Wahlen · Ankara und Istanbul

Erdogan plant Präsidentschaftskandidatur 2028 durch vorgezogene Wahl am 16. April

Berater Mehmet Ucum kündigte den vorgeschlagenen Termin 16. April 2028 an, um Amtszeitbeschränkungen zu umgehen, doch die Regierungskoalition benötigt noch 34 zusätzliche Parlamentsstimmen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Monde.fr, AGI, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Ankara, Istanbul · Türkei
Wie es dazu kam
  1. 2018Erdogan gewinnt die Wiederwahl, während das exekutive Präsidialsystem in Kraft tritt
  2. Mai 2023Erdogan sichert sich eine dritte Präsidentschaftsperiode bei den allgemeinen Wahlen
  3. 16.04.Zieldatum, vorgeschlagen von Rechtsberater Mehmet Ucum für vorgezogene Präsidentschaftswahlen

Präsidentschaftskandidatur für April 2028 angekündigt

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan plant, eine weitere Amtszeit anzustreben, indem er die nächste Wahl des Landes auf den 16. April 2028 vorzieht. Mehmet Ucum, Chefberater der Präsidentschaft und Vizepräsident des Rates für Rechtsfragen der Präsidentschaft, kündigte den Plan während einer Rede vor dem Türkischen Presseverband am 17. September 2026 an. Der reguläre Wahltermin ist der 7. Mai 2028, doch die Vorverlegung um drei Wochen ermöglicht Erdogan die Kandidatur. Ucum erklärte, dass der 72-jährige Staatschef, der die Türkei seit 2003 führt, für seine letzte Amtszeit kandidieren werde.

„Wenn 360 Abgeordnete einen Beschluss zur Neuwahl unterstützen, findet die Wahl am 16. April 2028 statt.“

Mehmet Uçum

Verfassungsmechanismus und parlamentarische Mathematik

Nach der türkischen Verfassung ist ein Präsident auf zwei aufeinanderfolgende fünfjährige Amtszeiten beschränkt. Eine 2017 eingeführte Sonderbestimmung erlaubt es einem Amtsinhaber jedoch, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren, wenn das Parlament während seiner zweiten Amtszeit für seine Auflösung und die Ausrufung vorgezogener Neuwahlen stimmt. Erdogan errang Präsidentschaftssiege in den Jahren 2014, 2018 und Mai 2023, wobei Rechtsberater argumentieren, dass der Übergang zu einem Exekutivsystem im Jahr 2017 seine Amtszeitzählung im Jahr 2018 zurückgesetzt habe. Um den Mechanismus für vorgezogene Wahlen zu aktivieren, benötigt die Große Nationalversammlung eine Drei-Fünftel-Mehrheit von 360 Stimmen bei 600 Sitzen. Die Regierungskoalition aus der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und der Nationalistischen Bewegungspartei (MHP) von Devlet Bahceli verfügt derzeit über 326 Sitze, was 34 Stimmen unter der erforderlichen Schwelle liegt.

Vermächtnis des Exekutivreferendums von 2017

Der vorgeschlagene Termin 16. April hat einen direkten symbolischen Wert, da er den genauen Kalender-Jahrestag des Verfassungsreferendums von 2017 markiert, das das exekutive Präsidialsystem der Türkei einführte. Bei dieser Abstimmung am 16. April 2017 billigte die Wählerschaft die Verfassungsänderungen mit 51,41 % Ja-Stimmen zu 48,59 % Nein-Stimmen bei einer landesweiten Wahlbeteiligung von 85,43 %. Die Reform schaffte das Amt des Ministerpräsidenten ab, übertrug weitreichende Exekutivbefugnisse auf das Staatsoberhaupt und erlaubte dem Präsidenten, die Parteiführung zu behalten. Vor dem Übergang war Erdogan elf Jahre lang Ministerpräsident, nachdem die AKP die Parlamentswahlen im November 2002 gewonnen hatte.

Ergebnisse des türkischen Verfassungsreferendums 2017%
Ja (Verfassungsreform)
51.41 %
Nein (Verfassungsreform)
48.59 %

Daten aus dem Artikeltext

Hürden der Opposition und Nachfolgedynamik

Die Ankündigung folgt auf monatelange interne Diskussionen innerhalb der AKP über die Nachfolge, bei denen Außenminister Hakan Fidan, der ehemalige Chef des nationalen Geheimdienstes, als führender Kandidat hervortrat. Erdogan sprach kürzlich bei einem Regionalbesuch in Rize vor Parteianhängern über bevorstehende politische Auseinandersetzungen.

„In dieser Einheit und Solidarität erneuere ich meine Überzeugung, dass wir, so Gott will, die bevorstehenden Wahlen erfolgreich bestehen werden.“

Recep Tayyip Erdoğan, Präsident

Parteisprecher Ömer Çelik wies zunächst Vorschläge einer bevorstehenden Wahl zurück.

„Es war kein Signal für eine vorgezogene Wahl. Es gibt keine Wahl auf unserer Agenda.“

Ömer Çelik, Sprecher

Unterdessen sieht sich Erdogans prominentester politischer Herausforderer, der abgesetzte Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu, erheblichen rechtlichen Hürden gegenüber, nachdem er wegen Beleidigung eines Amtsträgers zu 25 Monaten Haft verurteilt wurde. Imamoglu wurde ursprünglich im März 2025 aus anderen Gründen festgenommen, und das jüngste Urteil des Gerichts enthält ein formelles Verbot politischer Betätigung, das ihn daran hindert, für ein öffentliches Amt zu kandidieren, falls es in der Berufung bestätigt wird.

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