Senator Graham, Architekt der neuen Russland-Sanktionen, stirbt mit 71 nach plötzlicher Krankheit; letzter Kiew-Besuch und Sanktionsabkommen prägen seine letzten Tage
Der republikanische Senator aus South Carolina, Lindsey Graham, eine Schlüsselfigur bei der Gestaltung der US-Sanktionen gegen Russland, starb am 11. Juli 2026 im Alter von 71 Jahren nach einer kurzen und plötzlichen Krankheit, wie sein Büro bestätigte. Sein Tod erfolgte nur einen Tag nach einem Besuch in Kiew, bei dem er eine Einigung mit dem Weißen Haus über ein neues überparteiliches Sanktionspaket gegen russische Öleinnahmen ankündigte.
Die letzte Mission in Kiew
Am Freitag, dem 10. Juli, landete Lindsey Graham zu seinem zehnten Besuch in der Ukraine seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion in Kiew und traf sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die beiden besprachen den jüngsten NATO-Gipfel in Ankara, einschließlich einer Vereinbarung zwischen Selenskyj und Donald Trump, der Ukraine eine Lizenz zur Produktion des Patriot-Luftabwehrsystems zu erteilen. Selenskyj drängte auf zusätzliche Abfangraketen, wie aus einer Mitteilung des Büros des ukrainischen Präsidenten hervorgeht.
Während des Besuchs besichtigte Graham auch eine Drohnenfabrik, die von SkyFall, einem ukrainischen Rüstungsunternehmen, betrieben wird. Der Senator nutzte die Reise, um bekannt zu geben, dass das Weiße Haus einem großen überparteilichen Sanktionspaket zugestimmt hatte, das er gemeinsam mit dem demokratischen Senator Richard Blumenthal verfasst hatte, und signalisierte damit eine neue Phase des wirtschaftlichen Drucks auf Moskau.
Angesichts der eskalierenden russischen Aktionen zur Ermordung von Zivilisten ist es unerlässlich, dass Legislative und Exekutive zusammenarbeiten, um Instrumente zu schaffen, die hohe Preise von denjenigen durchsetzen, die russisches Rohöl und Erdgas kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie befeuern.
Die gemeinsame Erklärung, die am Freitag zusammen mit den Senatoren Jeanne Shaheen und Roger Wicker veröffentlicht wurde, stellte die Sanktionen als direkte Reaktion auf Russlands zunehmende Angriffe auf die Zivilbevölkerung dar, wobei sich die Gesetzgebung auf fünf Länder konzentriert, die russisches Öl außerhalb bestehender Sanktionsrahmen kaufen.
Plötzlicher Tod und Würdigungen
Am Samstagabend, dem 11. Juli, starb Graham nach dem, was sein Büro als kurze und plötzliche Krankheit beschrieb. Die Ankündigung am Sonntagmorgen bat um Gebete und Privatsphäre für die Familie. Präsident Donald Trump nannte Graham „einen der wunderbarsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe“ und einen „wahren amerikanischen Patrioten“.
Immer beschäftigt, war er ein wahrer amerikanischer Patriot; er wird vermisst werden.
Graham, seit 2002 Senator, hatte kürzlich die republikanische Vorwahl für seine Wiederwahl 2026 gewonnen und sollte im Herbst erneut vor die Wähler treten. Seine Karriere umfasste den Militärdienst als JAG-Offizier, eine Zeit als Staatsanwalt und zwei Amtszeiten im US-Repräsentantenhaus vor seiner Senatszeit.
Russlands Reaktion und Grahams Bilanz
Russische Staatsmedien reagierten auf den Tod mit charakteristischer Feindseligkeit. Die Agentur Ria Novosti stellte unter Verwendung der von russischem Recht vorgeschriebenen Sprache fest, dass Graham „auf der Liste der Terroristen und Extremisten der Russischen Föderation“ stehe und beschrieb seine Ansichten als „russophob“. Der Sender erinnerte an seinen Besuch in Kiew im April und seine Forderung, Tomahawk-Raketen an die Ukraine zu liefern.
Graham war von den ukrainischen Behörden dreimal mit dem Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen in verschiedenen Klassen für seine anhaltende Unterstützung ausgezeichnet worden. Über die Ukraine hinaus war er ein scharfer Kritiker des Regimes im Iran und ein Unterstützer der israelischen Militärkampagnen in Gaza und im Libanon sowie von Trumps breiterer militärischer Haltung im Nahen Osten.
Vom Kritiker zum Verbündeten
Grahams Beziehung zu Donald Trump entwickelte sich im Laufe der Jahre dramatisch. Während Trumps erfolgreichem Präsidentschaftswahlkampf 2016 war er ein scharfer Kritiker, wurde aber später einer der engsten Verbündeten des Präsidenten im Senat. Diese Allianz hielt bis zum Ende: Trumps Erklärung zu Grahams Tod unterstrich die persönliche und politische Bindung zwischen den beiden Männern.

