
Roland-Garros: Adolfo Vallejo löst mit sexistischer Behauptung Empörung aus, sein Match hätte von einem männlichen Schiedsrichter geleitet werden sollen
Nach einer dramatischen Fünf-Satz-Niederlage gegen den 17-jährigen Moïse Kouame bei Roland-Garros entfachte der Paraguayer Adolfo Daniel Vallejo einen Sturm der Entrüstung, indem er darauf beharrte, dass „diese Art von Match von einem Mann geleitet werden muss“.
Das Match
Adolfo Daniel Vallejo, der 22-jährige Paraguayer auf Platz 71 der Weltrangliste, wurde von dem 17-jährigen französischen Wildcard-Teilnehmer Moïse Kouame in einem Fünf-Satz-Marathon auf dem Court Suzanne Lenglen eliminiert. Die Begegnung dauerte vier Stunden und 56 Minuten, wobei Kouame schließlich mit 6:3, 7:5, 3:6, 2:6, 7:6 die Oberhand behielt, nachdem Vallejo eine 5:2-Führung im fünften Satz hatte entgleiten lassen. Das französische Publikum feierte den einheimischen Teenager lautstark.
Vallejos Angriff auf die Schiedsrichterin
Im Nachhinein machte Vallejo die brasilianische Schiedsrichterin Ana Carvalho dafür verantwortlich, dass sie die intensive Atmosphäre nicht im Griff gehabt habe.
Diese Kommentare, veröffentlicht vom Magazin Clay, riefen sofortige Misogynie-Vorwürfe hervor.Diese Art von Match muss von einem Mann geleitet werden, es ist für eine Frau sehr schwierig, das zu tun. Es muss von einem Mann gepfiffen werden, weil das Publikum sehr anspruchsvoll ist und man viel Kraft braucht, um sich gegen die Menge zu stellen.
Beschwerden über das Publikum und den Gegner
Vallejos Frustration richtete sich auch gegen das Verhalten der parteiischen Fans und das, was er als Zeitschinden von Kouame bezeichnete. Er behauptete, der Einfluss des Publikums sei entscheidend gewesen:
Gleichzeitig räumte er ein, dass die Atmosphäre ihn persönlich nicht beeinträchtigt habe und dass er darauf vorbereitet gewesen sei. Über seinen Gegner fügte er hinzu:Hat das Publikum eine Rolle gespielt? Ja. Wenn wir in einer anderen Stadt gespielt hätten, hätte er zu 100 % verloren.
Vallejo deutete an, dass solche Verzögerungen Kouame einen körperlichen Vorteil verschafft hätten.Ich glaube, er hat viele Male viel Zeit in Anspruch genommen, indem er sich auf den Boden legte oder trödelte. Und es ist nicht normal, dass die Menge eine ganze Minute lang schreit, ohne dass gespielt wird.
Empörung und Folgen
Die sexistische Natur von Vallejos Äußerungen löste in den sozialen Medien sofortige Verurteilung aus, wobei viele darauf hinwiesen, dass Carvalho eine erfahrene Offizielle ist. Die Turnierveranstalter von Roland-Garros wurden um eine Stellungnahme gebeten. Der Vorfall überschattet ein ansonsten packendes Erstrunden-Match des Turniers und trübt die Stimmung des Pariser Fortnights.


