ein Polizeisprecher erklärte, Mitglieder radikaler rechter „Defend"-Gruppen aus anderen Teilen der Niederlande seien während der Unruhen in Wijk bij Duurstede gesehen worden. Ob sie sich an den Krawallen beteiligten, ist unklar, auch wegen der Gesichtsbedeckungen der Angreifer. Die Beteiligung von Defend Netherlands ist auch bei anderen Protesten gegen Asylunterkünfte im Land aufgetaucht.
- Erste Krawalle am Rathaus wegen der geplanten Asylunterkunft; Böller und Vandalismus gemeldet.
- Gemeinderat unterstützt einstimmig die Bedingungen für die vorübergehende Asylunterkunft.
- Zweite Krawalle nach friedlichem Protest; Rathausfenster zertrümmert, massives Polizeiaufgebot, sieben Festnahmen.
Schäden und Ermittlungen
Laut Polizei wurden fast alle Fenster des Rathauses zertrümmert, Böller verursachten Brandschäden im Inneren, und drei Kameras wurden zerstört. Ein Gemeindesprecher sagte, es werde untersucht, ob Randalierer tatsächlich in das Gebäude eingedrungen seien; zuvor hatte die Gemeinde angegeben, dass dies geschehen sei. Busse wurden umgeleitet, und mindestens zwanzig Polizeiautos mit Blaulicht und Sirenen versammelten sich am Ort des Geschehens. Ein Anwohner sagte, er habe so etwas noch nie gesehen und habe wegen des Lärms stundenlang wach gelegen. Die sieben Festgenommenen warten auf weitere Ermittlungen zu ihrer Rolle bei den Ausschreitungen.


