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Wahlen·vor 3 Std.

Schwesig erhält 98,9 % der SPD-Nominierung – Mecklenburg-Vorpommern vor der Landtagswahl im September

Die SPD-Delegierten in Wismar sprachen Manuela Schwesig am Samstag ein fast einstimmiges Vertrauen aus. Die amtierende Ministerpräsidentin steht nun einer AfD gegenüber, die in Umfragen 9 Punkte vorne liegt – 14 Wochen vor dem Wahltermin.

Landesparteitag in Wismar

Auf einem Landesparteitag in Wismar nominierten die SPD-Delegierten Mecklenburg-Vorpommerns am Samstag Ministerpräsidentin Manuela Schwesig als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 20. September. Sie erhielt 98,9 Prozent der Stimmen (90 von 91 gültigen Stimmen) und übertraf damit ihr Ergebnis von 96,4 Prozent vor fünf Jahren. Die 52-Jährige führt den nordöstlichen Bundesstaat seit Juni 2017, derzeit in einer Koalition mit der Linken. Schwesig stellte den bevorstehenden Wahlkampf als eine Entscheidung zwischen zwei unvereinbaren Ergebnissen dar.

Entweder Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin mit einer starken SPD und einer starken, demokratischen, verlässlichen Regierung oder die Alleinherrschaft der AfD.

Die Partei verabschiedete auch ihr Wahlprogramm, das sie als „Regierungsprogramm“ bezeichnet, und stellte ihre Landesliste auf. Bei der Versammlung gab es keine größeren Streitigkeiten oder umstrittenen Kandidaturen.

Umfrageabstand und die Präzedenz von 2021

Die SPD geht mit einem Umfragerückstand in den Wahlkampf. Eine Mai-Umfrage sah die AfD bei 36 Prozent und die SPD bei 27 Prozent, die Linke bei 13 Prozent und die CDU bei 10 Prozent. Das BSW lag bei 5 Prozent, der Schwelle für den Einzug ins Parlament, während die Grünen (4 Prozent) und die FDP (2 Prozent) die 5-Prozent-Hürde verfehlen würden.

Schwesig verwies auf die Landtagswahl 2021 als Beleg dafür, dass sich Umfragen entscheidend verschieben können. Im Juni jenes Jahres lag die SPD nach den Belastungen der Pandemie bei 23 Prozent. Am Wahltag gewann die Partei 39,6 Prozent und wurde stärkste Kraft im Schweriner Landtag. Die Partei setzt auf einen ähnlichen späten Umschwung, diesmal getragen von Schwesigs Amtsbonus.

Landtagswahl MV Umfrage, Mai 2026 · %
AfD
36 %
SPD
27 %
Linke
13 %
CDU
10 %
BSW
5 %
Grüne
4 %
FDP
2 %

Herausforderer und andere Parteilisten

Der AfD-Kanzlerkandidat für das Land ist der Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm. Er tritt als Direktkandidat im selben Schweriner Wahlkreis wie Schwesig an, ohne das Sicherheitsnetz eines Listenplatzes, muss also den Wahlkreis direkt gewinnen, um in den Landtag einzuziehen. Auch die anderen Parteien haben ihre Spitzenkandidaten aufgestellt: Bildungsministerin Simone Oldenburg führt die Linken-Liste an, Landesvorsitzender Daniel Peters die CDU-Liste, Peter Schabbel das BSW, Claudia Müller die Grünen und Jakob Schirmer die FDP.

Sellers Rückkehr

Ein bemerkenswerter Moment auf dem Parteitag kam von Schwesigs Vorgänger. Der ehemalige Ministerpräsident Erwin Sellering, der in den letzten Jahren gelegentlich Kritik an Schwesig geäußert hatte (insbesondere wegen ihres Umgangs mit der umstrittenen Klimastiftung), betrat in Wismar die Bühne, um ihre Kandidatur zu unterstützen. Er betonte die Bedeutung der Einheit und erhielt stehende Ovationen von den Delegierten. Die Geste wurde weithin als Signal des Zusammenhalts der Partei vor einer umkämpften Wahl gewertet.

Wichtige Wahlmeilensteine in Mecklenburg-Vorpommern
  1. Schwesig wird Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern
  2. SPD gewinnt 39,6 % bei der Landtagswahl, obwohl sie im Juni bei 23 % lag
  3. Schwesig mit 98,9 % der Delegiertenstimmen zur Spitzenkandidatin nominiert
  4. Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

SPD-Parteitag in Düsseldorf

Am selben Tag in Nordrhein-Westfalen nominierte der SPD-Landesparteitag den Fraktionsvorsitzenden Jochen Ott als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 25. April 2027. Der 52-jährige Kölner Bildungspolitiker erhielt 96,2 Prozent der Delegiertenstimmen. Er ist seit 2010 im Landtag und führt die SPD-Fraktion seit 2023. Der Landesvorstand hatte seine Kandidatur im Januar vorgeschlagen.

Ich bin bereit, mit euch zu kämpfen.

Ott wird den amtierenden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst von der CDU herausfordern, der den bevölkerungsreichsten Bundesstaat Deutschlands in einer schwarz-grünen Koalition regiert. Umfragen zeigen derzeit die CDU mit deutlichem Vorsprung. Die SPD regierte NRW zuletzt von 2010 bis 2017 unter Hannelore Kraft, bevor Armin Laschets CDU die Regierung übernahm. Ott versprach ein Entlastungspaket für Familien, falls die SPD an die Regierung zurückkehrt.

Wismar · Schwerin · Düsseldorf

4 Quellen

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