
SFV erzielt Gewinn nach WM-Achtelfinale, gegen Kolumbien geht es um Millionen mehr
Der Einzug ins Achtelfinale beschert dem Schweizerischen Fussballverband trotz hoher Kosten und ungeklärter US-Steuerfragen einen finanziellen Gewinn.
Preisgeld sichert Gewinn
Der 2:0-Sieg der Schweiz gegen Algerien im Sechzehntelfinale und die anschließende Qualifikation für das Achtelfinale haben den Schweizerischen Fussballverband (SFV) in die schwarzen Zahlen gebracht. Die FIFA zahlt jedem Teilnehmer 9 Millionen Dollar Startgeld plus eine feste Vorbereitungspauschale von 1,5 Millionen Dollar, und der SFV hat je nach Quelle nun insgesamt zwischen 15 und 16,5 Millionen Dollar an Preisgeldern eingenommen. Die genaue Aufschlüsselung variiert: Einige Berichte nennen 10 Millionen Dollar für die Teilnahme, 1 Million für das Sechzehntelfinale und 4 Millionen für den Achtelfinalsieg, während andere die Beträge zu 10,5 Millionen Dollar Startgeld und 4,5 Millionen für das Erreichen des Achtelfinals zusammenfassen.
Mit dieser Achtelfinal-Qualifikation steht bereits fest, dass wir die Weltmeisterschaft mit einem Gewinn abschliessen werden.
Kosten und die kalifornische Steuerfrage
Die Kampagne kostet einen zweistelligen Millionenbetrag. Die 65-köpfige Delegation reist mit Einzelzimmern, exklusiven Hotelbereichen, einem Hightech-Trainingszentrum und Charterflügen. Der Aufwand des SFV liegt bisher bei rund 11 Millionen Schweizer Franken. Die FIFA beteiligt sich an Reise- und Unterbringungskosten, doch der Verband trägt weiterhin einen grossen Teil. Ein Charterflug in die USA hätte bis zu 1 Million Dollar kosten können, doch die Mannschaft nutzte für die Hinreise einen Linienflug, was die Rechnung reduzierte.
Eine ungeklärte Steuerfrage trübt die endgültige Gewinnzahl. Der Kader verbrachte 28 Tage mit Basis in Kalifornien, das eine Steuer von 12 % auf Löhne erhebt, den höchsten Satz in den Vereinigten Staaten. Die Co-Gastgeber Kanada und Mexiko besteuern WM-Teilnehmer nicht. SFV-Kommunikationschef Adrian Arnold sagte, die Steuerfrage sei noch offen, doch selbst wenn Steuern fällig würden, werde der Verband keinen Verlust ausweisen.
Selbst wenn wir noch Steuern zahlen müssen, werden wir nicht in den roten Zahlen sein.
Leistungsabhängige Spielerprämien
Seit 2022 sind die Prämien der Schweizer Nationalmannschaft bei Turnieren streng leistungsabhängig und werden zwischen dem Spielerrat und dem SFV ausgehandelt. Wäre die Mannschaft in der Gruppenphase ausgeschieden, hätten die Spieler nichts erhalten. Das Erreichen des Achtelfinals brachte ihnen jeweils ein paar tausend Franken ein, eine bescheidene Summe im Vergleich zu ihren Klubgehältern. Ein weiteres Vorrücken würde diese Auszahlungen erhöhen.
Was ein tieferer Lauf bringen würde
Ein Viertelfinal-Einzug, der der erste der Schweiz seit 1954 wäre, bringt weitere 4 Millionen Dollar. Ein Halbfinal-Platz bringt 8 Millionen Dollar mehr, während der Einzug in den Final das gesamte Preisgeld auf 33 Millionen Dollar steigen liesse. Der Turniersieg würde 50 Millionen Dollar einbringen. Der Gesamtpreispool der FIFA für die WM 2026 beträgt rund 735 Millionen Dollar, fast 300 Millionen mehr als in Katar 2022. Der Gewinn des SFV aus dem Turnier 2022 betrug rund 3 Millionen Schweizer Franken, trotz eines Achtelfinal-Aus und geringerer Preisgelder.
- Sechzehntelfinale
- 1 Mio. USD
- Achtelfinal-Sieg
- 4 Mio. USD
- Viertelfinale
- 4 Mio. USD
- Halbfinale
- 8 Mio. USD
Die Schweiz trifft am Dienstag um 22:00 Uhr Schweizer Zeit im Achtelfinale auf Kolumbien. Ein Sieg wäre nicht nur historisch, sondern würde auch die Finanzen des Verbandes für Breiten- und Spitzenprojekte erheblich aufbessern.


