
Schweiz schlägt Israel in Sion 2:0 und erreicht zweite Playoff-Runde der WM-Qualifikation der Frauen
Iman Beney brachte die Schweiz in Sion per Kopf in Führung, Julia Stierli legte in der 93. Minute per direktem Freistoß nach. Der 9:3-Gesamtsieg schickt das Team in ein Hin- und Rückspiel gegen Österreich.
Ein kontrolliertes Rückspiel in Sion
Die Schweizer Frauen haben Israel am Dienstag, 13. Oktober, im Stade de Tourbillon in Sion 2:0 besiegt und damit nach dem 7:3 im Hinspiel einen Gesamtsieg von 9:3 perfekt gemacht. Die Gastgeberinnen kontrollierten die Partie von der ersten Minute an, hielten laut SRF rund 77 Prozent Ballbesitz und gaben 32 Schüsse ab, Israel nur 2. Trainer Rafael Navarro nahm drei Änderungen in seiner Startaufstellung vor und brachte Lia Kamber, Nadine Riesen und Julia Stierli. Verteidigerin Viola Calligaris hatte das Ziel ausgegeben, zu null zu spielen, und die Abwehrreihe hielt – Israel kam erst in der 53. Minute zum ersten Torschuss. Die Chancenverwertung war der Schwachpunkt, mehrere Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit blieben ungenutzt.
- Schweiz
- 32 Schüsse
- Israel
- 2 Schüsse
Beney und Stierli treffen
Iman Beney eröffnete den Torreigen in der 30. Minute, stieg über ihre Gegenspielerin und köpfte eine Flanke von Géraldine Reuteler ein. Die 20-jährige Walliser Angreiferin spielt für Manchester City, und SRF zählt dies als ihr drittes Tor in der laufenden Qualifikationskampagne. RTS führt es als ihr fünftes Tor in 25 Länderspielen für die Schweiz. Riola Xhemaili und Lia Kamber, die im Hinspiel je zweimal getroffen hatten, ließen im zweiten Spiel Chancen liegen. Julia Stierli besiegelte das Ergebnis in der 93. Minute mit einem direkten Freistoß, nachdem sich das Team laut SRF bereits mit einer Führung von einem Tor zufriedengegeben hatte.
- Iman Beney köpft die Schweiz nach einer Flanke von Géraldine Reuteler zum 1:0 in Führung
- Israel kommt zum ersten Torschuss des Spiels
- Julia Stierli trifft per direktem Freistoß zum 2:0
Protestfahnen im Stadion
Der Schweizerische Fußballverband (SFV) hatte vor dem Spiel angekündigt, dass nur die Fahnen der beiden antretenden Teams erlaubt seien, doch in den Rängen erschienen dennoch palästinensische Farben. Laut watson zeigte ein Mann während der israelischen Hymne eine Palästina-Fahne, ohne von Ordnern gestoppt zu werden, und es waren Rufe wie "Free Palestine" zu hören. Später entrollte eine Gruppe eine große Palästina-Fahne und zündete mehrere Minuten lang Fackeln, bevor sie das Stadion ohne Widerstand verließ. 20 Minuten berichtet, dass die Sicherheitskräfte trotz des klaren Verbots lange untätig blieben. Der SFV hatte einzelnen Spielerinnen erlaubt, auf das Spiel zu verzichten, doch keine tat es.
Boykottaufrufe vor dem Anpfiff
Vor dem Spiel schickte die ehemalige Schweizer Nationalspielerin Noa Schärz dem SFV laut 20 Minuten eine lange E-Mail, in der sie den Verband aufforderte, die Playoff-Spiele gegen Israel zu boykottieren. Die Spielerinnen Coumba Sow und Lourdes Romero gefiel ihr Beitrag, wie dasselbe Medium berichtet. Ein Boykott fand nicht statt. Das Team war im Hinspiel mit schwarzen Armbinden aufgelaufen und hatte in seiner letzten Trainingseinheit eine Schweigeminute für die Opfer von Konflikten weltweit abgehalten, ohne Israel oder Palästina zu nennen.
Österreich wartet und der Weg nach Brasilien
In der zweiten Playoff-Runde trifft die Schweiz auf Österreich, das sich mit 6:1 auf Gesamtscore gegen den Kosovo durchsetzte und am Dienstag in Wien 4:0 gewann. Die beiden Teams liegen in der Weltrangliste dicht beieinander: SRF führt Österreich auf Platz 25 und die Schweiz auf Platz 26, während NZZ Österreich auf Platz 23 setzt. RTS nennt den 1. und 5. Dezember als Termine der beiden Spiele, SRF gibt ein Fenster vom 26. November bis 5. Dezember an. Sollte die Schweiz gewinnen, könnte laut SRF im Februar 2027 noch ein interkontinentales Playoff folgen, falls sie als schwächster der acht europäischen Playoff-Sieger abschließt. Danach würde ein Platz bei der Weltmeisterschaft in Brasilien winken, die SRF zufolge möglicherweise vom 24. Juni bis 25. Juli 2027 stattfindet.