
António José Seguro fordert schnelle Ermittlungsergebnisse zu Innenminister Luís Neves
Der portugiesische Präsident António José Seguro forderte anlässlich eines Besuchs in Vila Nova de Cerveira am Sonntag schnelle Schlussfolgerungen zu den laufenden Untersuchungen gegen Innenminister Luís Neves.
Präsident ruft zu verfassungsgemäßer Verantwortung auf
Am Sonntag äußerte sich der portugiesische Präsident António José Seguro gegenüber Journalisten zu den laufenden Überprüfungen des Innenministers Luís Neves. Bei einem Besuch einer internationalen Kunstausstellung betonte Seguro die Notwendigkeit einer raschen Klärung aller laufenden Prüfungen und Untersuchungen zum Verhalten des Ministers. Das Staatsoberhaupt wies darauf hin, dass er sich bereits dreimal zu der Angelegenheit geäußert habe und bekräftigte seine bereits bekannte Position.
Seguro erklärte, er handele unter genauer Beachtung der festgestellten Fakten und konsultiere bei Bedarf die zuständigen Behörden. Er verwies auf institutionelle Grenzen und betonte, dass jeder Regierungszweig innerhalb seines festgelegten Mandats handeln müsse.
Unsere Verfassung ist sehr klar über die Befugnisse und Pflichten jedes souveränen Organs. Was ich will, ist, dass jeder seine Verantwortung übernimmt.
Ermittlungen zu Fahrzeugen und Transparenzangaben
Die Ermittlungen gegen Neves betreffen die Einhaltung von Verwaltungsvorschriften und die Nutzung staatlich zugewiesener Fahrzeuge. Im Zentrum der Kontroverse steht die Unterlassung von Neves, zwei im Besitz seiner Frau befindliche Kraftfahrzeuge in seiner Vermögenserklärung gegenüber der Transparenzbehörde (Entidade para a Transparência) anzugeben, was gegen die gesetzlichen Offenlegungspflichten für Regierungsbeamte verstößt. Darüber hinaus konzentriert sich die Prüfung auf den fortgesetzten Besitz und die private Nutzung eines Fahrzeugs, das ihm während seiner früheren Amtszeit als nationaler Direktor der Justizpolizei (Polícia Judiciária) zugewiesen worden war.
Bei dem fraglichen Fahrzeug handelt es sich um einen beschlagnahmten Volkswagen Golf GTD Sportwagen. Berichten zufolge behielt Neves dieses Fahrzeug nach seinem Wechsel von der Leitung der Polizei in sein Ministeramt.
Ich möchte, dass die laufenden Untersuchungen, Prüfungen und Ermittlungen so schnell wie möglich voranschreiten, damit wir die Schlussfolgerungen kennen.
Ressourcen des Ministers und offizielle Reaktion
Medienberichte von Nascer do Sol und TVI/CNN detaillierten die staatlichen Ressourcen, die Neves im Innenministerium zugewiesen wurden. Laut diesen Berichten hat der Minister Zugang zu mehreren hochwertigen Dienstfahrzeugen sowie zu fest zugewiesenem Personal, bestehend aus vier Sicherheitsbeamten und zwei Fahrern. Trotz dieser Ressourcen berichteten die Medien, dass Neves das beschlagnahmte Sportfahrzeug routinemäßig zu seinem Privathaus fuhr und dort parkte.
- Sicherheitsbeamte
- 4 Personal
- Fahrer
- 2 Personal
Neves wies die Vorwürfe zurück, indem er den rechtlichen Status des Fahrzeugs klarstellte. Der Minister erklärte, dass das Fahrzeug als offizielles Dienstfahrzeug im Rahmen eines Leihvertrags (regime de comodato) betrieben werde und bestätigte, dass die Zuweisung vollständig mit den gesetzlichen Genehmigungen übereinstimme.
Kulturbesuch in der Grenzregion
Seguro machte seine Aussagen während eines Besuchs der 24. Ausgabe der Bienal de Vila Nova de Cerveira im Norden Portugals, die bis zum 30. Dezember unter dem Motto „Territórios sem Fronteira" läuft. Der Besuch wurde von der künstlerischen Leiterin der Biennale, Mafalda Santos, und dem Bürgermeister von Vila Nova de Cerveira, Rui Teixeira, geführt. Der Rundgang folgte auf Seguros Teilnahme am Samstag an den traditionellen Festas de Nossa Senhora d'Agonia im nahe gelegenen Viana do Castelo.
- António José Seguro besucht die Festas de Nossa Senhora d'Agonia in Viana do Castelo
- Seguro besucht die 24. Bienal de Vila Nova de Cerveira und äußert sich zu den Ermittlungen gegen Luís Neves
- Geplanter Abschluss der 24. Bienal de Vila Nova de Cerveira
Während des Besuchs sprach Seguro über den regionalen kulturellen Zugang und erinnerte an seine Äußerungen aus der Vorwoche, in denen er argumentierte, dass Portugal keine entbehrlichen Gebiete habe. Er lobte die Gemeinde und die lokalen Organisatoren für die Aufrechterhaltung einer Veranstaltung nahe der spanischen Grenze und stellte fest, dass künstlerische Initiativen nicht auf die großen Metropolen beschränkt bleiben sollten.


