
Federica Sciarelli verlässt 'Chi l'ha visto?' nach 22 Jahren, Rai bestätigt Suche nach Nachfolger
Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze von Italiens ikonischer Vermisstensendung tritt Federica Sciarelli zurück. Rai erklärt, man prüfe bereits, wer die Mittwochabend-Institution übernehmen könnte.
Ende einer Ära
Federica Sciarelli, das Gesicht von Rai 3s 'Chi l'ha visto?' seit 2004, verlässt die Sendung. Der öffentlich-rechtliche Sender bestätigte die Nachricht in einer Mitteilung vom 24. Juni 2026 und erklärte, dass man angesichts des auslaufenden Vertrags über ihre berufliche Zukunft und mögliche neue Projekte spreche. Die Ankündigung beendet monatelange Spekulationen über die Absichten der 67-jährigen Journalistin.
Rai und Federica Sciarelli sprechen angesichts des Auslaufens des Vertrags, der die Journalistin an das öffentlich-rechtliche Fernsehen bindet, gemeinsam über ihre berufliche Zukunft und die möglichen Projekte, die sie in den kommenden Spielzeiten als Protagonistin sehen könnten.
Das Vermächtnis der Sendung
'Chi l'ha visto?' wurde erstmals am 30. April 1989 ausgestrahlt und ist damit eine der am längsten laufenden Sendungen von Rai 3. In Anlehnung an ein Segment aus Enzo Tortoras 'Portobello' konzentriert sie sich auf Vermisstenfälle und ungelöste Rätsel, wobei die Zuschauer aufgefordert werden, Tipps telefonisch zu melden. Vor Sciarelli wurde die Sendung von einer Reihe von Moderatoren wie Donatella Raffai, Paolo Guzzanti und Daniela Poggi moderiert. Unter Sciarellis Führung erweiterte sie sich auf historische Kriminalfälle und erreicht regelmäßig über 1,5 Millionen Zuschauer mit einem Marktanteil von über 9%.
Spekulationen um die Nachfolge
In der Rai-Erklärung heißt es ausdrücklich, man denke darüber nach, "wer das Erbe antreten könnte". Die Namen, die in den italienischen Medien am häufigsten genannt werden, sind Eleonora Daniele und Massimo Giletti, beide bekannte Rai-Persönlichkeiten. Auch interne Kandidaten wurden ins Spiel gebracht: Sciarelli selbst sagte letztes Jahr gegenüber Vanity Fair, dass "einer meiner sehr guten Korrespondenten" die Leitung übernehmen würde, und Berichte nennen Veronica Briganti und Chiara Cazzaniga als mögliche Nachfolger aus dem Team der Sendung.
Nächstes Jahr bin ich bereits bestätigt, dann werden wir sehen. Es wird schwer sein, loszulassen, aber es ist richtig, dass es so sein soll. Nach mir? Einer meiner sehr guten Korrespondenten wird es übernehmen.
Sciarellis Karriere und die emotionale Belastung
Sciarelli begann 1987 bei Rai, arbeitete bei Tg3 unter Sandro Curzi und später bei 'Samarcanda'. Sie übernahm 'Chi l'ha visto?' im September 2004 und wurde 2009 auch Autorin der Sendung. In den letzten Jahren hat sie offen über die psychische Belastung der Arbeit gesprochen. In einem Interview aus dem Jahr 2020 sagte sie, der Schmerz der Familien bleibe bei ihr. Ihr aktueller Zweijahresvertrag, den sie 2024 unterschrieben hatte, als sie bereits das Rentenalter erreicht hatte, läuft nun aus, und Erschöpfung wird von mehreren Medien als entscheidender Faktor genannt.
Ich denke seit Jahren über einen Wechsel nach, weil die Moderation der Sendung aus psychologischer Sicht sehr anstrengend geworden ist, der Schmerz der Familien bleibt in einem.
Wie es weitergeht
Rai wird seine offiziellen Programme am 3. Juli in Ancona der Presse vorstellen, wo der Nachfolger voraussichtlich bekannt gegeben wird. Sciarelli könnte in einer anderen Funktion beim Sender bleiben. Der Wechsel markiert eine der bedeutendsten Veränderungen in der laufenden Saison des italienischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens, das bereits andere erfahrene Moderatoren verabschiedet hat.
- Sciarelli beginnt ihre Rai-Karriere bei Tg3 unter Sandro Curzi.
- Übernimmt die Moderation von 'Chi l'ha visto?' als Nachfolgerin von Daniela Poggi.
- Unterschreibt eine zweijährige Vertragsverlängerung, die über das Rentenalter hinausgeht.
- Rai bestätigt Gespräche über ihren Abschied und die Suche nach einem Nachfolger.
- Rai wird in Ancona die neuen Staffelprogramme vorstellen, wo der neue Moderator benannt werden könnte.

