Ehemalige Insassen schildern bezahltes Personal und geschmuggelte Waren für Sean Combs in Fort Dix
Vier ehemalige Insassen der Wohneinheit berichten, dass der Musikmanager Sean Combs im Bundesgefängnis Fort Dix monatlich Tausende für persönliche Dienstleistungen, geschmuggelte Telefone und Alkohol ausgibt.
Leben im Inneren von Fort Dix
Der Musikmanager Sean Combs, geführt als Insasse mit der Nummer 37452-054, verbüßt eine 50-monatige Haftstrafe in der Federal Correctional Institution Fort Dix im Süden von New Jersey. Berichte von vier ehemaligen Insassen, die sich eine Wohneinheit mit dem 56-Jährigen teilten, deuten darauf hin, dass er einen Lebensstil pflegt, der sich von den üblichen Haftbedingungen unterscheidet. Fort Dix liegt rund 100 Kilometer außerhalb von New York City und beherbergt etwa 4.000 inhaftierte Männer. Die ehemaligen Mitglieder der Einheit berichteten, dass Combs monatlich Tausende Dollar ausgibt, um sich ein Gefolge von Mitgefangenen für die persönliche Versorgung zu halten. Diese bezahlten Personen übernehmen tägliche häusliche Pflichten, darunter das Bettenmachen, das Waschen seiner Wäsche und chinesische Massagen innerhalb der Anstalt.
Bezahltes Dienstleistungsnetz unter Insassen
Das interne Dienstleistungsnetz übernimmt verschiedene Aufgaben der täglichen Hygiene und Essenszubereitung für Combs. Ausgewählte Gefangene werden dazu eingeteilt, Toiletten und Duschkabinen speziell vor seiner Nutzung zu reinigen. Andere Insassen kochen heimlich individuell zubereitete Gerichte wie Pizza, Empanadas und Hähnchencurry und erhitzen die Speisen mit provisorischen Heizelementen, die in Wasser getaucht werden. Die finanzielle Vergütung für diese Dienste wird von außerhalb der Gefängnismauern koordiniert, wo Dritte Geld direkt auf die Kommissariatskonten der dienstleistenden Insassen überweisen. Einer der ehemaligen Insassen erklärte, Geld bedeute hinter Gittern Macht, und wies darauf hin, dass eine solche Regelung nur bei wohlhabenden Gefangenen zu beobachten sei. Ein weiterer Zeuge bemerkte, die Routine möge für eine Justizvollzugsanstalt ungewöhnlich erscheinen, spiegele aber Combs' eingefahrene Gewohnheiten wider.
- Ein Bundesgericht in Manhattan verurteilt Sean Combs zu 50 Monaten Haft wegen zweier Anklagepunkte der Beförderung
- Combs trifft im Bundesgefängnis Fort Dix in New Jersey ein
- Vier ehemalige Insassen der Wohneinheit schildern Details zu Combs' Alltag und der Nutzung verbotener Gegenstände
Geschmuggelte Elektronik, Alkohol und Medikamente
Über die häuslichen Dienste hinaus beschrieben die ehemaligen Einheitsmitglieder regelmäßigen Zugang zu verbotenen Gegenständen, die gegen die Bundesvorschriften für den Strafvollzug verstoßen. Combs soll geschmuggelte Mobiltelefone nutzen, um in sozialen Netzwerken wie Instagram zu surfen und sexuell explizite Fotos und Videos zu empfangen, die eine Ex-Freundin geschickt hat. NBC News sichtete Videoaufnahmen und Fotografien aus dem Inneren von Fort Dix, die Combs bei der Nutzung eines verbotenen Mobiltelefons zeigen. An Wochenendabenden bedient sich Combs zudem an einem Vorrat hochwertigen Alkohols, darunter Hennessy Cognac, der nach Angaben von Quellen von Gefängniswärtern in die Anstalt geschmuggelt und in einer kleinen Gruppe von Insassen geteilt wurde. Darüber hinaus kaufte Combs regelmäßig Remeron, ein Antidepressivum, das unter Gefangenen als „rem-roms“ bekannt ist und wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung begehrt ist.
Verurteilung und Hintergrund der Anstalt
Combs kam im vergangenen Oktober nach Fort Dix, nachdem ein Bundesgericht in Manhattan ihn in zwei Anklagepunkten wegen der Beförderung von Personen über Staatsgrenzen zu sexuellen Handlungen verurteilt hatte. Der zuständige Richter verhängte eine 50-monatige Haftstrafe für die Taten im Zusammenhang mit der Förderung der Prostitution. Während des Verfahrens setzten sich die Verteidiger von Combs aktiv für seine Unterbringung in Fort Dix ein, einer Anstalt mit niedriger Sicherheitsstufe, die zuvor für lasche interne Sicherheitsprotokolle und Schmuggel bekannt war. Sowohl der Besitz von Mobiltelefonen als auch der Konsum alkoholischer Getränke bleiben nach US-Bundesrecht verboten.


