Seviller Taxigewerkschaften fordern Sicherheitsreformen nach Überleben von 16 Messerstichen durch Fahrer
Ein Taxifahrer in Sevilla überlebte 16 Messerstiche, die ihm ein Fahrgast am 19. September 2026 zugefügt hatte. Daraufhin forderten örtliche Taxiverbände dringende Polizeiverstärkung und Ausnahmen von den innerstädtischen Anschnallpflichten.
Messerattacke an der Avenida de Andalucía
Ein Taxifahrer überlebte, nachdem er in den frühen Morgenstunden des Samstags, 19. September 2026, auf einer Transitstrecke in Sevilla von einem Fahrgast sechzehnmal niedergestochen worden war. Der gewalttätige Angriff ereignete sich in der Nähe der Einrichtungen des kommunalen Verkehrsbetriebs Tussam an der Avenida de Andalucía, die sich im Industriegebiet Polígono de la Carretera Amarilla befindet. Der Angreifer attackierte den Fahrer ohne Vorwarnung wiederholt im Fahrgastraum und fügte ihm mehrere tiefe Messerwunden zu. Trotz schwerer Verletzungen und starken Blutverlusts behielt der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug und konnte sich aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich entfernen, um Notfallhilfe zu suchen. Die Berufsverbände der örtlichen Fahrer wiesen darauf hin, dass ihre Mitglieder allein in geschlossenen Kabinen und in direktem Kontakt mit Fremden arbeiten, was sie innerhalb von Sekunden plötzlicher Gewalt aussetze.
Ankunft auf der Polizeiwache und Festnahme des Verdächtigen
Der verletzte Fahrer steuerte direkt die örtliche Polizeiwache von Sevilla an, wo ein diensthabender Beamter Erste Hilfe leistete, um seine Wunden zu stabilisieren, bis das Rettungsteam eintraf. Sanitäter und medizinisches Personal übernahmen anschließend die dringende Behandlung auf der Wache, bevor der Fahrer ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Nur wenige Minuten nach der Ankunft des Fahrers auf der Wache konnten Streifen der örtlichen Polizei, die im umliegenden Bezirk unterwegs waren, den Verdächtigen ausfindig machen und stellen. Der Festgenommene, ein britischer Fahrgast, wies sichtbare Blutspuren an seiner Kleidung auf und leistete heftigen körperlichen Widerstand gegen die Beamten. Nach der Festnahme übernahm die Nationalpolizei die formelle Haft des Verdächtigen und die Leitung der strafrechtlichen Ermittlungen zu der Messerattacke.
- Ein Taxifahrer wird an der Avenida de Andalucía sechzehnmal niedergestochen und fährt zur Zentrale der örtlichen Polizei.
- Die örtliche Polizei nimmt den britischen Verdächtigen fest, der Blutspuren an der Kleidung aufweist und Widerstand leistet.
- Taxiverbände geben Kommuniqués heraus, in denen sie Ausnahmen von der Gurtpflicht, Nachtstreifen und Innenkameras fordern.
- Die Gurtpflicht für Taxifahrer im innerstädtischen Verkehr soll in ganz Spanien in Kraft treten.
Streit um innerstädtische Anschnallpflicht
Der gewalttätige Vorfall löste sofortige Proteste sowohl der Unión Sevillana del Taxi als auch der Asociación Élite Taxi Sevilla aus, die offizielle Erklärungen abgaben und Sicherheitsreformen forderten. Die Berufsverbände richteten ein formelles Ersuchen an die Generaldirektion Verkehr (DGT) und forderten die nationale Verkehrsbehörde auf, eine Ausnahme beizubehalten, die es innerstädtischen Taxifahrern erlaubt, ohne angelegten Sicherheitsgurt zu fahren. Nach den geltenden Straßenverkehrsregeln in Spanien soll die Gurtpflicht für alle innerstädtischen Taxifahrer am 1. Oktober 2026 in Kraft treten. Die Gewerkschaften argumentierten, dass ein angeschnallter Fahrer auf seinem Sitz fixiert sei und bei einem Angriff im Fahrzeuginneren dem Angreifer hilflos ausgeliefert sei.
Bei diesem unglücklichen Vorfall hätte unser Kollege, wenn er nicht angeschnallt gewesen wäre, dem Angreifer viel früher entkommen können und sich viele der 16 Messerstiche erspart.
Forderungen nach Nachtstreifen und Videoüberwachung
Die Taxiverbände kritisierten außerdem einen ihrer Ansicht nach chronischen Personalmangel sowohl bei der örtlichen Polizei als auch bei der Nationalpolizei in Sevilla, insbesondere während der Nachtschichten. Gewerkschaftsvertreter erklärten, dass Fahrer, die bei nächtlichen Vorfällen polizeiliche Verstärkung anfordern, stundenlang warten müssten und Streifenwagen häufig nicht am Einsatzort einträfen. In ihren Mitteilungen rieten die Verbände allen Taxifahrern, äußerste Vorsicht walten zu lassen und jede Interaktion mit Fahrgästen zu vermeiden, die ein Sicherheitsrisiko darstelle. Darüber hinaus appellierten die Organisationen an den Stadtrat von Sevilla und das städtische Instituto del Taxi, die Genehmigungen für den Einbau von Innenraum-Videoüberwachungssystemen zu beschleunigen. Sie argumentierten, dass konforme Innenkameras eine wichtige abschreckende Wirkung hätten und die Strafverfolgungsbehörden bei der Identifizierung von Gewalttätern unterstützten.


