Makroökonomie · Paris

Scope stuft Frankreich auf A+ herab, Staatsverschuldung soll 121,7 % des BIP erreichen

Scope Ratings stufte die französischen Staatsanleihen am 18. September 2026 auf A+ herab, nachdem die Regierung eine Staatsverschuldung von 121,7 % des BIP bis 2027 prognostiziert und Konsolidierungsmaßnahmen in Höhe von 54 Milliarden Euro vorgeschlagen hatte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von BFMTV, LesEchos.fr, SudOuest.fr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Paris · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 17.09.Premierminister Sébastien Lecornu stellt den Haushaltsentwurf für 2027 vor
  2. 18.09.Scope Ratings stuft französische Staatsanleihen von AA- auf A+ herab
  3. 19.09.Finanzministerium prognostiziert Schulden von 121,7 % des BIP und legt Haushalt dem HCFP vor

Herabstufung der Bonität durch Scope Ratings

Scope Ratings senkte am 18. September 2026 die Kreditwürdigkeit Frankreichs von AA- auf A+ und änderte den Ausblick von negativ auf stabil. Die Agentur begründete die Entscheidung mit einer anhaltenden Verschlechterung der Haushaltsperspektiven, die auf eine steigende Staatsverschuldung, anhaltend hohe Defizite und begrenzte Fortschritte bei strukturellen Wirtschaftsreformen zurückzuführen sei. Scope stellte fest, dass die französische Regierung wiederholt Schwierigkeiten hatte, ihre selbstgesteckten Defizitziele einzuhalten. Die Herabstufung bringt die Bonitätseinstufung von Scope auf das gleiche Niveau wie die von Fitch Ratings, das Frankreich weiterhin mit A+ und stabilem Ausblick bewertet.

Steigende Kreditkosten und politische Fragmentierung

Die Herabstufung spiegelt einen starken Anstieg der französischen Staatsanleiherenditen wider, der seit Januar 2026 stetig zunimmt. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen stiegen Mitte September 2026 auf 4,50 % und erreichten damit den höchsten Stand seit 2008, was die Kosten für den Schuldendienst weiter in die Höhe treibt. Scope erklärte, dass die höheren Kreditkosten den Handlungsspielraum der Regierung weiter einschränken und größere Haushaltsanpassungen zur Stabilisierung des Schuldenpfads erforderlich machen würden. Zudem verwies die Agentur auf den schwierigen politischen Kontext, der seit der Auflösung der Nationalversammlung im Jahr 2024 durch eine verstärkte Polarisierung und Fragmentierung gekennzeichnet sei. Scope erklärte, dass diese politische Spaltung die Haushaltskonsolidierung behindert habe und voraussichtlich auch über die Präsidentschaftswahl 2027 hinaus erhöht bleiben werde.

Schuldenprognosen erreichen höchsten Stand seit 1995

Am 19. September 2026 veröffentlichte das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen offizielle Schätzungen, wonach die französische Staatsverschuldung im Jahr 2026 auf 119,3 % des Bruttoinlandsprodukts und im Jahr 2027 auf 121,7 % steigen wird. Laut historischen Daten des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien (Insee) stellen diese Prognosen die höchsten Schuldenstandsquoten Frankreichs seit 1995 dar. Im ersten Quartal 2026 belief sich die gesamte Staatsverschuldung auf 3.536,1 Milliarden Euro, was 117,5 % des BIP entspricht. Damit wies Frankreich die dritthöchste Schuldenlast im Euroraum auf, übertroffen nur von Griechenland mit 137 % des BIP und Italien mit Werten zwischen 137 % und 139 %. Das Finanzministerium bezeichnete den Anstieg als unvermeidliche Folge der anhaltenden Haushaltsdefizite.

„Dieser Anstieg ist mechanisch. Er ist die Folge eines weiterhin hohen Defizits.“

Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
Entwicklung der französischen Schuldenstandsquote% des BIP
Q1 2026
117.5 % des BIP
Prognose 2026
119.3 % des BIP
Prognose 2027
121.7 % des BIP

Daten aus dem Artikeltext

Haushaltsentwurf für 2027 und Defizitrevisionen

Die aktualisierten Schuldenzahlen wurden einen Tag bekannt gegeben, nachdem Premierminister Sébastien Lecornu die groben Eckpunkte des Haushaltsrahmens für 2027 vorgestellt hatte. Der Plan sieht Konsolidierungsmaßnahmen in Höhe von rund 54 Milliarden Euro vor, um das öffentliche Defizit bis 2027 auf 5,0 % des BIP zu senken, gegenüber erwarteten 5,4 % im Jahr 2026. Die Regierung hatte zuvor ein Defizit von 5,0 % für 2026 angestrebt, räumte jedoch eine Woche zuvor ein, dass dieses Ziel aufgrund wirtschaftlicher Schocks wie Dürre und dem Nahostkonflikt nicht erreicht werden könne. Im Rahmen von Lecornus Vorschlag sollen Beamte und Rentner zur Haushaltskonsolidierung beitragen. In der Nacht zum 19. September 2026 legte das Finanzministerium die Haushaltstexte für 2027 dem Hohen Rat der öffentlichen Finanzen (HCFP) vor, der die Glaubwürdigkeit des makroökonomischen Pfads der Regierung bewerten muss.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Orte
Paris

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