
Serbien eröffnet Montagewerk in Belgrad zur Produktion israelischer Drohnen
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat am Donnerstag in Belgrad ein Montagewerk eröffnet, das israelische Kampfdrohnen produzieren soll. Geplant ist die Einstellung von 100 Mitarbeitern und die Eröffnung von drei weiteren Fabriken.
Einweihung und Angaben zur Anlage
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić eröffnete am 17. September 2026 eine Drohnenmontagefabrik in Belgrad. Die Produktionsstätte, die unter dem Namen SDS Technologies firmiert, soll rund 100 Mitarbeiter beschäftigen und sowohl Kurzstrecken- als auch Langstrecken-Drohnen herstellen. Die Drohnen sind dazu bestimmt, die serbischen Streitkräfte auszurüsten und an ausländische Armeen exportiert zu werden. Journalisten waren von der Eröffnungsveranstaltung ausgeschlossen; Vučić begründete dies mit der Vertraulichkeit der Produktionslinie. Die israelische Botschafterin Avivit Bar-Ilan nahm an dem Besichtigungstermin teil, gemeinsam mit serbischen Regierungsvertretern. Der serbische Präsident hatte die Pläne zur Herstellung von Kampfdrohnen in Zusammenarbeit mit Israel ursprünglich im April 2026 angekündigt.
Unsere Pläne sind gewaltig. Wir glauben, dass wir gemeinsam mit unseren israelischen Partnern mindestens drei weitere Fabriken in ganz Serbien eröffnen werden.
Joint Venture und Komponentenfertigung
Während des in sozialen Medien übertragenen Rundgangs durch die Anlage beobachtete Vučić technische Vorführungen und bediente kurz eine der Drohnen. Ein Fabriktechniker erläuterte dem Präsidenten die internen Flugsteuerungssysteme, woraufhin Vučić bemerkte, dass die Montage komplizierter sei als erwartet. Die Drohnen sind für taktische Einsätze im städtischen Umfeld konzipiert und können durch Fenster fliegen, um Ziele zu treffen. Die Sprengköpfe für die unbemannten Luftfahrzeuge werden separat im staatlichen serbischen Rüstungsbetrieb Krušik hergestellt. Nach Ermittlungen des Balkan Investigative Reporting Network und der israelischen Zeitung Haaretz kontrolliert der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems 51 % des Joint Ventures, während der serbische staatliche Rüstungsvermittler Yugoimport-SDPR die restlichen 49 % hält. Weder Elbit Systems noch das serbische Verteidigungsministerium gaben offizielle Stellungnahmen zur Kapitalbeteiligung ab.
- Elbit Systems
- 51 %
- Yugoimport-SDPR
- 49 %
Anstieg der bilateralen Rüstungsexporte
Das Drohnenproduktionsprojekt folgt auf einen erheblichen Anstieg des Rüstungshandels zwischen Serbien und Israel. Von BIRN und Haaretz zusammengestellte Daten zeigen, dass serbische Waffenlieferungen an Israel von 1,4 Millionen Euro (1,6 Millionen US-Dollar) im Jahr 2023 auf 42,3 Millionen Euro (48,5 Millionen US-Dollar) im Jahr 2024 gestiegen sind. Bei einem Besuch in Serbien im Jahr 2026 erklärte die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, dass Belgrad einer der beständigsten und entschlossensten Verbündeten Israels bleibe, trotz breiter internationaler Appelle, die Waffenlieferungen während des Gazakriegs zu beschränken. Vučić erklärte im August 2026, dass der Aufbau einer inländischen Drohnenkapazität das Ziel verfolge, die nationale Stabilität zu bewahren und potenzielle Aggressoren abzuschrecken.
- 2023
- 1.4 Mio. €
- 2024
- 42.3 Mio. €
Die Partnerschaft mit Israel kann serbischen Herstellern helfen, ein gleichwertiges Qualitätsniveau zu erreichen, aber die wichtigere Frage ist, welche Folgen Serbiens breitere diplomatische Annäherung an Israel haben wird.
Neutralitätspolitik und Wahlkampfdruck
Serbien ist kein NATO-Mitglied und gibt weiterhin am meisten für das Militär im Westlichen Balkan aus. Zain Hussain, ein Waffentransferforscher am Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI), stellte fest, dass Serbien die militärische Modernisierung an mehreren Fronten vorantreibe und gleichzeitig die Verteidigungszusammenarbeit mit Israel fortsetze. Belgrad bestellte 2024 zwölf französische Rafale-Kampfflugzeuge und hat Luftabwehrsysteme und Ausrüstung aus China und Russland erworben, wobei es diese Beziehungen mit seiner formellen Kandidatur für die EU-Mitgliedschaft austariert. Innenpolitisch geht der Fabrikeröffnung eine vorgezogene Parlamentswahl am 25. Oktober 2026 voraus, die fast zwei Jahre regierungskritischer Proteste in ganz Serbien folgt.


