Deutsche Touristen nahe der Schweizer Grenze von automatischen Roaming-Gebühren betroffen, da Telefone auf stärkere Signale umschalten
Urlauber am Bodensee und im Schwarzwald erhalten unerwartete Roaming-Rechnungen, nachdem sich ihre Telefone automatisch mit Schweizer Netzen verbinden, wo die EU-„Roam like at Home“-Regeln nicht gelten.
Warum Telefone auf Schweizer Netze umschalten
Mobiltelefone sind so konzipiert, dass sie automatisch das stärkste verfügbare Signal auswählen. In der Nähe der deutsch-schweizerischen Grenze bieten Schweizer Mobilfunkmasten oft eine stärkere Verbindung als deutsche, insbesondere über offenes Wasser. Am Bodensee stehen viele Schweizer Sender direkt am Ufer, sodass Signale fast ungehindert über den See reisen können. Auf deutscher Seite schwächen Hügel, Gebäude und Bäume häufig die heimischen Signale, sodass das Schweizer Netz zur Standardwahl für die Geräte wird.
Normalerweise wählt das Telefon automatisch das stärkste Signal aus.
Vodafone-Sprecher Volker Petendorf bestätigte, dass Mobiltelefone werkseitig so eingestellt sind, dass sie das stärkste verfügbare Netz wählen. Das Phänomen tritt am häufigsten entlang von Wasserstraßen und direkt an der Grenze auf und betrifft Städte wie Konstanz, Waldshut und Bad Säckingen.
Die Kostenfalle für Touristen
Im Gegensatz zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist die Schweiz nicht von der „Roam like at Home“-Regelung abgedeckt. Das bedeutet, dass mobiles Internet, Anrufe und SMS je nach Anbieter zusätzliche Kosten verursachen können. Einige Betreiber berechnen Tagespässe, während andere nach Datenvolumen oder Gesprächsminuten abrechnen. Ein kurzer, unbemerkter Netzwechsel kann daher zu einer teuren Überraschung führen.
Mobiltelefone sind werkseitig so eingestellt, dass sie automatisch das stärkste verfügbare Netz wählen.
Wie man unerwartete Rechnungen vermeidet
Verbraucherschützer empfehlen, vor Reiseantritt die Mobilfunkverträge zu prüfen. Viele Anbieter geben an, ob die Schweiz eingeschlossen ist oder welche Gebühren anfallen. Für häufige Grenzpendler kann eine ergänzende Schweiz-Option lohnenswert sein. Nutzer können auch ihr Telefondisplay überwachen, das den aktuellen Netznamen anzeigt, und bei einem Wechsel manuell einen deutschen Anbieter auswählen.
Für Menschen, die regelmäßig im Grenzgebiet unterwegs sind, kann ein Tarif, der die Schweiz einschließt, lohnenswert sein.
Verbraucherbeschwerden und Warnungen
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erhält regelmäßig Beschwerden über hohe Rechnungen aufgrund unbemerkter Netzwechsel. Oliver Buttler warnte, dass Beträge fünfstellige Summen erreichen können. Einige Netzbenachrichtigungen kommen mit Verzögerung, sodass Nutzer bis zum Eintreffen der Rechnung nichtsahnend bleiben.
Es können auch Beträge im fünfstelligen Bereich anfallen.


