Selenskyj knüpft Stopp der Energieangriffe an russische Zusage nach Trumps Ankündigung
Wolodymyr Selenskyj sagte, die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Energieziele einzustellen, wenn Moskau dies erwidere. Damit reagierte er auf Donald Trumps Behauptung, beide Seiten hätten einer Waffenruhe für kritische Infrastruktur zugestimmt.
US-Vorschlag zu Energiezielen
Der US-Präsident Donald Trump gab am Montag bekannt, dass die Ukraine und Russland vereinbart hätten, Angriffe auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen einzustellen. Dies folgte auf Äußerungen am Wochenende, in denen er ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien kritisierte. Trump erklärte auf Truth Social, dass die Angriffe auf ukrainische Raffinerien zu Dieselknappheit geführt und die Inlandskraftstoffpreise für amerikanische Verbraucher in die Höhe getrieben hätten. Er argumentierte, dass der europäische Konflikt und nicht die Spannungen im Nahen Osten die Kraftstoffkosten in die Höhe treibe. Laut Trump hätten sowohl Kiew als auch Moskau die gegenseitigen Bedingungen akzeptiert.
Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele anzugreifen. Russland hat zugestimmt, dasselbe zu tun!
Kiew stellt Bedingungen für Deeskalation
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ging in seiner täglichen Ansprache am 14. September 2026 auf die Ankündigung ein und sagte, die Ukraine sei bereit, Deeskalationsmaßnahmen zu ergreifen, wenn Russland dasselbe tue. Selenskyj bestätigte, dass Washington einen konkreten Vorschlag für eine gegenseitige Einstellung der Angriffe auf kritische Infrastruktur vorgelegt habe, und bezeichnete die Einstellung als möglichen ersten Schritt zu einer breiteren Deeskalation. Der ukrainische Präsident bestätigte keinen abgeschlossenen bilateralen Pakt und wies darauf hin, dass Moskau noch keinen echten Wunsch gezeigt habe, den Konflikt zu beenden.
Wenn es unseren amerikanischen Partnern gelingt, von Russland einen echten Wunsch zu erhalten, diesen Krieg, der Leben zerstört, zu beenden, und dies aufrichtig und nachhaltig zu tun, wird die Ukraine eigene Deeskalationsmaßnahmen ergreifen.
Der Kreml gab keine unmittelbare Antwort auf Trumps Aussage oder den amerikanischen Vorschlag. Selenskyj erklärte, dass Präzisionsschläge innerhalb Russlands direkten Druck auf Moskaus Kriegswirtschaft ausübten.
Ausweitung der Angriffe auf Infrastruktur und Schienenverkehr
Beide Länder haben umfangreiche Langstreckenangriffskampagnen gegen wirtschaftliche und Transportziele durchgeführt. Russische Angriffe haben ukrainische landwirtschaftliche Exporthäfen, Hüttenwerke, Einzelhandelsvertriebszentren, Lagerhäuser und die Schifffahrt im Schwarzen Meer beschädigt. Innerhalb Russlands haben ukrainische Angriffe auf Ölraffinerien regionale Treibstoffknappheit ausgelöst und die Logistik von E-Commerce-Plattformen wie Wildberries und Ozon gestört.
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Russische Angriffe haben zunehmend ukrainische Verkehrskorridore ins Visier genommen, darunter ein Angriff am Wochenende auf einen Zug etwa zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, der häufig von diplomatischen Delegationen genutzt wird. Oleksandr Pertsowskyj, Vorstandsvorsitzender des ukrainischen Bahnbetreibers Ukrzaliznytsia, warnte, dass die russischen Streitkräfte eine ununterbrochene Angriffskampagne gegen das Schienennetz begonnen hätten. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Sonntag, Warschau habe Geheimdienstinformationen erhalten, wonach Moskau Grenzkontrollpunkte angreifen könnte.
Eine praktisch ununterbrochene Angriffskampagne gegen das Schienennetz hat begonnen.
Diplomatischer Hintergrund und Lage in der Hauptstadt
Der Infrastrukturvorschlag folgt auf Vermittlungsbesuche von US-Gesandten in Moskau und Kiew Anfang September 2026, die ohne öffentliche Durchbrüche endeten. Die US-Vermittlungsbemühungen laufen parallel zum siebten Monat der US-amerikanischen und israelischen Militäroperationen gegen den Iran.
In Kiew stören anhaltende Luftalarme weiterhin den Alltag und legen U-Bahn-Systeme und den Straßenverkehr lahm. Die Stadtverwaltung führte je nach Bedrohungsstärke differenzierte Alarmstufen ein, während Schulen und Familien die Unterrichtsteilnahme koordinieren und bei Angriffen in Hausfluren Schutz suchen.


