Regierung · Warschau
Sejm verabschiedet Gesetz zur Deckelung von Vergütung und Arbeitszeit polnischer Mediziner – 229 zu 144 Stimmen
Der Sejm legte einen maximalen Bruttostundensatz von rund 240 zł fest und begrenzte die Arbeitszeit von Medizinern auf das Äquivalent von zwei Vollzeitstellen. Falsche Krankmeldungen können nun zum Ausschluss aus dem öffentlichen Gesundheitssystem führen.
Kurz gefasst
Die Arbeit von Ärzten, Pflegekräften, Hebammen, Physiotherapeuten und Rettungssanitätern darf das Äquivalent von zwei Vollzeitstellen nicht überschreiten, und jede von ihnen muss mindestens eine halbe Stelle innehaben.
Die Bruttoobergrenze pro Stunde liegt bei rund 240 zł, einem Zwanzigstel des Mindestlohns, und die Monatsvergütung bei zwei Stellen darf rund 76.900 zł nicht überschreiten.
Falsche L4-Bescheinigungen oder falsche Angaben in Abrechnungen können zum Ausschluss aus dem öffentlichen System führen, wobei der Präsident des NFZ die Entscheidung trifft.
Polens Sejm verabschiedete am 22. Oktober 2026 einen geänderten Gesetzentwurf, der Vergütung und Arbeitszeit von medizinischem Personal deckelt. Die Abstimmung ergab 229 Ja-Stimmen, 144 Nein-Stimmen und 67 Enthaltungen. Der Entwurf ist Teil eines Pakets von Änderungen, das Gesundheitsministerin Jolanta Sobierańska-Grenda im Juli angekündigt hatte. Erklärtes Ziel ist es, Überlastung unter Medizinern einzudämmen und die Patientensicherheit zu verbessern. Die Abstimmung im Sejm ist der jüngste dokumentierte Schritt; weitere Etappen beschreiben die Artikel nicht.
Die Abstimmung und ihre Befürworter
Der Sejm verabschiedete die Novelle mit Änderungen; das Ergebnis lautete 229 Abgeordnete dafür, 144 dagegen und 67 Enthaltungen.
- Dafür
- 229 Abgeordnete
- Dagegen
- 144 Abgeordnete
- Enthalten
- 67 Abgeordnete
Daten aus dem Artikeltext
Zwei-Stellen-Deckel und Vergütungsobergrenzen
Die Arbeitszeit dieser medizinischen Beschäftigten darf das Äquivalent von zwei Vollzeitstellen zusammengenommen nicht überschreiten. Jede von ihnen muss mindestens eine halbe Stelle innehaben. Die Aufnahme einer Tätigkeit bei einem anderen Leistungserbringer im Gesundheitswesen bedarf der Zustimmung des aktuellen Arbeitgebers. Die Obergrenze der Bruttovergütung pro Stunde liegt bei einem Zwanzigstel des Bruttomindestlohns, rund 240 zł. Die Monatsvergütung bei zwei Vollzeitstellen darf das Sechzehnfache des Bruttomindestlohns nicht überschreiten, rund 76.900 zł.
Kontrollen und Vertragsschutz
Das Gesetz erweitert die Prüfbefugnisse des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ). Zudem erweitert es die Kompetenzen der Agentur für Gesundheitstechnologiebewertung und Tarife (AOTMiT). Die Abgeordneten nahmen Änderungsanträge an, die Vorschriften streichen, wonach Verträge, die mit den neuen Regeln unvereinbar sind, ohne den Schutz des Arbeitsgesetzbuchs gekündigt werden konnten. Nach dem überarbeiteten Text können bestehende Verträge, die angepasst werden müssen, aus diesem Grund nicht vorzeitig beendet werden. Die Änderungen werden als Mittel dargestellt, Ausgaben und Qualität der Leistungen genauer zu überwachen.
Die Vorschrift „lex Kacprzyk“
Ein vom Klub Rozwój Plus eingebrachter Änderungsantrag, den die Berichterstattung „lex Kacprzyk“ nennt, wurde in den Entwurf aufgenommen. Danach können falsche Krankmeldungen (L4) oder falsche Angaben in Abrechnungen zum Ausschluss aus dem öffentlichen Gesundheitssystem führen. Der Präsident des NFZ würde diese Entscheidung treffen, wenn ein Arzt in einem Dokument, das zur Abrechnung mit dem NFZ dient, eine Unwahrheit über Leistungen oder Verfahren bescheinigt. Die Klausel ist Teil des Textes, den der Sejm am 22. Oktober 2026 verabschiedete.
Kritik der Opposition
Oppositionspolitiker argumentieren, das Gesetz garantiere in der Praxis bestimmten Ärzten hohe Vergütungen. Der PiS-Abgeordnete Rafał Bochenek schrieb auf X, das Gesetz werde die Warteschlangen bei Ärzten verlängern und die für Gesundheitsleistungen verfügbaren Mittel verringern. Seine Aussage betrifft die Finanzierungsseite des Gesetzes, nicht allein die Vergütungsobergrenzen. Die Artikel enthalten keine Antwort der Regierung auf diese Vorwürfe.