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Sicherheit·vor 3 Std.

Verschwundene Schwestern aus den Abruzzen: Freund erneut befragt – Staatsanwalt geht von Unterstützung aus

Alisya (16) und Sarah (12) verschwanden in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni aus einem betreuten Wohnheim in Civitella Alfedena. Die Ermittler gehen nun davon aus, dass die beiden Mädchen wahrscheinlich von einem Erwachsenen unterstützt werden.

Das Verschwinden

Alisya (16) und ihre jüngere Schwester Sarah (12) werden seit der Nacht von Samstag, dem 6. Juni, auf Sonntag, den 7. Juni 2026, vermisst, als sie das Elternhaus in Civitella Alfedena (Provinz L’Aquila) im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise verließen. Die beiden Minderjährigen waren Gäste der geschützten Einrichtung und wurden von den Behörden dort untergebracht. Ihr plötzliches Verschwinden löste eine groß angelegte Suchaktion unter Beteiligung von Carabinieri, Feuerwehr, Drohnen und Spürhunden aus, doch seit fast zwei Wochen fehlt jede Spur von ihnen.

Wichtige Ereignisse im Fall der verschwundenen Alisya und Sarah
  1. Alisya schreibt einen Liebesbrief an Youssef, vier Tage vor dem Verschwinden.
  2. Die beiden Schwestern werden zuletzt in einer Bar in Civitella Alfedena gesehen; am Nachmittag meldet Youssef seinen letzten Kontakt mit ihnen.
  3. Nacht vom 6. auf den 7. Juni: Die Mädchen verschwinden aus dem betreuten Wohnheim.
  4. Groß angelegte Suchaktion im Nationalpark Abruzzen beginnt.
  5. Youssef wird auf die Carabinieri-Station in Villetta Barrea vorgeladen und über sechs Stunden von Staatsanwalt D’Angelo vernommen.
  6. Staatsanwalt Fucci von Cassino erklärt, es sei ‚wahrscheinlich, dass sie bei jemandem sind‘.

Freund über sechs Stunden befragt

Am 20. Juni wurde Youssef, der 18-jährige ägyptische Freund von Alisya, auf die Carabinieri-Station in Villetta Barrea vorgeladen. Er kam allein mit dem Fahrrad und wurde von der Sulmonaer Staatsanwältin Luciano D’Angelo, flankiert von Oberstaatsanwalt Edoardo Mariotti und dem Kompaniekommandanten Giuseppe Testa, als Auskunftsperson vernommen. Die Anhörung dauerte mehr als sechs Stunden (einige Quellen berichten von über drei Stunden) und konzentrierte sich auf die letzten Kontakte zwischen den beiden Schwestern und ihre Bewegungen am Nachmittag des 6. Juni, dem Tag vor dem Verschwinden. Youssef, der bis zu seinem 18. Geburtstag am 5. Mai in derselben Wohngruppe gelebt hatte und dann ausgezogen war, steht derzeit nicht unter Verdacht.

Es gibt keine Verdächtigen. Ich musste den Jungen noch einmal hören, und auch andere Leute aus der Wohngemeinschaft, Gäste und Erzieher.

Geheimversteck und die Rolle der Mutter

Während des Verhörs wiederholte Youssef seine Behauptung, dass die Mutter der Mädchen, Valentina D’Acunto (39), eine Rolle beim Verschwinden gespielt haben könnte, und sagte, sie sei bereit gewesen, sie sogar mit Gewalt zu holen. Er sprach auch von einem „geheimen Versteck auf dem Land in der Nähe von Cassino“, wo die Schwestern von Verwandten versorgt würden, die ihnen bei der Flucht geholfen hätten. Youssef erklärte, dass die Mutter, die Großmutter und die Tante ihn nach dem Vorfall auf dem Telefon blockiert hätten. Die Ermittler prüfen diese Aussagen sorgfältig. Ein Notizbuch mit Briefen von Alisya und Sarah wurde Youssef gezeigt; in einem davon, das vier Tage vor dem Verschwinden geschrieben wurde, schrieb Alisya ihm: „Ich liebe dich jeden Tag mehr und mehr. Ich bin mir sicher, dass du meine erste und wahre Liebe bist, denn bei dir bin ich ruhig und gelassen.“

Die Ermittlungen weiten sich aus

Der leitende Staatsanwalt von Cassino, Carlo Fucci, sagte dem öffentlich-rechtlichen Sender Rai: „Es ist wahrscheinlich, dass sie bei jemandem sind.“ Er fügte hinzu, dass es schwer vorstellbar sei, dass zwei Kinder eine so lange Zeit allein zurechtkämen, was logisch auf die Unterstützung eines Erwachsenen hindeute. Alessia Natali, die Koordinatorin des Penelope-Vereins für die Abruzzen, glaubt ebenfalls, dass die beiden Schwestern in jeder Phase unterstützt wurden: Sie verließen das Gebäude wahrscheinlich durch ein zerbrochenes Fenster, gingen einen Weg in Richtung des Camosciara-Reservats entlang und wurden dann von einem Auto abgeholt, das in Richtung Pescasseroli fuhr.

Es ist klar, dass es schwer vorstellbar ist, dass zwei Kinder allein zurechtkommen, wenn so viel Zeit vergeht. Das führt logischerweise zu der Hypothese, dass es die Unterstützung von jemandem gibt.

Suchbemühungen und die Hoffnung des Vaters

Die Suche erstreckt sich über das gesamte Gebiet des Barrea-Sees, wo Taucher der Feuerwehr von Ancona drei von den Carabinieri identifizierte Punkte überprüfen, obwohl Staatsanwalt D’Angelo sagte: „Meiner Meinung nach ist die Wahrscheinlichkeit gleich null, dass die Mädchen unter diesem See sind.“ An Land durchkämmen alpine Einsatzteams der Finanzpolizei, der Zivilschutz und Hundestaffeln Wälder und Pfade. Nur drei Autos wurden in der Verschwindensnacht von Überwachungskameras gefilmt, aber die schlechte Beleuchtung und die geringe Bildqualität machen es unmöglich, die Kennzeichen zu lesen. Eine Haarspange, die der jüngeren Schwester zugeschrieben wird, wurde gefunden, aber der Vater der Mädchen, Stefano Di Giacinto, sagt, sie gehöre nicht seiner Tochter.

Der Vater, der zunächst verzweifelt war, zeigte sich optimistischer: „Mein Herz sagt mir, dass es ihnen noch gut geht.“ Der Penelope-Verein hat den baldigen Einsatz eines Life-Seeker-Geräts angekündigt, das in der Lage ist, Mobiltelefone auch in Gebieten ohne Netzabdeckung zu orten. Der Einsatzstab wurde von Civitella Alfedena nach Villetta Barrea verlegt, wo auch Staatsanwalt D’Angelo eintraf, um die Ermittlungen zu koordinieren.

Civitella Alfedena · Villetta Barrea · Cassino · Barrea

8 Quellen

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